BGH · IV ZR 160/53
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Die Revision des Klägers gegen' das Urteil des 5< Zivilsenats des Oberlandesgerichts in Celle vom"; den dinglichen Arrest in das Vermögen des Molkereivertreters Werner VjMHi anzuordnen und "in Vollzug des Arrest zu Gunsten der Forderung des Antragstellers die Forderung zu pfänden« die die Antrags-egner angeblich in Höhe von etwa 8 000,— DM gegen den Obersteuerinspektor a -,D. Dezember 1950 einen Arrestbefehl und Pfändungsbeschluss« rin wurde "die angebliche Forderung des Schuldners" gegen den Beklagten "aus jedem'Rechtsgrunde ... Dezember 1950.zugestellt, Der Beklagte teilte m Amtsgericht unter dem 28. Dezember 1950 vereinbart, dass uöhe von 6 88?«,24 DM in eine Forde-wandelt" und dass hierfür auf dem';' ehend eine Darlehenshypothek stellte der Beklagte eine entsprechende notariell beglaubigte Schuidu-pSM künde über eine brieflose Hypothek aus» Das Darlehen sollte^ für WflBB frühestens am 1. Die Hypothek wurde auf Grund eines am 19,Dez-her 1950 eingegangenen :Antrags ara 22» Februar 1951 in das Grundbuch eingetragen. Februar 1951 erstritt deri|H Kläger gegen WcflHi ein Urteil auf Zahlung von 4 163,94 D1.I nebst Zinsen, Wegen dieses Anspruchs und der festgesetzten Kosten erwirkte er am 16. Dezember 1950 gepfändete "angebliche Forderung des Schum; ners" gegen den Beklagten "wegen einer Teilforderung seinerla obigen Ansprüche und der Kosten für die Zustellung zur Eii- ^ Ziehung überwiesen." Der Kläger verlangt vom Beklagten zunächst 1 050— DMaj nebst 4 $ Zinsen seit dem 1. Februar 1951 mit der Begründung« Wolter habe bei Zustellung des Pfändungsbeschlusses noch eiril höhere Forderung an den Beklagten gehabt 5 hilfsweise macht A er geltend, der Beklagte habe ihn durch sein Schreiben vom 18. Er behauptet, WMHi habe ihm unmittelbar nach der Zustellung des Pfändungsbeschlusses auf seine Anfrage mitgeteilt, er habe die Forderung an einen! Auf seinen, des Beklagten, Vorhalt, dass3 die Hypothek abredegemäss noch gar nicht habe abgetreten well den dürfen, habe Wolter erklärt, er, habe vom Beklajgg ten jetzt nichts mehr zu bekommen. ;gegeben« Es'hat angenommen; die,gepfändete Forderung sei in dem Pfändungsbeschluss: vom 20. Dezember 1.950 .bestimmt genug 'bezeichnet und dem Kläger wirksam tibervutesen worden; der . 1 7 ■ Das Berufungsgericht ■ hat den pfandungsbeschluss ml Recht für unwirksam erklärte Wie das'Reichsgericht in st diger Rechtsprechung ausgesprochen hat/ muss'der Pf und Überweisungsbeschluss aus Gründen der Rechts— und kehrssjcherheit die zu pfändende Forderung so bestimmt zeichnen, dass,bei verständiger Auslegung des Beschlüsse unzv/eifeihaft feststeht, welche Forderung Gegenstand der Zwangsvollstreckung sein soll (RGZ 108, 318 /fl9 f/; 13 97 /997; 140/ 340 /342/; 157, 321 /3247; 160, 37 /39 £/) Dabei sind Ungenauigkeiten, selbst eine falsche Bezeic des Gläubigers, unschädlich, sofern sie sonst keinen Zwe setzen, welche bestimmte Forderung gemeint ist (RGZ 75, /3177; 93, 121 /I24.7; 160, 37 /59 f/) - Das Reichsgericht ferner wiederholt darauf hingewiesen, dass das Rechterer hältnis, aus dem die Forderung hergeleitet wird, wenigst in allgemeinen Umrissen anzugeben sei (RGZ 157, 321 mit Nachweisungen)» Die Rechtslehre vertritt die gleiche Auffassung (Rosenberg, Lehrbuch des deutschen Zivilproze: /rechts 6»■Aufl S-957; St ein-Jonas-Sch öhke 17. Aufl Anm I zu § 829 ZPO; Baumbach^-Lauterbach 22» Aufl Anm 2 C zu § ZPO; Oertmann in JV/ 1920, 558 zu 14)» Auf Grund dieser a gemeinen Rechtsüberzeugung ist in den Vordrucken für dühgsbeSchlüsse, auch in dem hier verwendeten Vordruck 5 der Beiakte 3 G 178/50 Landgericht Wennigsen), die des Rechtsgrundes ausdrücklich vorgesehen ("die angebi Forderung de»» Schuldner»» gegen »», aus")» Wird der Vo druck»wie.hier, mit den Worten "(aus) jedem Rechtsgrunde ausgefüllt, dann ist das ebenso nichtssagend und unbest wie die Bezeichnung "aus Verträgen oder sonstigen Rech gründen" in dem vom Reichsgericht entschiedenen, in RGZ 321 abgedruckten Falle» Das Reichsgericht hat in jener ^Schuldner darin als früherer Aufsichtsratsvorsitzender.(des ■^Kartells) bezeichnet sei und es für alle Beteiligten, insbesondere den Drittschuldner selbst und auch für die Pfändungs-^Schuldnerin ausser Zweifel gestanden habe, dass, in erster, tbinie Rückgriffsansprüche aus § 41 GenG geltend gemacht wer--■fpif' den und dass daher .jedenfalls diese Ansprüche Gegenstand der Schlusses selbst liegen, zu ergänzen (vgl insbesondere RGZ 159, 97 /TOO f/), Dieser anderen Gläubiger wegen ist es auch unerheblich, ob die unmittelbarBeteiligten etwa wissen, dass ÄffipTäef Schuldner nur eine einzige Forderung gegen den Dritt-fV4 , Schuldner hat und ob sie darüber einig sind, diese Forderung gemeint. Die Rechtsverfolgung anderer Gläubiger würde in F munzu demutbarer Weise erschwert oder gar gehemmt, wenn sie auf KAU Grund solcher allgemein gehaltener Pfändungsbeschlüsse nicht Pfändungsbeschluss hier - anders als , in jenem Palle - keine!|S Auf den Umstand, dass der Kläger in seiner eidesstatt^HM liehen Versicherung zu dem Pfändungsantrag vom 11. Dezember 195Mi (El 5 in 3 G 178/50) darauf hingewiesen hat, wegen der Por-^äfSB derung "von etwa 8 000,— DM" solle "angeblich zwischen demlflf Schuldner /und £■■■■■ ein Prozess in BflH schweben", kcmjfi|.; 2. Da die Pfändung nicht wirksam war, braucht nicht er öl tert zu werden, ob ein etwaiges Pfandrecht des Klägers dui erkennen könnten, ob die bestimmte Forderung, die sie zu den beabsichtigen, schon anderweit gepfändet worden ist. Auch die - an sich unzulässige - Ergänzung aus dem pHÜ dungsantrag würde hier übrigens nicht einmal weiterhelf en,^^^—— weil der Antrag vom 19. Dezember 1950 die Forderung nicht • her bestimmte, sondern - von offenbaren Flüchtigkeitsfehle^f^|| abgesehen - nur den Gläubiger, den Schuldner und die ungefähr/ // Höhe der angeblichen Forderung ("etwa 8 000,— DM") bezeichhl'/f Das reicht jedoch nicht aus, weil damit Forderungen der verfiS schiede ns ten Ent st ehungs Zeiten und Entstehungsgründe gerne sein könnten (RGZ 139, 97 /lOl/)„ Der Kläger kann sich überdies auf die Entscheidung des.* Das Berufungsgericht hat weiter;äüsg^vf-führt, der Kläger habe auf jeden Fall nicht bewiesen, dass ihm durch das Verhalten des Beklauten ein Schaden zugefügt; worden sei« Wenn der Beklagte dem Kläger alles mitgeteilt hätte, was er über die Forderung des Schuldners W£NNiK gegen ihn gewusst habe, hätte der Kläger immer noch keine wirkliche Klarheit gehabt, weil nflHM dem Kläger nur gesagt habe, er habe seine Forderung bereits abgetreten. m Revision erkennt selbst an, dass den Beklagten keine Er-|b klärungspflicht nach § 840 ZPO getroffen habe, weil er in R-öer Zustellungsurkunde nicht’aufgefördert worden sei, Erkla-K run gen nach § 840 Abs 1 ZPO ab züge b eh.; In ^diesen allgemeinen Rahmen fiel - entgegen den Ausführungen jgder Revision - weder eine Verpflichtung des Beklagten, dem ■Kläger etwas über die Schuldurkunde und Eintragungsbewilli-Kbing vom 17, Dezember .1950''mitzuteilen, noch die Pflicht, den zugestellten Pfändungsbeschluss dem Grundbuchamt e zureichen und zu beantragen* dass das pfändungspfandrech bei der einzutragenden Hypothek vermerkt werde. Es ist ausserdem aber auch nicht dargetan, inwiefer die Verletzung einer • etwaigen .so weitgehenden Verpflicht des Beklagten für"den"Schaden 'des' Klägers ursächlich ist Denn der etwa eingetretene Schaden beruht darauf* dass die Forderung abgetreten hat. Der Kläger hätte also darlagen müssen, das er bei umfassender Auskunft durch den Beklagten die Pfändung überprüft, den Mangel erkannt und ihn rechtzeitig eine neue ordnungsmassige Pfändung der Forderung beseiti hätte, bevor Wolter sie - spätestens am 1, Februar 1950 an die Molkerei-Genossenschaft HeflHHSM abgetreten hat.