BGH · IV ZR 253/62 vom 03.02.1963
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BEG § 41; 2„ DV-BEG § 23 Bei Festsetzung der Hinterbliebenenbezüge gemäß § 41 BEG ist für die Bewertung des Durchschnittseinkommens # des verstorbenen Verfolgten in den letzten drei Jahren vor seinem Tode zwecks Einreihung^ in eine vergleichbare Beamtengruppe nicht nur die Anlage 2 zur 1« DV-BEG* sondern ergänzend auch die Anlage zur 2* DV-BEG maßgebend, Die Klägerin hat bei dem beklagten Land u, a„ die Gewährung einer Witwenrente beantragt und zur Begründung vorgetragen, ihr Ehemann habe sich durch die Verfolgung erhebliche Gesundheitsschäden zugezogen, an deren Folgen er frühzeitig verstorben sei, Das beklagte Land hat der Klägerin mit Bescheid vom 24o Februar 1961 eine Hinterbliebenenrente zuerkannt und bei Festsetzung der Rentenbeträge den Erblasser in die vergleichbare Beamtengruppe des mittleren Dienstes eingestuft« Gegen diesen Bescheid richtet sich die Klage, Die Klägerin hat geltend gemacht, das beklagte Land sei bei der Einstufung zu Unrecht von ’den Einnahmen ihres verstorbenen Ehemannes in den letzten drei Jahren vor Beginn der Verfolgung ausgegangen, in denen sein Einkommen umge-rochnet 4 000 bis 4 500 RM jährlich betragen habe, Ifach § 18 BEG komme es bei der Einstufung grundsätzlich nur auf die Einnahmen in den letzten drei Jahren vor dem Tode an« In der somit für die Einstufung maßgeblichen Zeit von 1955 bis 1957 habe ihr verstorbener Ehemann ein Einkommen von umge-rochnet 12 782 DM gehabt. Auch seihe soziale Stellung rechtfertige eine derartige Einstufung, Die Klägerin hat beantragt, das beklagte Land zu verurteilen, ihr eine Witwen-rente zu zahlen, und zwar für die Zeit vom 1, Februar 1956 bis 31o Hai i960 in Höhe von monatlich 582,70 DM, vom 1, Juni I960 bis 31 * Dezember I960 in Höhe von monatlich 617,70 DM und ab 1, Januar 1961 in Hohe von monatlich 661 DM, Es hat geltend gemacht, bei der Einstufung in den Fällen des § 41 BEG- müsse von den Einnahmen in den letzten drei Jahren vor Beginn der Verfolgung ausgegangen werden» Die Einnahmen des Erblassers in den Jahren 1938 bis 1941 recht- ■ Das Landgericht hat das beklagte Land mit Wirkung ab Io März 1958 gemäß dem Klageantrag verurteilt und die Klage insoweit abgewiesen, als die Klägerin schon für Februar 1958 Zahlung einer Witwenrente begehrt hat0 das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage insoweit abzuvjeisen, als hierdurch der Klägerin eine Witwenrente von mehr als 237 UH für die Zeit vom 1» März 1958 bis 31« Mai I960, von mehr als 253 UM für die Zeit ab 10 Januar I960 bis 31. Das Oberlandesgericht hat das landgerichtliche Urteil geändert und das beklagte Land, unter Abweisung der Klage im übrigen, verurteilt, an die Klägerin unter Anrechnung der auf Grund des Bescheides vom 24* Februar 1961 geleisteten Zahlungen folgende monatliche Hinterbliebenenrente zu zahlen: DV-BEG ’ bestimmt sich die Einstufung des Verfolgten* unter Mitberücksichtigung seiner sozialen Stellung* nach seinem Durchschnittseinkommen in den letzten drei Jahren vor seinem Tod oder* wenn dies für ihn günstiger ist* nach seinem Durchschnittseinkommen in den letzten drei Jahren vor Beginn der Verfolgung* die zu seinem Tode geführt hat. DV-BEG wegen seines eigenen Gesundheitsschaaens nach seinen Einnahmen in den letzten drei Jahren vor Beginn der Verfolgung in eine Beamtengruppe einzustufen, seinen Hinterbliebenen dagegen unter Umständen bei erhöhten Bezügen nach Abschluß der Verfolgung eine höhere Einstufung zuzugestehen, Entgegen der Auffassung der Revision ist dem Ober-lanöesgcricht aber suzustimmen, wenn es sich gleichwohl außerstande gesehen hat, in den Fällen des § 41 BEG, wenn der Tod dos Verfolgten erst nach 1951 eingetreten ist, grundsätzlich von den Einnahmen vor Beginn der Verfolgung auszu-gehen«, Denn nach dem klaren Wortlaut der §§18 BEG, 11 der I * 'DV-BEG ist bei der Einstufung des Verfolgten grundsätzlich von den Einnahmen in den letzten drei Jahren vor seinem Tode und nur, wenn das für ihn günstiger ist, von denjenigen in den letzten drei Jahren vor Beginn der Verfolgung auszugehen0 Wie vom erkennenden Senat bereits in seinem Urteil vom 25c, Oktober 1957 - IV ZR 214/57 - (insoweit nicht veröffentlicht in Ul Nro 1 zu § 1t der 1• DV-BEG * RzW 1958, 79 Nr, 38) ausgesprochen, kommt es nach allgemeinen Schadens ersatzgrund-sätson, deren Anwendung auf Grund des § 9 BEG auch im Ent-ochädigungcrccht geboten ist, bei Schaden am Beben grundsätzlich auf die Verhältnisse an, die im Zeitpunkt des Todes dos Verfolgten bestanden haben. Die von der Klägerin einmal angeregte Einstufung eines nach 195t verstorbenen Verfolgten an Hand der Tabellensätse der Anlage 1 zur Io DV-BEG hat das Oberlandesgericht zutreffend mit der Erwägung abgelohnt5 da hier die Unterteilung der vergleichbaren Beamtonbczüge nach Lebensaltersstufen fehle, könne bei Anwendung dieser Tabellenoätze nicht berücksichtigt werden, ob der Verfolgte ein bestimmtes Einkommen bereits in jungen Jahren oder erst in fortgeschrittenem Alter erzielt habe; auch sei die Anlage 2 zur 1c DV-BEG durch die 20 ÄndVO vom 25o Februar I960 (BGBl I, 130) gerade bewußt zur Beseitigung der aufgetretenen Binstufüngsschwierigkeiten eingefügt und damit die Anwendung der Anlage 1 zur 1« DV-BEG ausgeschlossen. ÄndVO nicht berücksichtigt hat, daß die Tabellensätze der neu eingeführten Anlage 2 zur 1p DV-BEG nicht nur in den Fällen des § 18 BEG, sondern auch in denjenigen des § 41 BEG, und zwar auch dann anwendbar sind, wenn der Verfolgte erst nach Abschluß der Verfolgurig gestorben ist« Die - im Anschluß an die Ausführungen von Putz (RzW 1962, 343 f) geäußerte - Auffassung der Revision, diese Lücke sei durch Heranziehung der Anlage 4 zur 3. DV-BSG das Ansteigen der Bcamten-gehälter nach 1951 bexücksichtigteno Deshalb sei es geboten, in den Fällen, in denen der Verfolgte nach 1951 verstorben und daher sein nach dieser Zeit erzieltes Einkommen für die Einstufung maßgebend sei, diese Einnahmen mit den entsprechenden Tabellensätzen der Anlage zur 20 EV-BEG zu vergleichen, Bern Oberlandesgericht ist zuzustimmen, wenn es zu den Schlüsse kommt, nur so erscheine es möglich, ein angemessenes Ergebnis zu erzielen; denn nur die wirtschaftlichen Verhältnisse des verstorbenen Verfolgten zur Zeit seines Todes charakterisieren den Schaden, den die Hinterbliebenen wirklich erlitten haben.