BGH · IV ZR 289/62
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Der Verfolgte hat eine Versorgung im Sinne des § 82 Satz 3 BEG, wenn er Versorgungsleistungen in Höhe des für ihn nach der Anlage 5 zur 3c DV-BEG maßgebenden Rentenbetrages bezieht* In ausländischer Währung bezogene Versorgungsleistungen sind mit dem für den Zeitpunkt der Entscheidung oder der letzten mündlichen Verhandlung der Tatsacheninstanzen geltenden Wert in die deutsche Währung umzurechnen und dem- Rentenbetrag gegenüberzustellen» Bei der Berechnung ist § 287 ZPO anwendbar* Zivilsenats des Obcrlandesgerichts Stuttgart vom 27 c Juli 1962 aufgehoben und der Rechtsstreit zur erneuten Verhandlung und 3nt s ch e id ung * auch über die außergerichtlichen Kosten der Revision* an das Berufungs- an den Kläger vom 1« September 1961 an eine Eente von monatlich 253 DM und für die Zeit vor dem 1« November 1953 einen Betrag von 2 280 DM zu zahlen; im übrigen hat es die Klage abgewiesen0 Mit der Revisions, die von dem Berufungsgericht zugolassen ’worden ist, verfolgt das beklagte Land seinen . bezieht» Unter diesen Um ständen steht ihm die von ihm begehrte Rente zu, wenn die Vcx'sorgung, die er von der Social Security erhält und die frühere Erwerbstätigkeit zurückgeht (Urteil des auf seine Senats RzW Kaufkraftcahlen bekannt gegeben seien und die Werte für 1961 denen von 1962 wahrscheinlich am nächsten kämen» Die monat-liehe Rente aus der Social Security entspricht bei dieser Umrochis^ig einem Betrage von 267*50 DM« Sie übersteigt die sich aus der Anlage 5 zur 3« DV-BEG ergebende Llonatsrcnte von 253 Dil* die für den in den einfachen Bienst eingestuften Kläger maßgebend ist. Trotzdem hat das Berufungsgericht angenommen, daß die dem Kläger zustehcnde Versorgung nicht ausreiche* so daß ihm das Rentenrecht nicht abgesprochen werden könne* Die Umrechnung der in ausländischer Währung bezogenen und im Ausland verbrauchten Vcrcorgungsleistungen sei stets mit Unsicherheit sfaktoren behaftet, denen dadurch Rechnung zu tragen öci* daß der errechnete Rentenbetrag im Sinne des § 21 Abs* 4 3* DV-BEG erst dann als erreicht gelteh könne* Jede Verbraucher-geldparität könne auch bei Anwendung des denkbar zuverlässigsten Berechnungsmaßstabes nur ein Annäherungswert sein« Biesen Annäherungswert für den Zeitpunkt der letzten mündlichen Verhandlung zu ermitteln* sei unmöglich, weil der Preisvergleich für.die Kaufkraftbestimmung immer nur für einen bereits vergangenen Zeitpunkt durchgeführt werden könne* Die Eilbedürftigkeit der Entschädigungsfälle* in denen es um den Anspruch auf eine Rente gehe, erfordere es* den maßgebenden Kaufkraftwert unter Verwertung bisheriger Rechnungoergebnisse zu schätzen* Die Sachlage sei anders als in den Tüllen des § 75 Abs* 1* 2« BEG in Verb* mit § 12 3* DV-BEG, da nach § 82 BEG der Rentenanspruch als solcher davon abhänge, ob die Bebensgrundlage im Zeitpunkt der Entscheidung als nachhaltig gesichert anzusehen sei* Die Vorschrift des § 21 Abs* 4* 5 3* DV-BEG könne nicht losgelö'st von dei- des § 82 Satz 3 BEG betrachtet werden* Anstelle der wenn zur Überzeugung der EntschädigungsOrgane feststehe« daß der Verbrauchswert dieser Leistungen die errechneten Hentenbeträge tatsächlich erreiche« Im Palle des Klägers könne eine solche Pectstellung für den Zeitpunkt der Entscheidung nicht getroffen werden« Bie unter Anwendung der für 1961 ermittelten Verbrauchergeldparität umgerechne ten Versorgungsleictungen Überstiegen mit nur rund 5 % den errechneten Kentenbetrag so geringfügig, daß im Hinblick auf die aufgezoigten und möglichen weiteren Unsicherheits-faktoren, etwa eine auf den 1« Juli 1962 zurückwirkende Im dem RzW 1961, 568 Nr« 33 veröffentlichten Urteil hat der erkennende Senat ausgeführt, daß eine Versorgung^ . Sr sieht damit auch eine Versorgung in die scr Höhej die der Verfolgte auf Grund seiner früheren Erwerbstatigkeit für sich und seine Familie erhält wenn es aer Fall ist, die Voraussetzungen für das Rent en recht nicht bestehen« Die Vorschrift des zu ändern, dfß die zu gründezulegenden Rentenrechte, gerade weil sie nur zwei Dritteln der Vcrsorgungobesüge eines vergleichbaren Beamten zu dem Teil recht niedrig sind, insbe- etzt ist« zu be chtigen, wie auch nicht in Rechnung gestellt werden kann, ob die Versorgungsleistungen das nach Der Senat hat sieh deshalb lediglich in der Lage gesehen, bei einer Heranziehung der Tabelle der Anlage zur 3* DV-BEG zu dem Zweck der Feststellung einer ausreichon den Versorgung in Fällen, in denen die Anwendung dieser Tabelle durch das Gesetz nicht unmittelbar geboten ist, wie bei der Prüfung, ob den Tabellensätzen der Anlage 1 82 Satz 3 BEG gegeben sind ist das dagegen nach der bestehenden Gesetzeslage nicht möglich* Bei der üeststellung, ob die Versorgung, die der Verfolgte erhält, dem maßgebenden Rentenbetrag der Anlage 5 zur 3* DV-BEG entspricht, können möglicherweise in Aussicht stehende rückwirkend eintretende Erhöhungen dieser Rentenbeträge nicht berücksichtigt werden; es würde sonst jede feste Grundlage« wie sie die Heranziehung der Anlage 5 zur Für einen im Ausland lebenden Verfolgten gilt grundsätzlich nichts anderes* Die Versorgungsleistungon, die er in ausländischer Währung erhält, sind nach § 12 Abs* 3, § 21 Aböo 5 3o DV-BEG in die deutsche Währung umzurechnen und alsdann mit dem nach der Anlage 5 zur 3» DV-B3G maßgebenden Bentenbetrag zu vergleichen* Nicht dagegen ist so vorzugehen, daß die Eorufsschadensrente nach dem Devisenkurs in die Währung, in der sie zu zahlen ist, um- Die Umrechnung ist, soweit sie nach der Kaufkraft zu erfolgen hat, für den hier maßgebenden Zeitpunkt der Ent-Scheidung, im gerichtlichen Verfahren den Zeitpunkt der letzten mündlichen Verhandlung der Tatsacheninstanzen, mit gewiesen Schwierigkeiten verbunden, wie dem Berufungsgericht zusugeben ist, weil Unterlagen über den Preisvergleich immer nur für einen zurückliegenden Zeitpunkt beschafft werden könneno Aber daraus kann nicht die Polgerung gezogen werden, daß die Voraussetzungen für das Rentenrecht nur zu verneinen seien, wenn erwiesen sei, daß der Verbrauchswert der anderweitig erhaltenen Versorgungsloistungen die errechneten Rentcnbeträgo erreiche, und daß die Rente zuzuerkennen sei, wenn eine ebenso große Wahrscheinlichkeit für wie gegen die Annahme spreche, im Zeitpunkt der Entscheidung oder der letzten mündlichen Verhandlung erreichten die Vcrsorgungs-leistungen den errechneten Rentcnbeträgo Vielmehr gilt auch in diesen Pällen der Grundsatz, daß die Rente nur suerkannt werden kann, wenn die Voraussetzungen des Rentenrechts fest- •gestellt sind* Ebensowenig besteht eine gesetzliche Grundlage für die Annahme des Berufungsgerichts, der errechnote Rentenbetrag könne zun Ausgleich für die mit der Umrechnung vor- sichtigt bleiben, soweit sie weniger als 10 °/o des Devisen kurses ausmachen, nicht durch eine Erhöhung der zu dem Ver gleich mit den Versorgungslcistungen heranzusichenden Kenten- daß hier eine Umrechnung nach dem Devisenkurs praktisch nicht in Betracht kommt* Die Eilbedürftigkeit der Entscheidungen ^ur die in den Vereinigten Staaten lobenden Verfolgten auf die Kaufkraft ankommt, wie sie für die Vor« folgten unter Berücksichtigung der ihren Haushalt besonders bei in Verbindung mit § 209 Abs* 1 BEG zu treffen (Urteil des Senats Rz\Y 1961 , 549 Kr* 14 sowie Urteil vom 15* März 1961 - IV ZR 276/60 -, insoweit RzW 1961, 400 Kr* 53 nicht veröffentlicht)* In diesem Rahmen hat das Gericht die Möglichkeit, nicht auozuschaltenden Unsicherheitsfaktoren bei der Feststellung der Kaufkraft für die Gegenwart der Anlage 5 zur 3* DV-BEG erreicht, wobei nunmehr der Zeit- \ punkt der neuen mündlichen Verhandlung vor dem Berufungsgericht maßgebend ist, muß das angefochtcne Urteil aufgehoben und der \ gericht prüfen müssen, ob der Kläger etwa in eine über den einfachen Dienst hinausgehende vergleichbare Beamtengruppe oinzustufen ist und ob ihm, wenn das der Fall ist, das Rentenrecht zusteht, oder ob seinem Hilfsantrag auf eine höhere KapitalentSchädigung stattzugeben ist. Auf alle Fälle wird der Kläger eindeutig klarstellen müssen, ob er nicht neben dom Antrag auf Zurückweisung der Berufung hilfsweise für den Fall, daß ihm das Rentenrecht nicht zugesprochen wird, den im ersten Rechtszug gestellten Hilfs-antrag auf eine höhere Kapitalentschädigung wiederholen will« Diesen Hilfsantrag müßte er dann ordnungsgemäß als bezifferten Leistungsantrag stellen, Ascher Wüstenberg Bundesrichter Maaß V/ilden Dr, Gral ist erkrankt und deshalb verhindert zu unterschreiben Ascher