BGH · IV ZR 167/51
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Februar 1947 bestimmte 'sie u.a-dass das Haas dem Kläger "in unveränderter Weise bis za seinem Tode verbleiben", dass es aber nach seinem Tode oder bei seiner Viederverheiratung an die Beklagte za 1 and deren Kinder fallen solle. Der Kläger wurde auf Grund eines früheren Erbscheins 1948 als unbeschränkter Eigentümer des Grundstücks im Grundbuch eingetragen..' Bf.auf.Der Kläger hat beantragt, festzustellen, dass das Grundstück nicht zu dem ITach- ob ar hat behauptet,, er habe den Kaufpreis beim Kaufabschluss- aus, seinen Llitteln gezahlt, gleichzeitig jedoch mit seiner Frau vereinbart, dass das Grundstück ihr verbleiben solle, wenn sie ihn überlebe, jedoch ihm gehören lieh gewesen, class er früher als seine Frau, sterben würde; diese.habe durch die getroffene Regelung vor Erbschafts-Streitigkeiten mit der Beklagten zu 1 geschützt werden solleno lie Beklagten haben gebeten, die Klage abzuweisen,. die Erblasserin habe das Grundstück mit eigenen Mitteln für sich erworben,. Das land ge rieht, hat die .Klage abgewiesen, weil' sie nicht schlüssig soil Auf die Berufung des Klagers hat das Oberlandesgericht nach den'Klagantrag erkannt« Hiergegen' richtet Sich die Revision der Beklagten.;; a) hilfsweise die Beklagten zu verurteilen einzuwilligen, dass der Kläger irrt Grundbuch als unbeschränkter Allein-- eigentümer eingetragen, wird, d) höchst vorsorglich die Beklagten als Gesamtschuldner zu verurteilen' einzuwilligen, dass der Kläger das -Grundstück Bad Abbach Hr. füb veräussert und von dem Kaufpreise einen Betrag von 6500 DU ode-r soviel, wie das G,rieht als Bereicherung dos Nachlasses feststellen sollte, für-sich ohne'Beschränkung durch'das.Nach-erbenrocht der Beklagten verwendet« I, Der Senat hat den Wert des Beschwerdegegenstandes für die Revision der Wertfestsetzung des Berufungsgerichts entsprechend auf 6400c,— DI.I festgesetzt» Das Berufungsgericht hat gemäss dem Klagantrag dahin erkannt, dass das Grundstück nicht zu dem Nachlass der Erblasserin gehöre} sondern Eigentum des'Klägers sei» .Bei dieser Fassung des Klagantrags und des Urteilsspruchs war der Wert des Beschwerdegegenstandes für diesen Rechtszug'entsprechend dem”Wert des Streitgegenstandes nach § 6 ZPO festzuseizen»Babel ist m erheblich, ob der gestellte Antrag, wie in der Eevisicns-Dp; erwiderurig zutreffend in Zweifel gezogen ist.und unter II:2b erörtert werden soll, dem eigentlichen Ziel:der Klage voll bug . Massgeblich ist fürdie Wertfestsetzung n un nicht, was richtigerweise hätte beantragt werden sollen, concern was beantragt werden ist» Entsprechendes gilt für die Bear1;worte : der Beklagten durch, den von ihnen angefochtenen Urteilssprücho Hie:bei sind bei dem vorliegenden Sach -verhalt keine Gründe ersichtlich, das Feststellungsurteil in seiner. lo Das Berufungsgericht hat einen Herausgabeanspruch 1 des Klägers gegen die Erblasserin angenommen und hierzu ans ge führt?* Die Erblasserin habe das Grundstück mit Mitteln und für Rechnung des Klägers, nach aussen jedoch im eigenen Namen erwerben .wollen« Sie habe durch ein ■■ fiduziarische'! Diesen Iler-ausgabeanspruch habe der Kläger auf Grund der getroffenen Vereinbarung jedoch nicht.-zu Lebzeiten der Erblasserin gelte] machen können$ der Kläger habe auf den ihm zustehenden über-" eignungsanspruch schenkungshalber unter der Bedingung, verzichtet, dass seine Frau ihn überlebe; darin sei ein beding-*» ter Erlassvertrag nach § 397.BGB zu sehen». stendslos geworden» Da der Kläger Alleinerbe geworden sei, habe sich seine Forderung gegen den Nachlass auf übe r e ighüng|SM des Grundstücks mit.seiner, entsprechenden.Verpflichtung als Erbe vereinigt,, Hierdurch sei seine Forderung erloschen, ■'§ das Grundstück aus dem Nachlass ausgeschieden und in'das den 1 Anwartschaftsrecht der Beklagten nicht zugängliche unbe- ' schränkte Alleineigentum des Klägers übergegangen, dieser | Zustand entspreche, der Rechtslage, die eingetreten wäre, • ~iij| wenn das Grundstück dem Kläger als Nachlassgläubiger durch einen als Alleinerben (Vorerben) eingesetzten Dritten zur Erfüllung seines übereignungsanr.pruchs- aufgelassen' worden wäre; in diesem Falle.hätte der Vorerbe die Übereignungs-Verpflichtung erfüllen müssen und von den Nacherben gemäss § 2120 BGB die Einwilligung zu dieser Verfügung erlangen und notfalls auf dem Kisgewege erreichen können» a) üie vermögen insbesondere den Hauptantrag mit seinem bish .rigen Inhalt nicht zu stützen,, Das Berufungsgericht geht nach dem Wortlaut der Begründung davon aus, dass das Grundstück zu dem Nachlass der-Erblasserin gehört und dass dem Kläger nach den vorn erkennenden Senat in seinem Urteil vom 19»2 P. 19 51' - IV ZR 168/50 (NJW 1951, 352) entwickelten Grundsätzen lediglich- gemäss § 667 BGB gegen die Erblasserin ein schuldrechtlicher Anspruch auf Übereignung zugestanden 'habet Zutreffend ist, dass ein etwaiger Anspruch des Klägers dadurch erloschen ist, dass sich Forderung und Schuld in ihm als AIleinerben vereinigt haben„ Die weitere Annahme- des Berufungsgerichts jedoch, infolge dieser Vereinigung von Forderung und Schuld sei. . es konnte nicht selbständig, sondern nur auf Grund.einer besonderen Verfügung-aus dem Nachlass ausscheiden,• Der Antrag des Klägers festzustellen;:;f dass das' Grundstück nicht zu dem Nachlass gehöre, ist daher, auch wenn dem Berufungsgericht sonst zu folgen wäre, unbegründet» Für.die weitere Feststellung, dass es Eigentum des Klägers sei. • - ■( des Grundstücks geworden» las gilt auch für den .Vererben, ■: da auch dieser für die lauer seiner Vorerbenstellung Erbe ist (§ 2100 BGB)o Rechtslage wäre auch dann im Ergebnis, nicht anders zu beurteilen','-' wenn die Erblasserin 'an dem streiti .'Grundstück nur Treuhandeigentum erworben' hätte, in Innen-Verhältnis jedoch der Kläger als Treugeber der sachlich, u 7« Aufl Ann 38 ff zu § 43)» Ob die dingliche Wirkung des sog» Treuhandeigentums aber weiter geht, für den vorliegenden Ball insbesondere dazu führen kann, die Zugehörigkeit des auf den Kamen der Erblasserin eingetragenen Grundstücks zu ihrem Nachlass zu verneinen, ist Asehr [zweifelhaft»sBas; Reichsgericht' hat Vin der\vorer~w/ä'A ebenso; seine Verpflichtung, Was Treugut • nach Beendigung des Treuhandverhältnisses ah den Treugeber zurückz uübertragen ($§ .675, 677 BGB)» Biese Frage kann jedoch dahingestellt bleiben, weil hier' ein Treuhendvcr-hllltnis hit gleichsam dinglichen Wirkungen schon aus anderen G-riinden nicht vorliegen kenn» Denn ein solches Treu-handverhältnis setzt, wie weitaus überwiegend, insbesondere auch in der Rechtsprechung des Reichsgerichts herausgearbeitet vorder! »ie das Reichsgericht schon in F.GZ 84, - 217 f zutreffend 'ausgeführt hat, würde der Begriff des Treuhandverhälthisses völlig ins Unbestimmte zerfliessen, wenn man dabei vom Erfordernis des "Anvertrauens zu treuen Bänden" ganz abgesehen und ein solches Verhältnis schon'überall da als vorhanden anseheh wollte,, wo jemand im Auftrag eines anderen für dessen Rechnung, aber im eigenen Namen handelte In einen solchen Falle, wie er nach.den Feststellungen des Berufungsgerichts auch hier allenfalls vorliegt, hat der Auftraggeber gegen den Treuhänder daher nur einen schuldrechtlichen Anspruch auf Übereignung (BGZ 127, 344)0 Bedenken könnten insoweit insbesondere deshalb bestehen, veil das ■ T r euhsndverhältnis begrifflich ein Handeln in fremden Interesse voraussetzt, während der Erblasserin im vorliegenden Paliö die Eigentümersteilung auch nach dem Vortrag des Klägers gerade zu ihrem eigenen Vorteil eingeräumt worden ist. (§ 565 ZPODenn möglicher weise kann schon bei den bisherigen Feststellungen eine Auslegung der Anträge des Klägers,.die der vorerörterten Rechtslage Rechnung trägt, dazu führen, der Klage in u,v beschränktem Umfange zu entsprechen. Kläger zustehende Eigentum am Grundstück mit den Anwartschaftsrecht der Beklagten ’'belastet" ist, das diese als Nacherben haben.* über das 'Grundstück frei ohne Beschränkungen durch das iTrcherbenrecht der Beklagten - verfügen kern; In diesem / Sinne -.hätte schon sein Hauptahtrag vielleicht ausgelegt oder genäss § 139 ZPO auf eine ‘sachdienliche Passung sei-hes Antrags hingewirkt werden können, wenn das Berufungsgericht die Rechtslage nicht verkannt hätte» Es ist jedoch bisher nicht fostgestellt, inwieweit der Kläger ein rechtliches Interesse an einer alsbaldigen Feststellung ... im Sinne des'§ 256 ZPO hat» Nach dem neuen Erbschein ist er Torerbe, aber von allen Beschränkungen befreit» Als befreiter Vorerbe unterliegt er schon nach § 2136;BGB insbesondere nicht der Beschränkung des .§ 2113 Abs 1 BGB» Er kann danach .ohne'weiteres über das Grundstück entgeltlich verfügen» Beschränkungen könnten nur gemäss § 2113 Abs.2 BGB in Betracht kommen, wenn er über das Grundstück unentgeltlich oder in Erfüllung eines Schenkungsversprechens verfügen wollte» Insoweit könnte für einen entsprechend eingeschränkten Antrag ein Peststellungsinteresse be-■ stehen» Jedoch ist bisher/nicht dargetan, dass der Kläger insoweit ein rechtliches Interesse an einer alsbaldigen Feststellung.hat. Eie bisherigen Feststellungen des Berufungsgerichts •.könnten jedoch eine Verurteilung etwa des Inh-lts rechtfertigen, dass der Kläger bei Eintritt der ITacherbfolge einen Anspruch gegen die Ircherben auf Übereignung des streitigen'Grundstücks habe.; 3) Bei Ger erneuten Verhandlung und Entscheidung wird aber zunächst zu prüfen sein, ob die Annahme, der Klager sei nach dem Testament nur Vorerbe und nicht Vollerbe, zif /:/(trifft. lTach§ 2365 BGB wird nur vermutet,' ■dass' dem3enige /der in dem Erbschein als Erbe bezeichnet worden ist, das in dem Erbschein angegebene Erbrecht zustehe, und dass er-nicht durch andere als die angegebenen Anordnungen besehr sei, § 2365 BGB stellt aber 'keine Vermutung dafür auf, dass dem Kläger kein weitergehendes Erbrecht zusteht Selbst wenn - § 2365 hier anwendbar wäre, wäre die Vermutung widerlegbar (RGZ 92, 71). Pebruar 1947 aus sich allein nicht erkennen lassen, dass der Kläger befreiter Vorerbe und die Beklagten ITccherben hinsichtlich des gesamten Nachlasses sein sollten, der Inhalt des 'Testaments vom 10. Pebruar 1947 vielmehr auch die Möglichkeit offen lässt dass den Beklagten'das Grundstück als hinausgosehebenes Vermächtnis (5 2177 BGB) - unter der aufschiebenden Bedingung, dass der'Kläger stirbt oder sich v/iederverheiratet - zufallen sollte,"Eine von dem Erbschein abweichende delt sich insoweit um neues tatsächliches Vorbringen, das der hearteilung des Eevisicnsgerichts nicht .unterliegt (§ 361 ZPO) * has - Vorbringen ist überdies nicht sohiüssignier Kläger hatte keinen Anlass, die ganze Erbschaft deshalb auszuschlagen, weil in dem Testament auch über einen Gegenstand verfügt war, auf den er Ansprüche zu haben"glaubte» Darin, dass er seine Ansprüche-nicht sofort anneidete, sondern erst prüfte, cb er sie auch mit Erfolg geltend machen kenne< konnte - für sich -allein - weder ein Verzicht noch eine Verwirkung liegen« nicht einwandfrei ’seien \uncl insoweit § 286 ZPO verletzt worden sei» für die Annahme des Berufungsgerichts, der Klägerü habe seine Frau'beauftragt,; (mit seinen Kitteln und für seine ' Rechnung, jedoch in ihrem Harnen) das Grundstück für ihn zu erwerben, beten weder der Inhalt der Verhandlung noch die Beweisaufnahme irgendwelche Anhaltspunkte« Die Beweisaufnahme hat sich vielmehr allenfalls.im Rehmen der Darstellung gehalten, die der Kläger selbst schon in der' - Kla gs ehri ft und auch in der Berufungsbegründung gegeben hat» Diese Darstellung ging jedoch dahin;";. später auf ihren Kamen im Grundbuch eingetragen worden,- Diese Darstellung ergibt nichts dafür,, dass die Erblasserin sich anlässlich des Hauskaufs irgendwie ver-’ pflichtet hat, ein ihr von dem Kläger übertragenes Geschäft für diesen zu besorgen, wie es nach § 162 BGB Voraussetzung für ein Auftragsverhältnis ist. Der eigene Vortrag des Klä gers kann aber das rechtfertigen, - was er als seinen Rechtsstandpunkt unter Bezugnahme auf die Entscheidung des RG-in J17 1928, 894 Er 7 im Rechtsstreit von Anfang an ver-. treten hat, dass nämlich zwischen seiner Frau und ihm ein Schenkungsvertrag zustande gekommen ist» Dabei braucht: Gegenstand der Schenkung nicht der von ihm für den Erwerb des Grundstücks hingegebene Geldbetrag gewesen zu sein,; er Labei könnte nach dem Vortrag des Klägers ein vertraglicher Anspruch vorliegen, Pie mit seiner Frau mündlich ge-. § 518 Abs 2 LGB wirksam geworden, weil er die versprochene-Leistung - Übereignung des gekauften Grundstück an die Erblasserin - bewirkt hat» Pamit wäre auch die Verein barühg, wenn die Erblasserin früher stürbe als er, solle das Grundstück ihm gehören, als Teil der Gesamtvereinbarung gültig geworden, Bedenken ergeben sich aus § 313 LGB, Penn in der letzterwähnten Vereinbarung läge eine - aufschiebend bedingte - Verpflichtung, den Kläger das Eigentum an dem ’Grundstück zu übertragen. wird für den Beschenkten in beiden Fällen - bei der mittelbaren GruiidstUckssclienkung ebenso Wie bei der unmittelbaren -nicht in Frage gestellt» ..'Zumindest, käme aber', noch, dem Vortrag des Klägers ein Eereiclierungsanspruch in Betracht» Kenn mit dem Erbfall wäre die auflösende Bedingung eingetreten und der Schenkungsvertrag unwirksam geworden (§ 158 Abs 2 BGB)» Damit wäre der rechtliche Grund für die Schenkung des Grundstücks weggefallen und die Bereicherung herauszugeben (§ 812 Abs 1 Satz 2 BGB)» Als Bereicherung könnte insoweit - entsprechend den Ausführungen über die mittelbare Schenkung - auch das Grundstück selbst in Frage kommen» Dabei braucht hier nicht erörtert zu werden» ob Bereichcrungsansprüche nur bei unmittelbaren" Vermögensverschiebungen gegeben sind (EGZ 73,-177; 154 j 375; zweifelnd'BGB RGPJC 9. Denn auch das Erfordernis der Unmittelbarkeit bedeutet nicht» dass der Zuwendende und der Leistende dieselben Personen sein müssen» Die Zuwendung kann vielmehr durch, einen Dritten vermittelt werden. Insbesondere ist in der Rechtsprechung des Reichsgerichts anerkannt worden, dass eine (unmittelbare) .VermögensVerschiebung zwischen zwei Personen anzunehmen sei» wenn' ’die eine zwar nicht selbst ■ leiste''» die Leistung aber in ihrem Auftrag und für ihre Rechnung von einen Dritten an die andere Person bewirkt werde ('EGZ 130j 310 /3I2/9.mit ITachw» ) 0 .'Um einen solchen Fall der scg0 "unmittelbaren Termögensv-er Schiebung durch mittelbare Z • wondung" kennte -es - oich;"auch' hier "handeln, da der Klage ■Vorgetragen hat{' die : Kr ufvcrliandlungen seien zunächst i :seinen Kamen gefährt1 worden, er habe jedoch den:Kaufpre aus 'eigenen Kitteln bezahlt: und der Verkäuferin aus den ihn dargelegten Gründen erklärt, seine Krau solle als T t iine r in e ingo tragen \v ert ‘ en»