BGH · IV ZR 166/52
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Im Herbst 1945 veräusserte einen feil der Maschinen und Geräte der Klägerin an den Kaufmann Sei^H^ und den Buchdrucker ^iese gründeten später zusammen mit einem Herrn fh^^^ die Beklagte und brachten in diese u.a. die streitige Presse ein. dass infolge des KriegsSchadens die Maschinen der Klägerin, darunter auch die streitige Presse, nur noch Schrottv/ert besessen hätten und als Schrott auch von Bich-ner verkauft worden seien. mindest liege darin, dass die Klägerin sich auf Grund diesen angestrengten Prozesses von diesen habe entschädigen lassen, eine Genehmigung des von Eichner vorgenom- Wegen der Aufwendungen für ihre Herrichtung, die sie mit 40»092,49 HÜ angibt, macht die Beklagte hilfsv/eise, unter Umstellung dieses Betrages im Verhältnis 1 : 1 in Dii, ein Zurückbehaltungsrecht geltend. Es hat angenomen, dass mit der Übernahme der Verwaltung des Betriebes der Klägerin die Presse hat das Kammergericht verneint, ebenso auch eine Genehmigung der Veräusserung durch die Prokuristin eines von ihr wegen der Verfügungen des E stellt, dass SchflB^ und sich die Verlassenheit des Betriebes zunutze gemacht hätten, um sich fremdes Gut anzueignen und dass die Beklagte angesichts des bösen Glaubens ihrer Gründer, die auch ihre ersten Geschäftsführer gewesen sind , durch Einbringung kein Eigentum erwerben konnte« Ben von der Klägerin im Vorprozess mit Eichner abgeschlossenen Vergleich hat das Berufungsgericht dahin atis-gelegt, dass die Klägerin damit auf etwaige Ansprüche Britten gegenüber nicht verzichten und durch den Vergleich keineswegs die Verfügungen des genehmigen wollte«, ;/enn auf Grund dieser Feststellungen das Kammergericht einen Eigentumserwerb der Beklagten verneint hat, so ist dies im Ergebnis nicht zu beanstanden« Die Revision glaubt jedoch, verschiedene Verstösse bei den Feststellungen des Kammergerichts rügen zu können« 1) Zunächst hält sie die §2 128, 134 ZPO für verletzt, insofern, als das Kammergericht die Akten des Prozesses gegen’ Eichner ausgewertet habe, obwohl diese nach dem Urteil des Karinergerichts nur zu seiner Unterrichtung Vorgelegen hätten« Zwar würde die Verwertung zugezogener Akten, die nicht Gegenstand der mündlichen Verhandlung gewesen sind, einen Verfahrensverstoss bedeuten« Tatsächlich ist aber der Inhalt dieser Akten Gegenstand der mündlichen Verhandlung gewesen« Bas ergibt sich schon aus dem Tatbestand des angefochtenen Urteils, nach den der Inhalt des Urteils des Landgerichts vorgetragen wurde, in dem eingehend der Inhalt der Vorprozessäkten behandelt worden ist« Bie Beklagte behauptet auch selbst nicht, dass der Inhalt der Akten nicht Gegenstand der mündlichen Verhandlung gewesen sei, im Gegenteil hat sie mit ihren Schriftsatz von 1«September 1952 ausdrücklich eine Berichtigung des Tatbeston- Die Klägerin müsse daher diese Eintragung gegen sich gelten lassen und daher auch, dass Fräulein durch die Verweisung des SchflIBfc und lleugebauer an das von EflUB ab- 3) Schliesslich will die Hevision noch einen Verstoss gegen § .286 ZPO daraus herleiten, dass das Kammergericht die Aussage des EdBfc nicht gewürdigt habe, dass er von Zander den Auftrag erhalten habe, sich um die Firma der Klägerin zu "kümmern* Das Kammer ge ri cht hat indessen festgestellt, dass einen solchen Auftrag hatte, dass er diesen jedoch infolge Zusammenbruchs als hinfällig angesehen habe« Weiter hat es festgestellt, dass hei der Veräusserung der Presse nicht als Bevollmächtigter der Klägerin gehandelt habe« Diese Feststellungen ergeben, dass die Rüge unbegründet ist. rieht ist der Auffassung, dass die Beklagte keine schlüssige Behauptung aufgestellt habe, die die Anwendung dieser gesetzlichen Bestürmungen rechtfertigten* Die Beklagte habe sich auf allgemeine Wendungen beschränkt und das gelte auch von den Ausführungen der Be rufungßbe gründung. l müsse,, derzufolge die streitige Presse nur noch Schrottwert besessen habe, und dass daher die von der Beklagten vorgelegten Nachweise über die von ihr zur Herstellung der Maschine vorgenommenen Arbeiten unter dem Gesichtspunkt zu würdigen gewesen wären, dass durch sie eine völlig neue Maschine geschaffen worden sei* Auch diese Rüge ist nicht begründet* Das Kammergericht hat* wie sich aus seinem Hinweis auf die "einleuchtende Begründung des Landgerichts" ergibt, das sich in dieser Hinsicht dem von der Beklagten ausdrücklich gebilligten Gutachten des gerichtlichen Sachverständigen angeschlossexi hat, keinesv/egs verkannt* dass es sich bei der streitigen Presse um eine durch Kriegsschaden schwer beschädigte liaschine gehandelt hat, die vor ihrer Instandsetzung nur noch einen Schrottwert hatte* Das Kammergericht hat aber ohne Rechtsverstoss festgestellt, dass die RechtsVorgänger der Beklagten die streitige Presse, die ungeachtet der starken Beschädigungen in ihrer Zusammensetzung erhalten gebiieben war, trotz ihres Schrottwerts nicht als Schrott, sondern, wie sich auch aus der Rechnung der Instandsetzungsfirma ergebe, als eine - wenn auch zunächst noch unbrauchbare - Druckerei mas chine erworben hätten und dass nicht eine neue Sache, sondern die alte Maschine in unveränderter Art und Arbeitsweise wiederhergestellt worden sei. ob eine in wesentlichen vollständige Presse vorhanden war (vgl hierzu den ähnlichen Pall OGIIZ 3> 352 und die dort auf geführte Rechtsprechung), Auch die Entscheidung des erkennenden Senats vom 11, Oktober 1951 - IV ZR 152/50 -besagt nichts anderes, wenn in ihr Feststellungen für erforderlich gehalten werden, ob der dort streitige Personenkraftwagen der gleiche sei, der früher dem dortigen Kläger gehört habe, weil dieser PKY/ durch einen Unfall so stark beschädigt worden sei, dass von ihm nur unwesentliche $eile übrig geblieben seien und durch die \7iederher-stellungsarbeiten ein völlig neuer wagen geschaffen worden sei0 § 947 Abs 1 BGB ist ebenfalls nicht verletzt♦ Hach der vom Berufungsgericht übernommenen Feststellung des Landgerichts sind die für die Instandsetzung verwendeten Ersatzteile mit Ausnahme des von der Klägerin nicht mehr herausverlangten Druckzylinders wesentliche Bestandteile der als HauptSache anzusehenden Presse geworden, so dass gemäss § 947 Abs 2 BGB die Klägerin auch an den im übrigen auch nur unbedeutenden Ersatzteilen Eigentum erworben hat. Da auch die vom Kammergericht vorgenommene Umstellung der RH-AufWendungen der Beklagten zutreffend im Verhältnis von 10 s 1 erfolgt ist (vgl insbesondere BGHZ 5, 197 f; 6, 231 und 7.