* Auf prinzlaw.com finden Sie die Webseite der vom Medienrechtsanwalt Prof. Dr. Matthias Prinz gegründeten Kanzlei. Dies hier ist die davon unabhängige und eigenständige Webseite von Rechtsanwalt Matthias Prinz mit Kanzleisitz in Mainz.ok

BGH · IV ZR 491/15

Gericht: BGH · Aktenzeichen: IV ZR 491/15

Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Richter Felsch, die Richterin Harsdorf-Gebhardt, den Richter Lehmann, die Richterinnen Dr. Brockmöller und Dr. Bußmann am 11. Die Anträge der Antragstellerin, ihr Prozesskostenhilfe für einen Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand zu gewähren und einen Notanwalt für dieses Verfahren zu bestellen, werden abgelehnt. Da der Antrag aussichtslos ist, kommt auch die Bestellung eines Notanwalts nicht in Betracht. Die Anhörungsrüge der Antragstellerin nach § 321a ZPO gegen den Senatsbeschluss vom 22. Der Senat hat das Vorbringen der Antragstellerin in dem Prozesskostenhilfegesuch einschließlich der Rügen einer Verletzung des Anspruchs auf Gewährung rechtlichen Gehörs geprüft und für nicht durchgreifend erachtet. Das Ablehnungsgesuch der Antragstellerin ist rechtsmissbräuchlich und damit unzulässig. hungen dieses Richters zu den Parteien oder zu der zur Verhandlung stehenden Streitsache stehen (BGH, Beschluss vom 5. Solche Umstände zeigt die Antragstellerin nicht auf.Felsch Harsdorf-Gebhardt Lehmann Dr. Brockmöller Dr. Bußmann Vorinstanzen:

Zitierte Normen: § 119 ZPO
ProzesskostenhilfeWiedereinsetzungRichterinbeabsichtigenZPOErfolgsaussicht

Volltext der Entscheidung

BUNDESGERICHTSHOF
BESCHLUSS
IV ZR 491/15
vom 11. August 2016 in dem Rechtsstreit
ECU: DE: BGH :2016:110816BIVZR491.15.0
 
Der IV. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Richter Felsch, die Richterin Harsdorf-Gebhardt, den Richter Lehmann, die Richterinnen Dr. Brockmöller und Dr. Bußmann
 am 11. August 2016
beschlossen:
Die Anträge der Antragstellerin, ihr Prozesskostenhilfe für einen Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand zu gewähren und einen Notanwalt für dieses Verfahren zu bestellen, werden abgelehnt.
Die Anhörungsrüge gegen den Senatsbeschluss vom 22. Juli 2016 wird auf Kosten der Antragstellerin zurückgewiesen.
Das Ablehnungsgesuch der Antragstellerin vom 14. Juli 2016 gegen die Vorsitzende Richterin am Bundesgerichtshof Mayen wird verworfen.
Gründe:
1	1. Die Bewilligung von Prozesskostenhilfe nur für einen Verfah-
rensantrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand ist im Gesetz nicht vorgesehen. Prozesskostenhilfe darf vielmehr nach § 114 ZPO nur für die gesamte Rechtverfolgung oder Rechtsverteidigung bewilligt wer-
 
den. Darunter ist, wie sich aus § 119 Satz 1 ZPO ergibt, der "Rechtszug" zu verstehen (Zöller/Geimer, ZPO, 31. Aufl. § 114 Rn. 4; OLG Köln, MDR 1988, 588). Der Begriff Rechtszug ist kostenrechtlich gemeint, nämlich jeder Verfahrensabschnitt, der besondere Kosten verursacht und für den noch nicht geprüft werden konnte, ob die Rechtsverfolgung oder -Verteidigung genügend aussichtsreich und nicht mutwillig ist (vgl. Zöller/ Geimer, ZPO 31. Aufl. § 119 Rn. 1; BGH FamRZ 2004, 1707 unter II 4). Voraussetzung ist immer, dass eine gesonderte, von der Beurteilung des Hauptverfahrens unabhängige Prüfung der hinreichenden Erfolgsaussicht möglich ist (OLG Köln aaO). Dies ist bei einem Wiedereinsetzungsantrag nicht der Fall. Die Wiedereinsetzung löst auch keine besonderen Gebühren aus (Zöller/Geimer, ZPO 31. Aufl. § 119 Rn. 30). Da der Antrag aussichtslos ist, kommt auch die Bestellung eines Notanwalts nicht in Betracht.
2	2. Die Anhörungsrüge der Antragstellerin nach § 321a ZPO gegen den Senatsbeschluss vom 22. Juni 2016 ist jedenfalls unbegründet. Eine Hinweispflicht betreffend die mangelnde Erfolgsaussicht für die beabsichtigte Rechtsverfolgung besteht im Falle der Ablehnung eines Prozesskostenhilfeantrags für eine beabsichtigte Nichtzulassungsbeschwerde nicht. Der Senat hat das Vorbringen der Antragstellerin in dem Prozesskostenhilfegesuch einschließlich der Rügen einer Verletzung des Anspruchs auf Gewährung rechtlichen Gehörs geprüft und für nicht durchgreifend erachtet. Von einerweiteren Begründung wird abgesehen.
3	3. Das Ablehnungsgesuch der Antragstellerin ist rechtsmissbräuchlich und damit unzulässig. Bei der Ablehnung eines Richters müssen ernsthafte Umstände angeführt werden, die die Befangenheit des einzelnen Richters aus Gründen rechtfertigen, die in persönlichen Bezie-
hungen dieses Richters zu den Parteien oder zu der zur Verhandlung stehenden Streitsache stehen (BGH, Beschluss vom 5. Dezember 2012 -XII ZB 18/12 m.w.N., juris). Solche Umstände zeigt die Antragstellerin nicht auf.
Felsch	Harsdorf-Gebhardt	Lehmann
 Dr. Brockmöller
 Dr. Bußmann
 Vorinstanzen:
LG Berlin, Entscheidung vom 16.10.2014 -6 0 210/10 -KG Berlin, Entscheidung vom 06.10.2015 - 7 U 181/14 -