BGH · IV ZR 190/51
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
hat der IVa Zivilsenat des Bundesgerichtshofs auf die mündliche Verhandlung vom 7a April 1952 unter LIitwirkung der Bundesrichter Dro Bersch* Ascher* Dr0 Hartz, Johannsen und Dr* Kregel Von Rechts wegen Tatbestands Die Kläger und der Beklagte sind Brüder0 lire Eltern lebten in allgemeiner Gütergemeinschaft« Die Parteien haben die Gütergemeinschaft nach dem Tode ihres Vaters mit ihrer Kutter fortgesetzt«Ihre Mutter ist 1944 gestorben-«'f Die Parteien sind ihre Erben« Am 14« Mai 194-7 haben sie sich vor dem ITachlassgericht über den beweglichen ITach-lass ihrer Kutter geeinigt« Zum Gesamtgut' gehurte das Grundstück Dieses haben die Kläger im Wege der Teilungsvorsteigerung erworben« die Klage abzuweisen« Er macht geltends Aus der Vereinbarung vom 14« Mai 1947 ständen ihm noch Bestecke im Werte von 20«— DM zu« Eine alte Büroeinrichtung nebst einem Geldschrank-rsei- bisher noch nicht vorteilt worden« Die Mutter habe ihm testamentarisch die ganze Kauseinrichtung zugedacht; er sei auf die Auseinandersetzung vom 14B Mai,1947 nur eingegangen? in der das Grundstück duicli einen Sequester verwaltet worden sei* In dieser Abrechnung seien mehrere Posten bisher nicht be-PÜcksichtigt worden Pas Landgericht hat die Klage abgewiesen, weil sie auf eine unzulässige:Teilauseinandersetzung gerichtet sei „ \AUf die Berufung der Kläger hat das Oberlanöesgericlit das Urteil des Landgerichts durch Teilurteil geändert und den Ugiclagten verurteilt, einzuwilligen, dass ein Betrag von IQoOCOo— DU an die Kläger .als Gesamt gläubiger ausgekehrt werde* - ( 1i Das Berufungsgericht hat dahingestellt gelassen, ob das Klagbegehren als Verlangen auf Teilauseinandersetzung anzusehen sei, und hat ausgeführt, selbst wenn die Parteien sich hinsichtlich einzelner Gegenstände nicht auseinandergesetzt hätten, seien diese doch verhältnismässig von so geringer Bedeutung, dass es nicht gerechtfertigt erscheine, den Klägern den mit Sicherheit auf sie entfallenden Teil ihres Anteils am Veisteigerungserlös vorzuenthal-terio Das Berufungsgericht hat demgemüs s von dem'hinterlegten Betrag folgende Beträge abgesetzt; Die Klage'war daher auf eine solche Teilung des Erlöses zu richten* Hierbei v?ar es - schon um den Streitwert niedriger zu halten - nicht ausgeschlossen^ den IQagantrag - statt auf Teilung schlechthin im Sinne einer Füs-leehrung an alle miterben - auf Einwilligung zur Auskeh-rung des auf die Kläger entfallenden Anteils zu stellen, wie es im vorliegenden Palle geschehen ist* Die Kläger konnten es dabei dem Beklagten überlassen, ob er die von ihm begehrte Einwilligungserklärung notfalls nur Zug um Zug gegen eine ent sprechende Erklärung: ihrerseit s abgeben woll-te o Voraussetzung ihres Klagbegehrens war aber auch in diesem Falle ihr Einverständnis damit, dass der ihre eigene Forderung übersteigende Teil des Gesamtgutes an den Beklagten ausbezahlt wurde0 Denn nur dann hielt ihr Antrag - sofern der Klagantrag als Teilungsantrag gc.nlss £ 753 BGB schlüssig ist, zu demindest gegen die Bestimmungen über das .Zurückbehaltungsrecht (§.§• 273? 271 BGB)o Bs war aus diesem Grunde aufzuheben« Da nach Vorstehendem- zur Krage der Schillssigkeit des Klagantrags noch eine tatsächliche Klärung erforderlich ist, war die Bache zur anderweiten Verhandlung und Entscheidung an das Be ruf ungsge ri ch t zur ückzuverv/e i sen» III«, Im übrigen sind die Angriffe der Revision unbegründete lo) Die lüge, die Teilauseinandersetzung vom 140 Bai 1947 sei gegenstandslos, weil die Beteiligten hierbei von irrigen Vorstellungen ausgegangen seien, ist in der mündlichen Verhandlung nicht aufrechterhalten worden«, 2o) Ist hiernach davon auszugehen, dass die Ilausrats-vortoilung vom 14o Bai 1947 wirksam ist, dann konnte das Berufungsgericht auch ein Beilurteil erlassen« Der Beklagte macht insoweit zu Unrecht geltend, die Kläger wollten eine unzulässige Teilauseinandersetzung« Bie Tatsache, dass die Vereinbarung von 1947 noch nicht voll durchgeführt ist, ist in dieser Binsicht unei'heblich« Sie ändert nichts daran, dass die Karteien sich insoweit endgültig auseinandergesetzt haben, und kann allenfalls ein Zurückbehaltungsrecht wegen der noch nicht erfüllten Ansprüche aus dieser Vereinbarung geben« Soweit die Karteien über die Grundstück sab rechnung streiten, sind 'die streitigen Posten im laufe des Rechtsstreits in die Auseinandersetzung einbe-sogen und vom Berufungsgericht berücksichtigt worden« Tat- sächlich handelt es sich somit bei dem Peilurteil des Berufungsgerichts um die Gesamtauseinandersetzung hinsichtlich des noch nicht verteilten Restes des gemeinschaftlichen Vermögens der Parteien«, Das Berufungsgericht konnte daher die frage«, ob und inwieweit Peilauseinandersetzungen zulässig sindf dahingestellt lassen« Gemäss § 501 ZPO konnte es aber - unabhängig vonvdieser Präge - mit der zu II erörterten IJassgabe ein Peilurteil in der Höhe erlassen, in der den einzelnen Beteiligten nach dem derzeitigen Stande des Verfahrens bei Berücksichtigung der noch ungeklärten Posten ein Anspruch auf einen Peil des Erlöses in jedem Palle zusteht0 Im einzelnen ergeben weder seine Ausführungen noch seine Berechnung hierzu einen Gesetzesvcrstoaso Die Revision hat insoweit auch keine Be-anstandungen erhoban«