BGH · IV ZR 253/55 vom 21.03.1956
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Tatbestands Der Kaufmann ein früherer Angestellter der Klägerin, hat im Jahre 1951 mit dem Beklagten einen Vertrag über die Lieferung von drei Dieselmotoren geschlossen» Die einen dinglichen Arrest wegen einer ihr angeblich gegen diesen zustehenden Schadensersatzforderung in Höhe von 50 000 DM* Auf Grund dieses Arrestes hat sie durch den Pfändungsbeschluß des Amtsgerichts in Sin2ig vom 12*Dezem~ Wehrmachtsbeständen) und insbesondere auch insoweit Motore und Fahrzeuge in Vollmacht des Schuldners von Herrn A„P» de J^^in Sao Paolo bestellt oder bezahlt worden sind, gepfändet» In dem Beschluß ist weiter angeordnet« daß der Beklagte die genannten Gegenstände an einen Gerichtsvollzieher herauszugeben habe» Entgegen dem in dem Pfändungsbeschluß ausgesprochenen Verbot hat der Beklagte den Anspruch auf Lieferung von zwei Motoren erfüllt und diese an ceinen von bezeichneten Empfangsberechtigten gegen Zahlung des Kaufpreises geliefert» Die Klägerin hat im ersten Rechtszug beantragt, lo den Beklagten zu verurteilen, drei Dieselmotoren von je ca* 100 PS sowie ein Chassis und drei Fahrgestelle aus früheren Wehrmachtsbeständen an den Gerichtsvollzieher' als Sequester herauszugeben, hilfsweise Zug um Zug gegen Zahlung noch offenstehender Beträge, Er hat behauptet, habe seine Ansprüche auf Lieferung der Motoren bereits im Oktober 1951 an einen An?« de abgetreten«, Dieser habe auch 18 000 DM auf den Kaufpreis gezahlt„ Bevor er, der Beklagte, die zwei Motoren geliefert habe, sei die Kaufpreisschuld noch nicht voll bezahlt gewesen« Sie habe noch 17 000 DM betragen«, Einen Vertrag über die Lieferung eines Chassis und von Fahrgestellen habe er nie mit geschlos- noch beantragt, die Berufung des Beklagten mit der Maßgabe zurückzuweisen, daß der Beklagte verurteilt wird, einen Dieselmotor von ca* 100 PS an den zuständigen Gerichtsvollzieher als Sequester herauszugeben und einen Betrag, von 6 333,33 DM zu hinterlegen« Das Berufungsgericht hat nach dem Antrag der Klägerin erkannt» Gegen dieses Urteil richtet sich die Revision des Beklagten, mit der er seinen auf Klagabwei-sung gerichteten Antrag weiterverfolgt» Die Klägerin bittet, die Revision zurückzuweisen» Das Berufungsgericht hat rechtlich zutreffend als feststehend angenommen, daß zwischen dem Beklagten und Westenberg ein Vertrag auf Lieferung von drei Diesel- ' motoren zustande gekommen ist» Der Anspruch des Westenberg auf.Lieferung dieser Motoren ist für die Klägerin gepfändet worden» Das Berufungsgericht hat weiter ausgeführt, der Beklagte müsse beweisen, daß seinen Anspruch schon vor der Pfändung an einen Dritten abgetreten habe, und daß dieser Beweis vom Beklagten nicht geführt worden sei* Der Beklagte müsse daher« soweit dies noch möglich sei, dem in dem PfändungsbeSchluß enthaltenen Gebot nach-kommen und, soweit er ihm zuwider zwei Motoren an die von bezeichnete Person geliefert habe, der Klägerin Schadensersatz leisten« ten auf Lieferung und Herausgabe von Sachen gepfändet und weiter angeordnet worden, daß die zu liefernden und herauszugebenden Sachen an den Gerichtsvollzieher abzuliefern seiene Dieser Beschluß gibt der Klägerin das Recht, die angebliche Forderung des Westenberg in dem Umfang geltend zu machen, in dem er in dem PfändungsbeSchluß ausgesprochen ist0 Es ist eine Eigenart der Zwangsvollstreckung in Forderungen« daß der Pfandgläubiger diese Befugnis allein durch den Staatsakt der Pfändung ohne Rücksicht darauf erlangt, ob die gepfändete Forderung tatsächlich besteht« Von dem Bestehen des Anspruchs hängt allein ab* ob die Klage begründet ist* Es kann dahingestellt bleiben, ob auch dann, wenn die Klägerin den Erwerb eines Pfandrechts an den Forderungen des Oftnachweisen müßte, der Beklagte und Drittschuldner zu beweisen hätte, daß das Pfandrecht nicht entstanden sei, weil der Schuldner seine Forderung bereits vor der Pfändung an eine andere Person abgetreten hatte (so Stein-Jonas-Schönke ZPO 18* Aufl § 829 Anm V 1 bei Kote 63 und Darmstadt OLG 4> 144)« Da die Klägerin der Sache nach nur die Forderungen ihres Schuldners W^pK^ geltend macht, braucht sie nur zu beweisen, daß der Anspruch für diesen einmal entstanden ist© Wenn der Beklagte demgegenüber einwendet, daß der Anspruch entweder überhaupt, SoBo durch Verzicht oder Zahlung, oder doch für* diesen Gläubiger erloschen sei, z*B* dadurch, daß er ihn abgetreten habe, muß er diese das Recht des Gläubigers vernichtenden Tatsachen beweisen* Das Berufungsgericht hat daher zutreffend angenommen, daß der Beklagte beweisen muß, daß wQ/t/EKb seinen Anspruch* auf Lieferung der Motoren schon vor der Pfändung an einen Dritten abgetreten habe* Die Revision irrt mit ihrer Annahme, daß außer dem Schreiben A«p0 de J^I^ vom 3, Oktober 1951 noch ein Schreiben vom 10o Oktober 1951 vorhanden sei« Das erstgenannte Schreiben ist am 10* Oktober 1951 bei dem Beklagten eingegangen und enthält daher beide Daten« Das Berufungsgericht hat auch bei der Beweiswürdigung die Grenzen des ihm nach § 286 ZPO eingeräumten Ermessens nicht überschritten«