BGH · IV ZR 285/62 vom 28.06.1962
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£BG § 210 Eine Klage, die einen unzulässigen Klageantrag und eine für diesen gegebene Begründung enthält, kann für die Wahrung der Klagefrist des § 210 BEG genügen* Die Klageschrift enthält, abgesehen davon, daß sie sich mit dem nicht mehr den Gegenstand des Verfahrens bildenden Anspruch auf Entschädigung wegen Schadens an Freiheit befaßt den Antrag, den Bescheid des beklagten Landes aufzuheben. In der mündlichen Verhandlung vor dem Landgericht, die nach dem Ablauf der Klagefrist stattgefunden hat, hat der Kläger beantragt, ihm Entschädigung für Schaden an Körper und Gesundheit zuzuerkennen, und zwar Kapitalentschädigung für die Zeit vom 1. November 1953 an bis auf weiteres und ein Heilverfahren für Leiden, die er noch nicht angeben könne. Das Landgericht hat die Klage als unzulässig abgewiosen Der Kläger hat Berufung eingelegt und im zweiten Rechts zug beantragt, das beklagte Land zu verurteilen, an ihn wegen Gesundheitsschadens eine Kapitalentschädigung von 45 793 DM sowie für die Zeit vom 1. Mit der Revision, die von dem erkennenden Senat zugelassen worden ist, verfolgt der Kläger seinen im zweiten Rechtszug gestellten Antrag weiter« Daß sein Revisionsantrag auf die monatliche Rente für die Zeit vom 1 * Januar 1961 an um 1 DM über die bisher beantragte Rente hinausgeht, ist als ein offensichtliches Versehen zu werten» Das Berufungsgericht beanstandet nicht mit Unrecht, daß der Kläger es sowohl in dem Verfahren vor der Ent-scnädigungsbehörde wie in der Klageschrift versäumt hat, die Tatsachen anzugeben, aus denen er seinen Anspruch horleitet, so daß der in Bede stehende Sachverhalt nicht einmal aus seinem Vorbringen im Zusammenhang mit dem Inhalt der Entschädigungsakten zu entnehmen war« Es bedeutet auch eine grobe Verkennung des Grundsatzes des § 176 Abs. 1 BEG und der dem Kläger obliegenden Pflicht, bei der Aufklärung des Sachverhalts von Anfang an mitzuwirken (Urteil des Senats RzV/ 1958, 573 Nr. 40), wenn der Kläger in der Klageschrift ausgeführt hat, das beklagte Band müsse Ermittlungen über einen von ihm behaupteten Gesundheitsschaden anstellen, über den er selbst bis dahin nichts vorgetragen hatte. Mit der Klage wollte der Kläger, wie dem in ihr enthaltenen Antrag und dessen Begründung entnommen werden kann, erreichen, daß der Bescheid aufgehoben und die Sache an die Entschädigungsbehörde zurückverwiesen werde, damit diese erneut über den Anspruch auf Entschädigung wegen Gesundheitsschödens entscheide. Eine solche Zurückverweisung an die Entschädigungsbehörde ist unzulässig (Urteil des Senats RzV/ 1961, 412 Nr. 45) • Der Kläger hat aber diesen unzulässigen Antrag von seinem irrigen Rechtsstandpunkt ausreichend begründet. a. ausgeführt, es könne “ein substantiierter Anspruch noch nicht gestellt werden“, es seien insoweit vom beklagten Land die Ermittlungen noch durchsuführen und es müsse bei der Aufhebung des Bescheides sein Bewenden haben, damit das beklagte Land nach erfolgter Aufhebung seiner Pflicht, die erforderlichen Ermittlungen durchzuführen, naebkommen könne. seine Begründung rechtlich unhaltbar sind, so ändert das nichts daran, daß die Klage wenigstens erkennen ließ, in welchem Umfang der Bescheid der Entschädigungsbehörde angegriffen werden sollte, was der Kläger mit ihr erreichen wollte und wie er seinen Klageantrag begründete« Lie Voraussetzungen des § 253 Abs« 2 Nr« 2 ZPO waren damit erfüllt« Auch eine solche Klage genügt deshalb für die Wahrung der Klagefrist (vgl« Urteil des Senats RzW 1957,