BGH · IV ZR 207/69 vom 21.10.1970
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frist erhobene Nach Ansicht des Berufungsgerichts kann sich die Beklagte auch gegenüber der Klägerin auf ihre gegenüber SfllBdurch Fristablauf eingetretene Leistungsfreiheit berufen» Versicherungsnehmer eine Ausschlußfrist zur gerichtlichen Geltendmachung des abgelehnten Anspruchs auf Versicherungsschutz zu setzeno Es begründet für den Haftpflichtversicherer auch nicht die Verpflichtung, zur Wahrung seiner Rechte, die ihm auf Grund des § 3 Hr„ 6 PflVG und der §§ 138 c Abs, 4, 12 Abs«, 3 VVG gegenüber den Ersatzansprüchen eines SozialverSicherungsträgers zustehen, dem Sozialversicherungsträger eine Klagefrist setzen zu müsseno Der Haftpflichtversicherer kann sich deshalb grundsätzlich auch gegenüber dem Sozialversicherungsträger darauf berufen, gegenüber dem Versicherungsnehmer auf Grund des § 12 Abs, 3 VVG leistungsfrei geworden zu sein (vgl0 dazu das Urteil des Senats vom 3» Juni 1970 - IV ZR 181/69 VersR 1970, 735)• Nicht zu billigen ist hingegen die Rechtsauffassung des Berufungsgerichts, die Beklagte sei auch nicht verpflichtet gewesen, die Klägerin bei der Anmeldung ihres Ersatzansprüche über den Lauf, insbesondere über das Ende der dem Versicherungsnehmer gesetzen Klagefrist zu unterrichten o Der erkennende Senat hat in seinem vorerwähnten : Urteil eine dahingehende Verpflichtung des Haftpflicht^ Versicherers angenommen und näher begründet,» Auf den Inhalt der Entscheidungsgründe wird Bezug genommen, Die Auskunftspflicht des Haftpflichtversicherers über eine dem Versicherungsnehmer gesetzte? Die zu erteilende Auskunft wäre weitgehend wertlos, wenn der Haftpflichtversicherer nur den Grund für seine angenommene Leistungsfreiheit anzugeben brauchte, hingegen verschweigen könnte, ob und wann er den Versicherungsschutz nach Maßgabe des § 12 Abs, 3 VVG abgelehnt hat. Denn bei einem "kranken” Versicherungsverhältnis hat vor allem der Sozialversicherungsträger die Ansprüche der Unfallopfer 2U befriedigen; er trägt dabei in der Regel die Hauptlast, Eine so weitgehende Entlastung des Haftpflichtversicherers von seiner gesetzlichen Haftung gegenüber dem Geschädigten hat zur Voraussetzung, daß ein "krankes” Versicherungsverhältnis wirklich vorliegt, Die Auskunfts-pflicht des Haftpflichtversicherers über den Lauf der dem Versicherungsnehmer gesetzten Klagefrist ist das notwendige Korrelat zu seinem Privileg, sich nach § 12 Abs, 3 VVG endgültig ohne spätere Überprüfbarkeit des vermeintlichen Versagungsgrundes von seiner Leistungspflicht befreien und sich darauf auch gegenüber dem Sozialversicherungsträger, der die Folgen der Leistungsfreiheit zu tragen hat, berufen zu können. Im vorliegenden Fall hatte die Klägerin mit Schrei, ben vom 17« Januar 1968 die bisher entstandenen Aufwendungen der Beklagten auf gegeben und um Anerkennung ihres Ersatzanspruches gebeten„ Die Beklagte hatte darauf unter dem 31 o Januar 1968 geantwortet, daß sie ihrem Versicherungsnehmer den Versicherungsschutz entzogen habe und die Angelegenheit damit als erledigt betrachte« Mit keinem Wort hat die Beklagte erwähnt, daß sie ihrem Versicherungsnehmer eine in zehn Tagen ablaufende Klagefrist gesetzt hatte o Wegen dieser Unterlassung kann sich die Beklagte gegenüber der Klägerin nicht darauf berufen, daß sie nach § 12 Abs« 3 VVG leistungsfrei geworden ist, weil der Versicherungsnehmer den Anspruch auf die Versicherungsleistung nicht gerichtlich geltend gemacht hat« Das allein auf § 12 Abs« 3 VVG beruhende Berufungsurteil kann danach keinen Bestand haben« II o Der Ausgang des Rechtsstreites hängt davon ab, ob die Beklagte ihrem Versicherungsnehmer den Versicherungsschutz zu Recht wegen vorgenommener Gefahrerhöhung versagt hata Die Beklagte hatte die Ablehnung seinerzeit (Schreiben vom 10« August 1967) allein mit dem Inhalt der Ermittlungsakten begründet, wonach SHHB bei seiner polizeilichen Vernehmung erklärt hatte: “Ich glaube, daß nicht die gefahrene Geschwindigkeit die Unfallursache v/ar, sondern das den ganzen Winter übor schon hängenbleibende Gaspedal” 0 Zu dieser Erklärung hat das Landgericht den Versicherungsnehmer SflHMund seine Ehefrau als Zeugen gehört und den übereinstimmenden Aussagen der Eheleute geglaubt £* daß SflBseinerzeit vor der Polizei bewußt falsche Angaben gemacht hatte, weil er sich auf diese Weise von dem Vorwurf zu reichlichen Alkoholgenusses entlasten wollte» Das Landgericht hält deshalb einen Fahrzeugmangel , den die Beklagte allein der Erklärung ihres Versicherungsnehmers bei seiner polizeilichen Vernehmung entnommen hatte, und damit die Vornahme einer Gefahrerhöhung nicht für gegeben » Das Berufungsgericht hat die Entziehung des Versicherungsschutzes wegen vorgenommener Gefahrerhöhung nicht geprüfte Um die insoweit noch erforderlichen Feststellungen zu treffen, muß die Sache unter Aufhebung des Berufungsurteils zur neuen Verhandlung und Entscheidung an das Berufungsgericht zurückverwiesen werden 0