BGH · IV ZR 248/65 vom 09.07.1965
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Schon in den Jahren vor der Trennung habe die unverträgliche und streitsüchtige Beklagte die Ehe durch ihr Verhalten zerrüttet. Sic hat dio Behauptungen dos Klägers bestritten und vorgetragen, die Ehe sei mit Ausnahme eines vom Kläger im Jahre 1950 begangenen Ehebruchs harmonisch verlaufen, bis der Kläger sich im Jahre 1958 der Sekretärin V/aver zugewandt Ünd zu ihr ehebrecherische Beziehungen unterhalten habe. Er hat ergänzend vorgetragen, die Beklagte habe sich vor der Trennung von seinem Angestellten K^|HH)nach Bad Homburg fahren lassen wollen* Lies habe ihm damals Hüttclic selbst zugegeben* Schließlich müsse nach den Umständen davon ausgegangen werden, daß die Beklagte auch zu dem Kaufmann ehewidrige Beziehungen unterhalten habe* Lie Beklagte hat die Zurückweisung der Berufung beantragt* Sie hat der Scheidung aus § 48 EheG widersprochen und vorgetragen, sie sei nach wie vor bereit, die eheliche Gemeinschaft mit dem Kläger wieder aufzunehmen, wenn dieser seine Beziehungen zu einer anderen Frau endgültig aufgebe* Io Das Berufungsurteil f; in dem die Revision nicht zugclasocn ist, unterliegt gemäß § 547 Abo. 1 ZPO nur insoweit der Anfechtung durch die Revision und der Nachprüfung durch das Revisionsgericht, als es sich um die Fra|je handelt, ob der von der Beklagten gegen die Scheidung erhobene Widerspruch zu beachten ist« Diese Nachprüfung umfaßt auch die Frage, ob die unheilbare Ehezerrüttung von dem die Scheidung begehrenden Ehegatten ganz oder überwiegend verschuldet worden ist (Urteil des Senats BGHZ 38, 116)„ Folgezeit entweder sein Verhältnis zu Waver noch einige Zeit aufrecht erhalten oder "bereite die nunmehr noch "bestehenden intimen Beziehungen zu der Lehrerin Scflfe 4M auf genommene So hahe die Hausfrau Kt^^, dio bis 1959 hei der Beklagten als Putzfrau gewesen sei, bekundet, die Beklagte habe in dor letzten Zeit oft geweint und ihr erzählt, der Kläger sei wieder in Köln bei einer anderen Frau gewesen; die Bcklagto habe ihr auch einmal eine mit weißen Flecken beschmutzte Hose gezeigte Bor Kläger habe es ferner nach der Bekundung einer Schwester der Beklagten, der Zeugin io November 1958 abgc- Der Kläger könne sich auch nicht darauf berufen, daß die Beklagte das Adoptivkind vernachlässigt habe. Nach den Ergebnis der Beweisaufnahme sei unklar geblieben, ob das angeblich gestörte Verhältnis zwischen der Beklagten und dem Adoptivkind auf einer schuldhaft falschen Erziehung beruhe oder in der persönlichen Veranlagung dos Kindes seinen Grund gehabt habe. Mai 1965 vom Kläger aufgestellte Behauptung, die Beklagte habe sich von Hü^fl^^nach Bad Homburg fahren lassen wollen, sei gemäß §§ 626, 529 Abs. 2 ZPO verspätet. Pie in demselben Schriftsatz aufgeotcllte weitere neue Behauptung, es inüsso angenommen werden, daß die Beklagte auch zu chcwidrigc Beziehungen unterhalten habe, könne ebenfalls nicht zu einer Beweisaufnahme führen» Denn eine Beweiserhebung hierüber wäre ein unzulässiger Ausforchungsbcwoiso Die v/citoro Behauptung des Klägers, die Beklagte sei unverträglich gewesen, sei zu allgemein gehalten, um Grundlage einer Beweisaufnahme sein zu können» Bio weiteren Vorwürfe des Klägers, die Beklagte habe vor den Adoptivkind erklärt, er gehe fremd, und, er habe eine Braut, und, sie habe ihn mit den Ausdrücken MWirtcchoftcwundcrknabc,, und ,,Scxualprotzu beschimpft, seien gemäß § 43 Satz 2 EheG unerheblich» Benn insoweit erscheine das Scheidungsbegchren des Klägers angesichts der Häufung und der langen Bauer zu demindest seines nunmehr bestehenden ehebrecherischen Verhältnisses als sittlich nicht gerechtfertigte Aus dem gleichen Grunde könne der Kläger sein Schcidimgsbcgehren nicht darauf stützen, daß die Beklagte der Zeugin KüflBI von seinen Besuchen bei anderen Frauen erzählt und ihr einmal eine mit Sancnflocken beschmutzte Hose vorgev/iesen habe» Bie Beklagte sei zwar verpflichtet gewesen, ihren Kummer nicht vor dem Bienstpersonal zu offenbaren» Es dürften jedoch an das Beherrschungovermögen einer immer wieder von neuem durch Ehebrüche des Mannes verletzten Frau keine übermäßigen Anforderungen gestellt werdeno Bie Abweisung der Klage, soweit diese auf § 48 EheG gestützt ist, hat das Berufungsgericht mit folgenden Erwägungen begründet? Zwar sei die häusliche Gemeinschaft der Parteien seit fast 6 Jahren aufgehoben» Auch sei die Ehe tiefgreifend und unheilbar zerrüttet, weil sich zu demindest der Kläger von der Beklagten endgültig losgesagt habe, so daß mit einer erneuten Hinwendung zur Der Senat hat im Urteil DM Nr» 5 zu § 53 EheG die Frage, oh auf dao Hecht, einer Scheidung nach § AB Abs» 2 EheG zu widersprechen, rechtcwirkoan verzichtet werden kann, offen gelassen» Diese Frage bedarf auch hier keiner Entscheidung«, Nach dem dom vorery/ähnten Urteil zugrundeliegend eia Sachverhalt hatten die Parteien in einem während des landgerichtlichen Verfahrens geschlossenen Auscinandercetzungsvortrag beiderseits vereinbart, daß ein Widerspruch gegen dao Schci-dungobegehren nicht erhoben werde» Hier dagegen hat sich der Kläger in beiden Tatsacheninstanzen nicht auf einen solchen, im Woge der Vereinbarung getroffenen Verzicht berufen» Einen derartigen Verzicht mußte das Berufungsgericht auch nicht dem Inhalt der beiden vorgologtcn Schreiben entnehmen»- Im Schreiben vom 8» Februar 1961 hat der Vertreter der Klägerin, Rechtsanwalt Dr» Cg| dem Vertreter des Klägers, Rcchtsanv/alt RIS,, mitgeteilt, er gehe von der Annahme aus, daß der Kläger nach wie vor die Scheidung der Ehe wünsche, und daß die Grundsüge des ihm in dreierlei verschiedenen Entwürfen vorliegenden Vertrages unverändert bestehen bleiben könnten» Zugleich ist aber im Schreiben darauf hinge-wieoen, daß sich die Parteien über einige Punkto noch nicht einig waren» Schließlich ist eine umgehende Stellungnahme zu dem Schreiben erbeten, damit endlich die Klage cingcrcicht und die Ehesache zu dem Abschluß gebracht worden könne» Im weiteren Schreiben vom 2» März 1961 hat Rechtsanwalt Dr» C4IBdem Vertreter des Klägers mitgeteilt, daß die Ehescheidungsklage erhoben werden und die Ehescheidung einverständlich durchgeführt worden solle» Zugleich hat er aber ausgeführt, seines Erachtens bedürfe es nicht einer langatmigen neuen Formulierung der endgültigen Vortrogsregelung, die noch offenen Punkte müßten nur gegenseitig bestätigt werden; er coi einverstanden, daß die Urkunde vor einem dortigen Notar protokolliert werde* Aus dem Gcoamtinhalt der beiden Schreiben ist somit ersichtlich, daß eine alle streitigen Punkto umfassende Soheidungsvoreinbarung zwischen den Parteien nicht zustande gekommen und damit auch ein Verzicht auf das Widcrspruchorecht nicht vereinbart worden ist* Zudem hat sich der Kläger selbst nicht auf einen solchen Verzicht berufen* In den vom Vertreter der Beklagten abgegebenen Äußerungen kann daher nur eine Erklärung der Beklagten, sich scheiden lassen, die Ehe also nicht fortoetzen zu wollen, gcseheia worden* Eine solche einseitige Erklärung hat aber nach der Rechtsprechung des Senats (LI1 Nr* 71 zu § 48 Abs* 2 EheG) keine Bindungswirkung und kann jederzeit widerrufen werden* c) Dagegen halten die Erwägungen, mit denen das Berufungsgericht das alleinige oder doch überwiegende Verschulden des Klägers an der Zerrüttung der Ehe festge-ctellt hat, den von der Revision erhobenen Angriffen nicht stand. Es hat im angefochtenen Urteil das Verhalten der Beklagten unter dem Gesichtspunkt, ob sich diese einer schworen Eheverfehlung in Sinne dos § 43 EheG schuldig gemacht hat, untersucht und auf diese Erörterungen bei der nach § 48 Abs. 2 EheG gebotenen Schuldabwägurg Bezug genommen* Es hat somit auf einzelne, unter dem Gesichtspunkt des § 43 EheG gewürdigte Vorfälle abgestellt, dagegen keine Gesamtwürdigung vorgenomnen, Dabei hat es auch den Zeitpunkt, in dem die Ehczerrüttüng unheilbar geworden ist, nicht festgestollt* Eine solche Feststellung wäre hier aber schon im Hinblick auf die Darstellung des Klägers über das Verhalten der Beklagten und dessen Ursächlichkeit für die cingetrctenc Ehezerrüttung geboten gewesen * Auch hat es, wie die Revision rügt, nicht das gesamte Vorbringen des Klägers berücksichtigt* Auch war das Berufungsgericht nicht gehalten, der Frage nachzugehen, ob sich die Beklagte der vom Kläger ins Auge gefaßten Adoption zunächst widersetzt hatte* Die Beklagte hat ja den AdoptionOVertrag mit abgeschlossen, ist also dem Wunsche des Klägers nachgekommen«, Hach Abschluß des Adoptionsvortragcs haben die Parteien noch viele Jahre lang in ehelicher Gemeinschaft gelebt. Unter diesen Umständen mußte das Berufungsgericht der Frage, ob die Beklagte durch ihr nach der Darstellung des Klagers zunächst ablehnendes Verhalten mit zur Zerrüttung der Ehe beigetragen hat, nicht nachgehen* Dagegen rügt die Revision m it Recht, das Berufungsgericht habe unter Verletzung des § 286 ZPO die das Verhalten der Beklagten gegenüber dem Kinde betreffenden Behauptungen des Klägers nicht berücksichtigt* Das Berufungs- goricht hat dieses Verhalten nicht als schwere Ehever-fchlung angesehen, weil die Prago einer schuldhaft falschen Erziehung dc3 Kindes durch die Beklagte nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme ungeklärt geblieben soi« Entgegen der Meinung der Revision kann zwar nicht gesagt werden, daß das Berufungsgericht damit die Bewcislast verkannt habe«, Denn der Beklagten können Ehcvcrfehlungen nur dann angelastet werden, wenn sie bewiesen sind» Jedoch rügt die Revision mit Recht, das Berufungsgericht habe die Behauptungen des Klägers, die Beklagte habe das Adoptivkind von Anfang an vernachlässigt und lieblos behandelt, der Kläger habe vergeblich versucht, dieses Verhalten abzustellen, schließlich habe die Beklagte damit gedroht, entweder müsse das Kind weg oder sie gehe selbst aus dem Hause, nicht berücksichtigt und die für diese Behauptungen angctrctcncn Beweise (Schriftsatz vom 30« Juni 1964, Bl« 266, 268 GA; von 24« November 1964, Bl«, 299 GA, und vom 28„ 1501,1965, Die Revision rügt weiter mit Recht, das Berufungsgericht habe das im Schriftsatz des Klägers vom 28« Mai 1965 (Bl« 337 ff GA) zur Behauptung des ehewidrigen Verhaltens der Beklagten gegenüber dem Zeugen enthaltene Beweisengebot nicht als verspätet zurück-weisen dürfen« Bas Berufungsgericht hat nicht beachtet, daß es die Zeugen und die Beklagte gemäß § 272 b ZPO zu dem Verhandlungstermin vom 18« Juni 1965 noch rechtzeitig hätte laden können, da der vorerwähnte Schriftsatz am ! Soweit die Revision in gleicher Weise auch die Zurückweisung des das Verhalten der Beklagten gegenüber den Zeugen betreffenden Vorbringens des Klägers rügt, übersieht sic, daß das Berufungsgericht insoweit von einer Beweiserhebung deshalb Abstand genommen hat, weil cs sich dabei um einen unzulässigen Ausforcchungs-beweis gehandelt haben würde» Dies ist rechtlich nicht zu beanstanden, da der Kläger in dieser Richtung keine bestimmte Behauptung aufgestellt, sondern lediglich auf Grund einer früheren Bekundung des Zeugen eine nach den Erwägungen des Berufungsgerichts grundlose Vermutung geäußert hatte» Die Revision hat aber in dieser Richtung keinen verfahrcnsrechtlichen Angriff erhoben» Trotz der wicdorholten schweren Treubrüche dcs Klägers läßt sich nicht von vornherein die Möglichkeit auscchlicßcn, daß das Berufungsgericht bei der gebotenen Gosamtvmrdigung des Verhaltens der Beklagten zu einer anderen Beurteilung der Frage, ob der Kläger die Zerrüttung der Ehe ganz oder überwiegend verschuldet hat, gekommen wäre» In diese Gesaiatwürdigung sind neben den nach den vorstehenden Erörterungen rcchtsfchlerhaft übergangenen Behauptungen des Klägers auch die vom Berufungsgericht als richtig unterstellten weiteren gegen die Beklagte erhöhenden Vorwürfe, sic habe ihn mit den Ausdrücken "Y/irt-schaftcwunderknabo" und MSexualprotzH beschimpft und vor dem Adoptivkind erklärt, er gehe fremd und or habe eine Braut, einzubeziehen» d) Auch die Ausführungen des Berufungsgerichts zur Präge der Bindung der Beklagten an die Ehe halten der rechtlichen Überprüfung nicht stando Der der Scheidung widersprechende Ehegatte ist an dio Ehe gebunden, wenn in ihm trotz der Enttäuschungen und des Leides, das ihm der andere an der Zerrüttung der Ehe mindestens überwiegend schuldige Teil zugefügt hat, ein Rcstbcstand an ehelicher Gesinnung erhalten geblieben ist, der das Bewußtsein einer in gewissem Umfang noch weiter bestehenden Mitverantwortung für das Schicksal des Ehepartners hat bestehen lassen und der es bewirkt, daß in ihm die Möglichkeit einer inneren Wiodorbegegnung mit dem Ehepartner erhalten geblieben ist. Diesen Grundsätzen ist das Berufungsgericht nicht gerecht geworden» Es hat zunächst die Behauptung des Klägers nicht berücksichtigt, die Beklagte habe ihn vor die Wahl gestellt, entweder sic oder den Adoptivsohn zu behalten» Ec hat ferner außer acht gelassen, daß die Beklagte die Trennung herbeigeführt hat» Sic war zwar zu diesen Schritt angesichts der vom Berufungsgericht fcctgcstolltcn Verfehlungen dos Klägers berechtigt, so daß ihr hieraus kein Schuldvorwurf //gemacht worden kann» Dies erübrigt jedoch nicht eine Prüfung der Präge, ob nicht dieses Verhalten der Beklagten gegen ihre Bindung an die Ehe spricht» Dabei wird es darauf ankommen, aus welchen Beweggründen die Beklagte die eheliche Wohnung verlassen hat, von welchen Vorstellungen sic hierbei ausgegangen ist und welches Ziel sic damit erstrebt hat» Kat sie damit gerechnet, daß ihr Schritt zu einer engeren Gestaltung der Beziehungen des Klägers mit einer anderen Frau führen würde, und hat sie diese Folgen in Kauf genommen, so kann dies gegen ihre Bindung an die Ehe sprechen» Anders wäre ihr Verhalten zu werten, wenn sie die Herbeiführung der Trennung nur als ein Mittel betrachtet hat, den Kläger zu einer Änderung seiner Haltung und Gesinnung zu veranlassen» Diese Frage bedarf sonach der tatrichterlichen Prüfung» Weiter ist das gesamte Verhalten der Beklagten in der Folgezeit zu untersuchen» Das Berufungsgericht hat seine Auffassung, daß der Beklagten die Bindung an die Ehe nicht abgcsprochcn werden könne, u»a. jedoch, wie die Revision mit Recht rügt, nicht berücksichtigt, daß die Beklagte in den späteren Schreiben vom 80 Februar 1961 und vom 2» Mars 1961 den Klüger zur Erhebung der Scheidungsklage hat auffordern und ihr Einverständnis mit der Scheidung hat erklären lassen» Biese Erklärungen sind allerdings im Rahmen der Verhandlungen über eine Schoidungsvcrcinbarung abgegeben worden» Eine zeitweise vorhandene Bereitschaft, auf eine Scheidung unter angemessenen -Und tragbaren Voraussetzungen cinzugchen, braucht der Annahme der Bindung an die Ehe nicht entgegcnzustchcn (Senatsurteile LM Nr. 55 und 71 zu § 48 Abo» 2 EheG)» Bic Erklärung einer solchen Bereitschaft hat, wie bereits dargolcgt, keine Bindungowirkung und kann jederzeit widerrufen werden» Andererseits kann aber nach der Rechtsprechung des Senats (EGEZ 58, 116) eine solche vor der Erhebung der Scheidungsklage von dem beklagten Ehegatten abgegebene Erklärung eine tatsächliche Vermutung dafür begründen, daß er sich nicht mehr an die Ehe gebunden fühlt. Bas Berufungsgericht hätte daher den Inhalt dieser beiden Schreiben erörtern und in die Gesamtwürdigung oinbeziehen müssen» Babei hätte es auch prüfen müssen, ob nicht das weitere Verhalten der Beklagten gegen ihre Bindung an die Ehe spricht» Nach seiner Unterstellung hat die Beklagte geäußert, sie wolle im Interesse vorteilhafter wirtschaftlicher Bedingungen nur so tun, als gehe sie auf eine Scheidung ein, in Wirklichkeit wolle sic sich aber nicht scheiden lassen» Es hat seine Annahme, daß hieraus das Fehlen einer sittlichen Bindung der Beklagten an das Eheband nicht horgelcitct werden könne, mit der Erwägung begründet, der Widerspruch sei auch dann beachtlich, wenn das Festhalten an der Ehe mit aus wirtschaftlichen Erwägungen erfolge» Babei hat jedoch das Borufungs^orlcht nicht beachtet, daß es sehr wohl gegen eine^c/c/ctliche wenn dieser Ehegatte dem klagenden Ehoteil eine Schcidungc-bereitGchaft vortäuscht, nur um sich günstige wirtschaftliche Bedingungen für ein weiteres Gctrenntlcben zu verschaffen 0 Ein solches Verhalten kann darauf hindeuten, daß die Beklagte planmäßig die weiteren Voraussetzungen für die Aufrcchtcrhal-tung der von ihr selbst herbeigeführten Trennung sieh zu sichern bestrebt war und damit auch ihrerseits diese Trennung als endßüktig betrachtete»