BGH · IV ZR 205/78 vom 24.01.1979
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes kann dem Antrag auf einstweilige Einstellung der Zwangsvollstreckung gemäß § 719 Abs. 2 ZPO regelmäßig nicht entsprochen werden, wenn und solange der Vollstreckungs-schuldner andere Möglichkeiten zur Abwehr der ihm drohen den Nachteile nicht genutzt hat. Hierzu wird auch die Möglichkeit gerechnet, Vollstreckungsschutz nach § 712 ZPO zu erlangen, so daß der Schuldner in Fällen der Anwendbarkeit dieser Vorschrift Vollstreckungsschutz nach § 719 Abs. 2 ZPO grundsätzlich nur erlangen kann, wenn sein Schutzantrag nach § 712 ZPO im Zeitpunkt der letzten mündlichen Verhandlung im Berufungsrechtszuge nicht zu dem Erfolg geführt hätte, weil etwa der die Einstellung oder Beschränkung der Vollstreckung rechtfertigende Nachteil noch nicht erkennbar war oder nicht glaubhaft gemacht werden konnte (BGH GRUR 1978, 726). Januar 1977, den die Rechtsanwälte des Klägers zusammen mit jener Versicherung im ersten Rechtszug bei Gericht eingereicht haben, daß der Beklagte den jetzt behaupteten Nachteil, nämlich den im Hinblick auf die Mittellosigkeit des Klägers befürchteten endgültigen Verlust eines bei ihm vollstreckten Betrages, auch bereits im Berufungsverfahren im Rahmen eines Schutzantrages nach § 712 ZPO hätte geltend machen können. Unter diesen Umständen kann es dahinstehen, inwieweit dem Beklagten bereits vom Berufungsgericht Vollstreckungsschutz nach § 711 ZPO gewährt worden ist oder auf seinen Antrag nach §§ 716, 321 ZPO noch gewährt werden kann (BGH MDR 1978, 127).