BGH · IV ZR 234/59 vom 16.12.1959
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BEO § 210 Der Antragsteller, der Kapitalentschädigung und Rente als Hinterbliebener, berechnet nach den Bezügen eines vergleichbaren Beamten des mittleren Dienstes, begehrt hat, ist, wenn diesem Verlangen durch den Bescheid der Entschädigungsbehörde voll entsprochen worden ist, nicht berechtigt, wegen dieses Schadens mit einer Klage gegen das Land höhere Ansprüche geltend zu machen. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs auf die mündliche Verhandlung vom 11o Dezember 1959 unter Mitwirkung des Senatspräsidenten Ascher und der Bundesrichter Johannsen, Wüstenberg, Wilden und Dr« Boewenheim für Recht erkannt? Auf ihre Rückfrage wurde ihr mitgeteilt, daß der Verfolgte bei wohlwollender Beurteilung mit einem Beamten des mittleren Dien-, stes zu vergleichen sei* In einem Schreiben vom 3® Juli 1956 erklärte die Klägerin sich vergleichsweise bereit, sich mit einer Kapitalabfindung von 12*000 DM für die Zeit bis zu dem 31* Oktober 1953 als endgültige Abfindung für Schaden am Leben ihres Ehemanns unter der Voraussetzung zu begnügen, daß gleichzeitig die Einstufung in die Klasse des mittleren Beamtendienstes endgültig vorgenommen werde* Nachdem die Entschädigungsbehörde einverstanden war, einen entsprechenden Vergleich zu.schließen, hat die Klägerin mit Schreiben vom )3* Februar 1957 erklärt, daß sie nach der Neufassung der 1* DV-BEG den Vergleich nicht mehr als angemessen ansehe* April 1957 der Klägerin unter Einstufung ihres verstorbenen Ehemannes in die vergleichbare Beamtengruppe des mittleren Dienstes eine Kapitalentschädigung in Höhe von 15»800 DM sowie eine monatliche Rente von 200 DM vom 1» November 1953 bis 31- Dezember 1955 und in Höhe von 207 DM für die Zeit ab 1. Gegen diesen Bescheid hat die Klägerin Klage erhoben und geltend gemacht, ihr verstorbener Ehemann müsse in die vergleichbare Beamtengruppe des höheren Dienstes eingestuft werden« Er habe sich zwar während der Jahre der Weltwirtschaft^ krise in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage befunden und A wenig verdient, sei aber nach 1933 durch völlige Umstellung seiner betrieblichen Organisation wieder zu Einkünften von ca, 12«000 RM jährlich gekommen« Rach § 210 BEG können Antragsteller gegen das Land nur Klage erheben, soweit der geltend gemachte Anspruch durch den Be-scheid4der Entschädigungsbehörde abgelehnt worden ist. Deswegen nötigt das Gesetz den Antragsteller, seinen Anspruch zunächst in solcher Weise vor der Entschädigungsbehörde geltend zu machen, daß diese auch erkennen kann, in welchem Umfang das geschehen soll, Nur dann kann die Entschädigungsbehörde den Anspruch so prüfen, wie es ihre Aufgabe ist und einen Bescheid erteilen, aus dem ersichtlich ist, ob sie dem Anspruch ganz oder nur teilweise entsprochen hat« Deswegen soll der Antrag nach §190 BEG diejenigen Angaben enthalten, aus denen die Entschädigungsbehörde entnehmen kann, in welchem Umfang Ansprüche geltend gemacht werden*-Palls der Antrag dieses nicht erkennen läßt, ist die Entschädigungsbehörde genötigt, es durch Rückfragen zu ermitteln* Auf Grund dieser Angaben, die der Antragsteller über Grund und Höhe seines Anspruchs gemacht hat, ist, wenn dieses nicht ohne weiteres aus dem Bescheid hervorgeht, festzusteilen, ob die Entschädigungsbehörde den Anspruch in vollem Umfang zuerkannt oder ob sie ihn teilweise abgelehnt hat. In dem hier vorliegenden Yerfahren hat die Klägerin vor der Entschädigungsbehörde' keinerlei Tatsachen vorgebracht, auf Grund deren die ihr zustehende Rente und Kapitalentschädigung nach den Bezügen eines Beamten einer höheren vergleichbaren Beamtengruppe als der des mittleren Dienstes berechnet werden könnte» Sie hat auch in ihren Schriftsätzen stets nur davon gesprochen, daß sie Anspruch auf die Rente und KapitalentSchädigung, berechnet nach den Bezügen eines Beamten der vergleichbaren Gruppe des mittleren Dienstes, erhebe* Damit, daß ihr die Kapitalentschädigung und die Rente, berechnet nach diesen Bezügen, durch den Bescheid der Entschädigungsbehörde zugesprochen worden ist", ist dem von ihr geltend gemachten Anspruch in vollem Umfang entsprochen worden, so daß sie nicht berechtigt ist, im Wege der Klage höhere Ansprüche zu stellen. und mußte ihr Vorbringen so verstehen, daß sie nur diejenige KapitalentSchädigung und Rente begehrte, die ihr bei Zugrundelegung der Bezüge eines vergleichbaren Beamten des mittleren Dienstes nach dem Gesetz zustehen• Diesem Antrag ist durch den Bescheid voll entsprochen worden.