BGH · IV ZR 270/56 vom 17.10.1956
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Rechtssatzs Bei einer Klage auf Peststellung der Nichtigkeit eines Testaments oder einer sich aus einer behaupteten Testamentsauslegung ergebenden Rechtsfolge ist der Streitwert nicht- nach dem Wert des ganzen Nachlasses, sondern nach dem Interesse des Klägers an der begehrten Feststellung zu bemessen«. Bei dem Rechtsstreit handelt es sich um den Streit über die Auslegung einer letztwilligen Verfügung« Pie Beklagte ist die Witwe des Erblassers« Sie leitet aus der letztwilligen Verfügung für sich das Recht her, Alleinerbin ihres verstorbenen Mannes geworden zu sein« Per Kläger behauptet, als gesetzlicher Erbe zu 1/24 zur Erbfolge berufen zu sein. Per Streitwert bemißt sich nicht nach dem Wert des ganzen Rachlasses, sondern er ist nach § 5 ZPO unter Berücksichtigung des Intersses' des Klägers am Rechtsstreit zu schätzen. Gegenstand des Rechtsstreits bildet eine Peststellungsklage o Rechtlich liegt es ähnlich wie bei einer Klage auf Feststellung der Richtigkeit des Testaments. Ras ist aber anders, wenn das Interesse an der Feststellung sich nicht mit dem Interesse an der Leistung deckt, das ist ZoB«, der Pall, wenn die Feststellung eines Rechtsverhältnisses begehrt wird, das zwischen einer Partei und einem Rritten oder das überhaupt nur zwischen dritten Personen besteht (Stein-Jonas-Schönke 18o Aufl § 3 I 1 b)„ Hier liegt es ähnlich* Die besonderen Verhältnisse, die bei der Klage eines Miterben aus § 2039 -BGB das Reichsgericht veranlaßt haben, den Streitwert nicht nach dem Interesse des Klägers, sondern nach der begehrten Leistung zu berechnen, liegen hier nicht vor* Rie von dem Kläger begehrte Feststellung kann federn Miterben gegenüber mit verschiedenem Inhalt erfolgen* Aus ähnlichen Erwägungen hat der erkennende Senat bei der Feststellung der Ausgleichspflicht unter gesetzlichen Erben entschieden, daß allein das Interesse des Klägers für die Bemessung des Streitwertes maßgebend ist und nicht der von dem Beklagten insgesamt zur Ausgleichung zu bringende Betrag (Beschluß vom 3* Oktober 1956 IV ZR 208/56)» Ebenso ist auch hier nur das Interesse des Klägers maßgebend, das sich aus der von ihm behaupteten Beteiligung am Nachlaß ergibt (so auch RG RRpfl 1936, 600s Hillach, Handbuch des Streitwertes,