BGH · IV ZR 254/58 vom 18.02.1959
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An der Ansicht, daß der Anspruch auf Entschädigung für Freiheitsentziehung, sobald er im Brbgang auf eine, der in § 46 Abs. 2 BEGr genannten Personen Ubergegangen ist, unbesohränkt weiter vererblich ist, wird festgehalten. hat der IV, Zivilsenat des Bundesgerichtshofs auf die mündliche Verhandlung vom 11, Februar 1959 unter Mitwirkung der Bundesrichter Baske, Johannsen, Br* -.y. Werner, Wustenberg und Br Loewenheim für Recht erkannt: Bas beklagte Land hat die Kosten des Rechtsstreits zu tragen, öerichtsgebühren und Auslagen werden nicht erhoben. Das Berufungsgericht hat sich mit seiner Entscheidung in Widerspruch zu dem Rechtsstandpunkt gestellt, den der erkennende Senat in seinem in BI EEG § 46 Kr. 3 = RzW 57 . Es ist der Ansicht, daß der Anspruch auf Entschädigung wegen Freiheitsentziehung im Wege der Erbfolge vor seiner Festsetzung oder der rechtskräftigen gerichtlichen Entscheidung über ihn nur auf den Ehegatten, die Kinder, Enkel oder Eltern des Verfolgten übergehen könne,* daß er auch dann nicht, wenn er auf eine dieser Personen übergegan-gen sei, frei vererblich sei. Sie führe in besonders liegenden Fällen zu unbilligen Ergebnissen, § 46 BEG habe öen Kreis der Personen, auf den der Anspruch .wegen Ent* Schädigung für Freiheitsentziehung ubergehen könne, gegenüber § 17 Abs. 2 Satz 2 BErgG nicht erweitern sollen, und schließlich wird auf die Fassung des § 46 Abs. 2, "wenn* der Verfolgte . Es würde dann oft von der Arbeitsweise der Entschädigungsbehörden, ob diese schnell oder säumig arbeiten, abhängen,' wer in den Genuß der Entschädigungsleistung kommtDas vom Berufungsgericht und von Brunn mißbilligte Ergebnis würde in den angeführten Fällen, wenn die Entschädigungsbehörde entsprechend schnell gearbeitet und den Anspruch vor dem tPode des Berechtigten festgesetzt hätte, ebenso eintreten» Es wäre sicherlich Daraus, daß in einem Erläuterungsbuch, dem von Becker/^uber/Küster, in § 17 An. 9 und 22 zu dieser Bestimmung die vom Berufungsgericht vertretene Ansicht niedergelegt ist und daß der Gesetzgeber im § 46 BEG keine ausdrücklich abweichende Begelung getroffen hat, folgt nicht, daß der Gesetzgeber damit die von Becker/Suber/ Küster vertretene Ansicht billigen und auch für § 46 BBG gelten lassen wollte, zu demal ein anderes'Brläuterungsbuch, Biesein/ Wilden, die Frage in den Erläuterungen zu § 17 BErgG nicht erörtert hst, Rückschlüsse auf bestimmte Vorstellungen des Gesetzgebers wären nur möglich, wenn sich zu § 17 BErjgG' in dieser Frage eine vom Bundesgerichtshof gebilligte feste Rechtsprechung herausgebildet hatte« Das ist aber nieht geschehen. I Der Wortlaut des § 46 Abs. 2 BBG: "wenn der Verfolgte jbeerbt wird” spricht allein für die vom erkennenden Senat ver-*tretene Ansicht, Gerade dann, wenn das Gesetz es, wie Brunn aaO ausführt, darauf abstellen würde, wer im Zeitpunkt der Entscheidung über den Anspruch diesen geltend macht, hätte es heißen müssen: «beerbt worden ist«; denn entweder wird der Anspruch von dem Verfolgten selbst geltend gemacht oder von einer Person,, die den Verfolgten beerbt hat, von der der Verfolgte beerbt worden ist. Baß im Gesetz die Passung ”bgerbt wird" gewählt worden ißt, ergibt; daß nur eine Bestimmung darüber getroffen werden sollte, unter welchen Voraussetzungen der Anspruch beim Tode des Verfolgten vererblich sein soll. Er ist es dann, wenn der Verfolgte bei seinem Tode von einer der im § 46 Abs. 2 genannten Personen beerbt wird. Ist der Anspruch im Wege des Erbgangs auf eine dieser Personen übergegangen, dann ist er, da das Gesetz keine gegenteilige, eine wel feere Beschränkung der Vererblichkeit anordnend^ Bestimmung enthalt, wie der Senat in dem LM BEG § 46 Kr*- 5 ver-I öffentliehten Urteil ausgeführt hat,‘uneingeschränkt weiter ■vererblich. Ba die weiteren Voraussetzungen für' den geltend gemachten Anspruch gegeben sind, war das beklagte Band mit der Kostenfolge aus § 91 ZPO, § 225 BEG nach dem Antrag der Klägerin zu verurteilen.