BGH · IV ZR 179/57
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
376 aufgestellte Grundsatz anzuwenden, daß einem Antrag aus § 719 Abs 2 ZPO dann nicht stattzugeben ist, wenn er darauf gestützt wird, daß dem Voll- • etreckungsgläubiger in den Vorinstanzen das Armenrecht bewilligt worden ist, und der Vollstreckungsschuldner einen Antrag auf Abwendung der Zwangsvollstreckung nach § 713 Abs 2 ZPO im Berufungs-Verfahren nicht gestellt hat» r - Prozeßbevollmächtigter: Hechteanwalt in hat der IV» Zivilsenat des Bundesgerichtshofs auf den Antrag der Beklagten und HeVisionsklägerin, die einstweilige Einstellung der Zwangsvollstreckung gemäß § 719 <\bs 2 ZPO aus dem Urteil des 9» Zivilsenats des Hanseatischen Oberlandesgerichts zu Hamburg vom 17« April 1957 anzuordnen, in der Sitzung vom 12. Die Beklagte hat es unterlassen, im Berufungsrechtszug auf Urund des § 713 Abs 2 ZPO den Antrag zu stellen, es ihr nachzulassen, durch Sicherheitsleistung oder Hinterlegung die Vol3streckung abzuwenden, obwohl ihr die Vermögens-Verhältnis 3 e de3 Klägers bekannt waren und sie auch wußte, daß der Kläger im Berufungsverfahren einen Antrag auf Bewilligung des -r?-?nrechts gestellt hatte, dem auch stattgegeben worden war« Unter diesen Umständen kann nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGHZ 16, 376) einem Antrag aus § 719 Abs 2 ZPO nicht stattgegeben werden« Im vorliegenden Pall beruft sich die Beklagte und P.evisionsklägerin darauf, der Kläger (Vollstreckungsgläubiger) habe ein geringes Einkommen, das ihn nioht in die Lage setze, etwa von der Beklagten im vVege der Zwangsvollstreckung erlangte Geldbeträge, falls er unterliege, zurückzuerstatten. Auch wenn die Revision nicht zugelassen wird (§ 219 Abs 1 BEG), wird das Urteil des Berufungsgerichts nicht mit seiner Verkündun;; rechtskräftig. Die Rechtskraft tritt vielmehr in diesem Pall erst ein, wenn die Prist für die Einlegung der sofortigen Beschwerde gegen die Nichtzulassung (§§ 220 Abs 1, 223 BEG) ungenutzt abgelaufen ist.