BGH · IV ZR 164/60
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Der Rechtsstreit wird zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung, auch über die außergerichtlichen Kosten der Revision, an das Berufungsgericht zurückvcr-wiesen* März I960 gekündigt worden ist* Nach einem kreisärzt liehen Gutachten vom 11* Juli 1959 ist seine Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeit smark;fc um 60 # herabgesetzt wäh rend diese im Beruf als Platzreiniger noch mehr als 50 $ be trägt* Er gibt an, seit dem 17* März 1947 von der Knapp schaft invalidisiert zu sein und eine Invalidenrente zu be ziehen Der Kläger hat wegen des ihm durch seine Verhaftung im beruflichen Portkommen entstandenen Schadens Entschädigungsansprüche erhoben und anstelle einer Kapitalentschädigung BEG eine Kapitalentschädigung zugebilligt hat Bas ist nicht zu beanstanden und steht auch mit der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs in Einklang (vgl Das Berufungsgericht hat deshalb zu Recht nur geprüft, ob die für die Wahl einer Rente im § 94 BEG vorgeschriebenen Voraussetzungen vorliegen, nämlich ob der noch nicht 65 Jahre alte Kläger in seinem Beruf nicht mehr als 50 v#H. eines Kokereiarbeiters, sondern einen von ihm seit 1945 länger als 14 Jahre ausgeübten Beruf als Flatzreiniger angesehen, weil diese Tätigkeit ihn voll beansprucht und er auch aus ihr einen angemessenen Lebensunterhalt bezogen habe«. der erkennende Senat in seinem in der RzW I960, 412 veröffentlichten Urteil näher dargelegt hat, ist die Frage der Arbeitsfähigkeit nach dem Beruf zu beurteilen, den der Verfolgte im Zeitpunkt der Entscheidung über seinen Rentenanspruch ausübt oder, falls er in diesem Zeitpunkt keinen Beruf hat« Hierbei ist es, wie in dieser Entscheidung ausgesprochen ist, unerheblich, aus welchen Gründen, insbesondere etwa gesundheitlicher Art, der zuletzt ausgeübte Beruf ergriffen wurde® Denn die Berufsschadensrente soll nicht den Gesundheitsschaden ausgleichen, für den das Bundesentschädigungsgesetz ja in seinen §§ 28 ff besondere Bestimmungen trifft, sondern sie soll dem Verfolgten anstelle einer Kapitalentschädigung eine Versorgung für den Pall geben, daß er infolge Absinkens seiner Arbeitsfähig keit auf 50 v.Ho und weniger nicht mehr ausreichend erwerbs- Entgegen der Meinung der Revision sind infolgedessen Peststellungen darüber, welchen Schaden an der Gesundheit der Kläger infolge seiner Inhaftierung im Jahre 1939 erlitten hat, nicht zu treffen« Entscheidend für die Berufsschadensrente ist allein der Grad der Arbeitsfähigkeit im Zeitpunkt der Entscheidung des Berufungsgerichts über den Rentenanspruch« d.aß der Kläger eine Tätigkeit ausübt, die ihn voll in Anspruch nimmt und durch die er einen angemessenen Lebensunterhalt hält, nicht für sich allein für die Beurteilung d Ar beitsfähigkeit des Verfolgten im Sinne des § 94 BEG entschei dend sein muß« ln dem kreisärztlicheri Gutachten wird die Tätigkeit des Klägers als Platzreiniger als 11 Invalidentatig Der Kläger erhält auch, wie er angegeben keit11 bezeichn eine Invalidenrente« Er hat sich weiter darauf berufen hat, daß es einen Beruf als Platzreiniger überhaupt nicht gebe vielmehr dies nur die Bezeichnung für Berufsinvaliden sei Juli 1957 der Kläger als ''Tagesarbeiter" bezeichnet wird, hat das Berufungsgericht nicht getroffen. Sie sind aber notwendig, da, wenn die Behauptungen des Klägers zuträfen, die von ihm als Platzreiniger auogeübte Tätigkeit möglicherweise nur als eine Beschäftigung von Arbeitsinvaliden der Zeche und nicht als ein Beruf im Sinne des § 94 BEG anzusehen wäre, so daß für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ein anderer Beruf' in Frage kommen könnte.