BGH · IV ZR 165/10 vom 22.07.2011
Originalentscheidung als PDF
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Diese ist dann gegeben, wenn sie eine entscheidungserhebliche, klärungsbedürftige und klärungsfähige Frage aufwirft, die sich in einer unbestimmten Vielzahl von Fällen stellen kann und deshalb das abstrakte Interesse der Allgemeinheit an der einheitlichen Entwicklung und Handhabung des Rechts berührt (BGH, Beschlüsse vom 8. Dezember 2003 - IV ZR 319/02, VersR 2004, 225 unter 2 a und b; BGH, Beschluss vom 8. 76133 Karlsruhe www.Bundesgerichtshof.de Das Berufungsgericht hat die grundsätzliche Bedeutung in der Frage erkannt, ob es dem Versicherungsnehmer als eigenes arglistiges Verhalten zuzurechnen ist, wenn er auf Rat eines Versicherungsmaklers hin selbst lediglich fahrlässig handelnd Gesundheitsfragen falsch beantwortet. Weiterhin hat es richtig gesehen, dass den Versicherungsnehmer eine sekundäre Darlegungslast trifft, wenn objektiv falsche Angaben vorliegen; er muss plausibel darlegen, wie und weshalb es zu den objektiv falschen Angaben gekommen ist (vgl. Das Berufungsgericht ist auf dieser Grundlage nach Beweisaufnahme rechtsfehlerfrei zu der Auffassung gelangt, dass ein arglistiges Verschweigen des Klägers nicht bewiesen sei. Auf die vom Berufungsgericht (§ 123 Abs. 2 BGB) ängesprochene Zurechnung des Verhaltens des Versicherungsmaklers kommt es hingegen schon deshalb nicht an, weil - wovon auch das Berufungsgericht ausgegangen ist - gegenüber dem Versicherer ausschließlich der Kläger aufgetreten ist, insbesondere den Versicherungsantrag gestellt hat; dass der Streithelfer dort als "Vermittler" ausgewiesen ist, ändert daran nichts.