BGH · IV ZR 302/55 vom 27.07.1955
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a/Rbge•, an der Klägers und Revisionsklägers, - Prozeßbevollmächtigter; Rechtsanwalt gegen das Land Niedersachsen, vertreten durch den Minister des Innern Beklagten und Revisionsbeklagten, hau der IV, Zivilsenat des Bundesgerichtshofs auf die mündliche Verhand lung vom 4«, April 1956 unter Mitwirkung des Senatspräsidenten Schmidt, der Bundesrichter Ascher, Br»Kregel Br»v.Werner und Wüstenberg Trotzdem hat der Kreissonderhilfsausschuß durch Sonderhilfsbescheid vom 10o August 1951 eine Erwerbsminderung von 30 anerkannt und die vorläufig zugesprochene Geldrente endgültig vom 1. April 1952 der Vorsitzende der ersten Kammer des Beschwerdeausschusses den Regierungspräsidenten nicht für beschwerdeberechtigt angesehen und die Sache nicht verhandelt hat. Auf die hiergegen vom Kläger erhobene Klage hat das Landgericht den Beschluß des Landesausschusses aufgehoben und das beklagte Land verurteilt, die Geschädigtenrente von monatlich 140,— DM weiterzuzahlen. Das Berufungsgericht geht davon aus, daß die Bescheide des Kreissonderhilfsausschusses rechtskräftig geworden seien und die Voraussetzungen der §§ 95» 96 BEG für einen Widerruf der früheren Bescheide oder für den Erlaß eines neuen Bescheids nicht vorlägen, daß jedoch die vom Beauftragten des öffentlichen Interesses gemäß § 21 SHG erklärte Anfechtung durchgreife und, da die Erwerbsminderung des Klägers weniger als 30 # betrage, ihm eine Rente nicht zugebilligt werden könne. Die Rechtsansicht des Berufungsgerichts über die ’Wirksamkeit einer gemäß § 21 SHG erklärten Anfechtung rechtskräftiger Bescheide ist, wie der erkennende Senat in seiner Entscheidung vom 4. Die Entscheidung des Berufungsgerichts ist aber im Endergebnis zutreffend, weil die Anfechtung des Beauftragten des öffentlichen Interesses sich nicht gegen einen bei Inkrafttreten der Novelle zu dem SHG rechtskräftigen Bescheid gerichtet hat. ist nämlich entgegen der Annahme des Berufungsgerichts nicht rechtskräftig geworden« Denn der Regierungspräsident hatte gegen diesen Bescheid innerhalb der vorgeschriebenen Rechtsmitteifrist Beschwerde eingelegt« Zwar hatte der Vorsitzende des Beschwerdeausschusses den Regierungspräsidenten nicht für beschwerdeberechtigt angesehen« Es kann hierbei dahinstehen, ob diese Ansicht des Vorsitzenden zutreffend ist, und ob der Regierungspräsident nicht vielmehr berechtigt war, auch selbst Beschwerde einzulegen, da er nach § 17 SHG a«P* den Beauftragten des öffentlichen Interesses zu bestellen hatte und dieser, wie sich auch aus § 13 Abs 3 SHG n,F, ergibt, an seine Weisungen gebunden war (vgl hierzu auch Böwe StPO 19» 1950 Spalte 893)« Penn jedenfalls war bei Inkrafttreten der Neufassung des SHG am 15« Mai 1952 über die Beschwerde des Regierungspräsidenten durch den Beschwerdeausschuß noch nicht entschieden. August 1951 noch nicht rechtskräftig (vgl auch Schlegelberger 6o Aufl Anm 2 a.E, zu § 26 PGG und Kammergericht in Seuff Bl 77, 98), Pag somit am 15* Mai 1952 noch kein rechtskräftiger Bescheid vor, so handelte es sich bei der am 28, November 1952 erklärten Anfechtung nicht um die Wiederaufnahme eines rechtskräftig abgeschlossenen Verfahrens sondern um die Fortführung eines noch anhängigen Rechts-mittelverfahrens, auf das nunmehr die Vorschrift des § 21 SHG n.E. zur Anwendung kam und das demgemäß von dem Beauftragten des öffentlichen Interesses betrieben werden könnt e,