• •
Für das Nachschlagewerk!
Nicht für die Amtliche Sammlung!
Gesetz:
BEG §§ 15«
28
u
9
*1 I
9
5
der
n
m
.1/1
Rechtssatz: 16 Der ursächliche Zusammenhang zwischen der Verletzung des Körpers oder der Gesundheit und cier Verfolgung ist in der Regel nur dann wahrnchein
lieh-» wenn ebensoviel oder mehr für als
den ursächlichen Zusammenhang spricht.
2,
• •
o
Im Bereich des Körper'- und Gesundheits bezieht sich die Vermutung des § 28 Ab
in Verbindung
C«
T.IfV
Jiivr
mit
15 BEG nur darauf- daß die
hrend der Deportation ode
der
heitsent
ehung oder in unmittelbarem Anschluß dar ngetretene Körper- oder
Ge s undhe its schädig
eine nationalsozialistische Verfolgungsmaßn
st
stell der
cht al:
i
darau
.1?
■
3
daß
heute fest
ö
c;
er Körper- oder
mals erlittenen
Gesundheitsschaden mit
chli
im
sa
eben Zusammenhang steht* ;
■
Der Verfolgte hat eine Körper- oder Gesundheits Schädigung .nur dann im unmittelbaren Anschluß an eine
• i
reineitsentziehiung erlitten# wenn er
während der Freiheitsentziehung oder’ innerhalb von acht Llonaten nach der Freiheitsentziehung
die
eine Gesundheitsschädigung erlitten hat# seine Erwerbsfähigkeit um mindestens 25 v0Ro vermindert
hat
L
■
Die Bestimmung des § 4 der 2.. DV-BE G, wonach ein anlagebedingtes leiden als durch national
sozialistische Gewaltmaßnahmen im Sinne der
Entstehung verursacht gilt, wenn es durch diese
Gewaltmaßnahmen wesentlich mitverursacht wor
• •
den ist, greift nur dann zu Gunsten'des Verfolg ten Platz* wenn die wesentliche Llitverursachuiig
wahrscheinlich ist..
• •
• •
••
••
• •
Aktenzeichens IV ZR 156/57
Urteil de» BGH vom 25. September 1957
OLG Düsseldorf
• •
II ü (iäniseli) 44/5
t
Verkündet
le
das Land 2Jordrhein~Y/estfalen, vertreten durch den Innen-
* m
minister des Landes Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf,
- Pr o z e ß b e v o11mäc ht igter 5 Rechtsanwalt
hat der
IV c
Zivilsenat des Bundesgerichtshofs auf die
mündliche Verhandlung'vom 25o September 1957 unter Mit
Wirkung des Senatspräsidenten 3chmidt> der Bundesriehter
Ascher „ Dr = v,Y/erner
9
und Wilden
• m
• •
für Recht
••
Die Revision gegen das Urteil des llt Zivilsenats (EntSchädigungssenats) d.es Oberlandesgerichts in
zuriickgewie
Düsseldo
19v Februar 1957 vvi
sen, Die Entscheidung ergeht gebühren- und auslagen
Die
außergerichtlichen Kosten des Revisions
Verfahrens trägt der Kläger
Von Rechts wegen
••
'Cat Bestands
Der
LQ92 gebor
je bzt also 6>5 <J
alte Kläger ist seit dem Jahre 1909
Arbeiter in
der El s
Industrie * Bis zu dem Jahre 1948 war er Former, seitdem
i
r
er mit leichteren Arbeiten beschäftigt
Dei
n
* CL
wedei
•v*
V 01
dem Jahre 1933 noch später einer politischen
Partei
oder
einer sonstigen politischen Organisation
angehörte; wurde am 11«, Februar 1935 unter dem Verdacht politische Flugblätter verteilt zu haben, verhaftet und
dis zu dem i
l
1935 im Polizeigefängnis in Y/uppertal;
anschließend im Konzentrationslager Eschwege in Haft ge
halten« Nachdem das gegen ihn
c?
eingeleitete o ura
fverfah
ren wegen
Iochverra
am 12o August 1935 mangels Bewe
eingestellt worden war, wurde
0 7»
am 25c November
1935 aus dem Konzentrationslager entlassen
Der Kläger ist
zuletzt durch den Bescheid
des
Kreissouderhilfsausschusses Düsseldorf-Mettmann am
. <~7
£ t
i:
September 1549
als politisch 'Verfolgter aner
kennt worden« Während ihm Haftentschädigungsansprüche
in
öhe von lo5Q0
5
i
für die in Wuppertal
vege
erlittene Haftzeit zugebilligt worden sin&;
wurde sein Antrag? ihm eine Rente wegen Gesundheits
Schadens zu bewilligen? von der Ausführungsbehörde füi
■■■ '
Unfallversicherung*vom Beschwerdeausschuß und vom Re
p
gierungspräsidenten in Düsseldorf abgelehnt
Der Kläger hat behauptet? er sei vor der
Lnhaft
nähme immer gesuno. gewesen?
z in aer
o
- "fc
'b nSößr 6 J
sich infolge Hunger? Feuchtigkeit? Kälte und schwerer
Arbeit ein Magenleiden, ein Rheumaleiden und eine Bron-
chitis zugesogen, seitdem sei er ständig kränkiicn una
schließlich nach dem BEGab iöhe von monatlich mindestens
1.. November
100.- DM.
sugelaseenen Revision age geltend gemachten
beklagte .Land beantragt ?
e Revision £urückzu\vei$en.
Ent sehe idungsgrund e %
Io
A i^c?
Das Berufungsgericht hat ausgeführt, die Klage sei
■
m
unbegründet, weil ein ursächlicher Zusammenhang zwischen
der Haft, sowie der allgemeinen Verfolgungslage und dem
• •
• •
jetzigen Gesundheitszustand des Klägers zwar möglich
sei
y
jedobh hur -hinsicht
r*
h eines kleinen Teils« der
■ m
m
nicht den für eine Rente nach dem Verfolgtenrentenge
setz des Landes Kordrhein-Westfalen
VBG-
oder dem
BUG erforderlichen Vomhundertsatz der Minderung der Er
Das Bern
werbsfähigkeit von 20 bzw. 25 v*H« erreiche
• m
fungsgericht folgt dem Gutachten des Pro:
■ •
■
• • das auf einer gründlichen und mit allen Wissenschaftli
p
chen Hilfsmitteln durchgeführten Untersuchung beruhe und
• •
• • • • . daher den Vorzug namentlich vor dem ersten Rentengutach
ten des Dr
ene
Auch Prof
komme
nun fr
9
wie das Berufungsgericht weiter aus
führt* zu dem Ergebnis, daß die verfolgungsbedingte Min
... '
derung der Erwerbsfähigkeit des Klägers auf 50'v,H* zu
••
bemessen sei*. Dieser Vomhundertsatz könne jedoch nicht
m b •
übernommen werden
?
a
dei
Verfasser de
s
Güi
m
.P.
b^-n tens
einen
Begri
Jf-p
der Wahrscheinlichkeit
zu
.nzhde 1
, aer am
einer Verkennung der vom Gesetz normierten Beweiserleich
terung beruhe* Der Sachverständige-habe ausgeführt,
es sich bei der Darstellung, der Zusammenhangsfrage. im
■
Sinne der Darlegungen des Klägers um keine Deutung hau
dele, der eine große Wahrscheinlichkeit zu Grunde zu
* ■ • •
legen sei« Immerhin müsse zugegeben werden, daß mit eine
relativ geringen Wahrscheinlichkeit gleichwohl angenom
m •
men werden könne, daß das Magenleiden durch die Haftzeit
und
die Verfolgung eine einmalige nicht richtunggebende
Verschlimmerung erfahren habe* Auf eine Rückfrage des
Senats habe der Sachverständige seine Ausführungen dahin
erläut
.L
Ü *|
daß die Wahrscheinlichkeit eines ursächlichen
Zusammenhangs zwischen dem jetzigen Leiden and
der Ver
foigung zweifellos viel kleiner sei als die des Gegen
teils. Las Problem* wie wahrscheinlich es sei, daß Uber
h.aupt ein Verfolgungsschaden vorliege.
a be
die Höhe
der Minderung der Erwerbsfähigkeit keine Bedeutung.. Man
müsse also die beweiswürdigungsmäßige Frage nach der Überzeugungskraft der geäußerten medizinischen Ansicht
von der sachlichen Frage nac
Hohe des ®
zentsatzes streng trennen.- Von einer
Verfolgung«
bedingten Minderung der Erwerbsfähigkeit
man nur
sprechen«, wenn man
voraussetze9 daß
die s
chon
genannte
geringe
Wahrscheinlichkeit zur Bewilligung
einer Bente genüge *
Liese Ansicht
abzulehnenGemäß
o
28 Abs..
BEG reiche es zwar aus* wenn für den.- Kläger die bloße
Wahrscheinlichkeit spreche.- Dieser Begriff stimme
nicht mit dem üoerein* was der Sachverständige mit
einer "gewissen Wahrscheinlichkeit” meine, denn letz
c
terer spreche von einer'Wahrscheinlichkeit,
die
ZWi
sehen 0 und 100 c/o abzustufen sei. Liese
turn ci*
o
also den ganzen Bereich zwischen der vollen Beweis barfceit einerseits und der ganz geringen Möglichkeit, d.h« ITiehtbeweisbarkeit des Gegenteils andererseits.
flenn der Senat von einem derartigen Begriff der ’«ahr
scheinlichkeit aisgehen wolle, dann würde dies dazu führen* daß jede Krankheit eines
*cen als ver
i
olgungsbedingt anzusehen
« *
solange nicht das Ge
genteil klar erwiesen sei. Lies sei nicht der Wille
des Gesetzes. Denn sonst wären die weiteren Beweiser
leichterungen in § 28 Abs«, 2 BEG in Verbindung mit § 15
ü
c*
2 BEG sowie den §§ 1 bis 4 der zweiten LV-BEG vom 25. November 1956
B
9
870
überflüssig. Daher
/'K V
sei im Rahmen des § 28 Abs» 1 Satz 2
eine medizinische
iiußfoIgerung nur dann zur wenn ihre Wahrscheinlichkeit
i/ährung hinreichend >
größer oder wenigstens
Oir 1
s
vL
i»
g
groß
r»«
wie aie
ihres
Gegenteils
Das
Ent
schädigungsrecht sei hierbei weitherziger und für die
Verfolgten günstiger als das bürgerliche Recht; das eine
cherheit grenzende Wahrscheinlichkeit oder doch den
Beweis des ersten Anscheins verlange, wahrscheinlich auch
günstiger als das Sozialversieherungsges
a A*i~ tr 'ü ÜÄ
das den Be
griff der überwiegenden Wahrscheinlichkeit verwende. Es
genüge aber auf keinen Pall,
Ct
die Wahrscheinlichkeit
dei
Ansicht
?
auf die sich der
Klä
ger stützej zweiieu-uo
viel kleiner sei als die der Gegenansicht„ An dieser End
festStellung des Sachverständigen scheitere also der Kl8
• •
Diese rechtlichen Darlegungen.halten den Angri
o
±x i
on
der Revision stand. Wer eine in einem Rechtssatz ausge
sprochene
J- V
für sich in Anspruch nimmt, kann
durchdringen, wenn der im Gesetz normierte Tatbestand festgestellt wird» Im Bereich d.er Verhan&lüngsmaxime
muß der Kläger den Beweis für die
seiner
Behauptungen
bringen. Im Bereich der das BEG gemäß
I
p Abs
beherrschenden Offisialmaxime müssen die
Ent
Ü ÖVj
hädigungsorgane die Richtigkeit des vorgetragenen
Sachverhalts von Amts wegen .feststellen,; im Bereich
beider Grundsätze geschieht dies
auf die
• •
gleiche Weise
ich durch den Beweis
d,h
durch eine Tätigkeitj
die in dem Richter die Überzeugung von der Y/ährheit
oder Unwahrheit einer Behauptung
soll (Vgld
Rosenberg.Lehre
des
Deutschen Zivilprozeßrechts6
Auf!
111.
I,
9
O o
509)
fr
Zwar ist der Kläger im Be
reich der Amtsermittlung der Beweisführungslast ent
höben, doch gilt auch hier der Grundsatz d
0 7*
Gefahr
• •
Die
Unzulänglichkeit der Mittel„ auf Grund deren
der
Richter seine Überzeugung begründet, läßt allerdings
d en
Sachableuf nie mit absoluter Gewißheit
fe
ßtstellen,
vn e
es
beiin logischen Beweis Wissenschaftli
he
i
>
Säts
mc ü1
lieh
und
notwendig ist (Rosenberg
aau
ft
111
9
O
$ #
Wie weit Fehlerquellen der menschlichen Erkennt
nis in ICauf genommen werden sollencestimmt die Re
Ordnung selbst..
kam?, sich anstelle des vollen Be-
weises mit einem minderen Grad der Überzeugung begnügen
Von
dieser Möglichkeit
hat
er.Gesetzgeber vor allem
den Fällen Gebrauch gemacht,
3.12
denen die völlige Fest
Stellung eines behaupteten Sachverhalts
nur öu
Cf
h vfex
m 0&
11
n
-1
su
Das gilt im Bereich des
itKX
insbesondere an±
dem Gebiet des Gesimdheä
.'CS
und Körpersohadens, da hiei
der
zweier eisfreien Feststellung eines behaupteten Ge—
s e h eh ens a b 1 a vif s
ij
chwerwlegende Hindernisse
i m W e ge
ue
! p.«
hen
Das &'i 1 fc vor
1 ein xiir die Frage
O
1
zwischen der
Verfolgungsmaßnahme und dem festgesieliten Krankheit
zu.
st a
md ein ursächlicher Zusammenhang bestehtAus die-
sem Grunde hat der Gesetzgeber in
n
2B ä bs o
1
der
dem Verfolgten in Satz 1 einen Entschädigungsanspruch
gibt« wenn
f
an seinem Köroer oder an seiner Gesundheit
nie Ire unerheblich geschädigt worden i
u
>•
in Satz ° h
fj
st imint daß es
wenn dex
ur
die B
’ um a uns: des Anspruchs genü/ct-
*»• w v«7
ursächliche Zusammenhang zwischen dem Schaden
o
an. Körper oder Gesundheit und der Verfolgung wahrschein lieh ist«
Per Begriff der Wahrscheinlichkeit ist ein Rechts-
begriff
Im
Sevisionsrechtszug ist zu prüfen, ob ihn das
Berufungsgericht richtig verstanden hat« Piese Naehprü
ergibt jedoch» daß das Berufungsgericht die Bedeutung die
rechtlichen Begriffes nicht verkannt und mit Hecht von der Auffassung des Sachverständigen abgewichen ist.«
Wenn der Sachverständige auch "eine relativ geringe Wahl* seheiniiehkeit" als ausreichend ansieht und diesen Be
griff dahin erläutert * daß die Wahrscheinlichkeit
A
v-
ursächlichen Zusammenhangs zwischen dem jetzigen Leiden und der Verfolgung viel kleiner sei als die des Gegen teils, so hält er, wie das Berufungsgericht, mit Recht
ausführt, die Begriffe der Wahrscheinlichkeit und der bloßen Möglichkeit nicht scharf genug auseinander« Er
zieht die Grenzen zwischen, beiden Begriffen
iebtig
Wahrscheinlichkeit ist mehr als bloße Möglichkeit
JbS
genügt n denkbar)
Ivb, daß der Zusammenhang nicht unmöglich
ist,
elmehr muß mehr für als gegen die. An
• •
nähme sprechen, da3 ein ursächlicher Zusammenhang zwi
sehen Verfolgung und dem behaupteten Leiden besteht (so
auch Ehrig bei Blessin-Wilden
'j 28 Anm»
5)
In gleicher
Weise wird der Begriff der Wahrscheinlich
keit auch im Bundesversorgungsrecht bestimmt, wo nach
• •
Abs
3 BVG zur Zuerkennung einer Gesundheitsstörung
als Folge eine
Schädigung ebenfalls die Wahrscheinlich-
keit des
ächlichen Zusammenhangs genügt (vgl« Schieckel
n
c O
Bundesversorgungsgesetz 2« Auf!
änuu 20 und 21 zu 5
Wenn.daher das Berufungsgericht zur Frage der Wahr
scheinlichkeit des Kausalzusammenhangs zwischen Verfo]
gung
einerseits und Körner- und Gesur.dheitaschaden anderer
G
7
9
• •
s e x'o s aus führ t „ da ß
i
a Rahmen des § 28 Abs... 1 BEG- eine
medizinische Schlußfolgerung nur dann zur ßentengewähriu
ausreichend sei, wenn ihre Wahrscheinlichkeit größer oder
wenigstens ungefähr gleichgroß
sei wie die des Gegenteils
s
o
Läßt diese Auslegung des Begriffs einen rechtlichen
irrtum ni cht erk ennen,
man au
eine Wahrschein
JL,
ic like it von nur 10 oder 20 v„H* unter allen möglichen
Pallen als für die Bejahung des wahrscheinlichen Kausal
Zusammenhangs für ausreichend halten, so würde man an
le
.le des Begriffs
W a hr s c h e in 1 i e hk e i t
d
bloßen Möglichkeit setzen^ d.ss würde aber weder dem Wort
laut noch dem Sinn der
.r.
geset zlichen Vors chrii t ent .-=»
« nr ö
c
hen
Es würden dann insbesondere auch die für den
Ver
folgten streitenden Vermutungen und Beweiserleichterun
n des
f«
28 Abs
BEG und de
4^
s
n
bis 4 der
fce
DY
überflüssig sein, da die bloße Möglichkeit
des
ursächlichen Zusammenhangs nur selten auszuschließen
sein würde und es daher
tea
. go n
als der des § 28 Abö
i
S.a
BEG nicht bedürfte.
Bas Berufungsgericht hat auch nicht, wie die Revi-
sion meint; die Bedeutung und Tragweite der Vermutung
des § 28 Abs
BEG
n
in Verbindung miu $
i r> t •
J. J J.\ !
2 BE G
verkannt 0 Rach
15 Abs. 2
c
4
auf den
28 Abs
(
Ir vT
vervve
wird in den Pallen, in denen der Verfolgte
während c.er Deportation oder
einer Freiheitsentziehung
oder im
unmittelbaren Anschluß daran verstorben ist, ver
mutet, daß er durch nationalsozialistische Gewaltmaß
maßnahmen vorsätzlich oder leichtfertig getötet oder
in den Tod getrieben worden ist. Die Vermutung des
P -i r—
i« lh
J
Abs.
r\
<L
ist in das Gesetz eingeführt
worcien, 'wen die
Feststellung, ob der Tod des Verfolgten während
er
Deportation oder während der Freiheitsentziehung eine
10
10
nationalsozialistische Verfolgungsmaßnahme im Sinne des
$ 2 Abss 1 BEG war. besonderen Schwierigkeiten begeg
ne t v
Di
Q
Schwierigkeiten sind sowohl in der Länge
inzwischen erfolgten Zeitablaufs als auch darin begrün-
det
daß die NS-Machthaber Leben und Tod der in iha
Gewalt befindlichen Verfolgten mit einer fast undurch dringlichen Mauer des Schweigens umgaben> so daß die
zweifelsfreie Feststellung der
Todesursache in der He
ge
i
unmöglich blieb* Der Vermutung des
28 Abs
im Bereich des Gesundheits- und Körperschadens muß di
o
selbe Bedeutung beigemessen werden/ Erleidet der Ver-
folgte während der Deportation oder der Haft od
in un
mittelbarem Anschluß daran einen Gesundheits- oder Kör
perschadeiiji z
Verlust der Zähne, Verlust' eineo
C!
Armes
eine Magenerkrankung oder ein Herzleiden* so wird ver mutet, daß die Schädigung auf einer nationalsözialisti
♦ «
sehen GewaltraaBnahme beruhte. Es bedarf daher« um den
Anspruch als begründet erscheinen zu lassen, nicht mehr
w
der Feststellung
p
Ci
der Sch
eht auf einer mög-
lichen anderen Ursachey
sondern auf einer nationalsozia
listischen Gewaltmaßhahme beruht
Darin
erschöpft sich
* •
aber a
uch
die
Bedeutung der. Vermutung« Hiebt erstreckt
sie
ch auch darc'.u
daß der netz
v
estgestellte Kör-
per
oder Gesundheitsschaden mit
damals
litter
• •
Schädigung
einem ursächlichen Zusammenhang stehe
Dieser Zusammenhang muß vielmehr festgestellt werden wenn der Kläger Ansprüche geltend machen will; wobei
Wahrscheinlichkeit des ursächlichen
ge
28 Abs« 1 Satz 2 BEG zur Anspruchsbegründung
n i*i
US
cht o Gerade das hat auch der erkennende Senat in
der in RzV/ J.957
9
57
45
abgedruckten Entscheidung vom
33
Oktober 1956
IV ZR 165/56
ausgeführt „ !)i
o
Be
rufung des Klägers auf
eh]
diese Entscheidung geh
Lr
daher
Mit Hecht bestimme
auch § 1 der
D7-BEG,
11
II
daß die in
28 Al
l'ö * 2 BEG für »
hend anwendbar
eric
mg des
L5 Abs,
2
-uG- sich nur darauf
erstreckt, daß die
seinerzeit eingetretene Schädigung
nationalst)zialistische Gewaltinaßuahsien zurücksuxüh
b z
de
ren ist« Die Vermutung erstreckt sich nach genannten Vorschrift nicht auf den ursächlichen Zusam
menhang zwischen dieser Schädigung und dem derzeitigen
Grc
undheitszustand des Verfolgten, Gegen die Hechtsgttl
tigkeit dieser Vorschrift der zweiten
BEG
die dem
Sinn und der Tragweit
o
des
28 Abs.
in Veroin
dung mit j 15 Abs« 2 BEG entspricht, bestehen daher keine Bedenken..
Zu unrecht macht der
ferner geltend, daß
das Berufungsgericht die Bedeutung des § 4 der zweiten DV-BEG verkannt habe. Auszugehen ist bei der
5 un g
des Sinnes der Vorschrift von der Bestimmung des
34
BEG« Ist danach die Erwerbsfähigkeit des Verfolgten neben der Beeinträchtigung durch die
verfolgungsbed"
te Schädigung auch durch andere ‘Ursachen gemindert;
so
wird bei der Bemessung der
der Rente nur. die durch
die verfolgungsbedingte
T>
Schädigung herbeigeführte ne
eintrachtigung der Ervverbsfä
Hierzu bestimmt
t zu Grunde gelegt.
4 der zweiten D7-BEG, daß ein snlage
bedingtes Leiden als durch nationalsozialistische
Ge
waitMaßnahmen verursacht gilt, wenn es durch diese Ge
waltmaßnahmen wesentlich mitverursacht ist,. Der in
ta
34
BEG aufgestellte Grundsatz, daß für die Bemessung der
o1**
stungen die Beeinträchtigung der Er
werbsfähigkeit des Verfolgten nur insoweit in Betracht
zu
£J
Lehen ist, als sie verfolgungsbedingt ist, ist in
4 der zweiten DV-BEG für anlagebedingte Leiden in
einem dem Verfolgten günstigen Sinne erläutert. Voraus
Setzung der Anwendbarkeit dieser Vorschrift ist jedoch?
was cier
daß das anlageseaingve Leiden
12
12
eia solches wird zu Gunsten des Klägers angenommen
durch nationalsozialistische Gewaltinaßnahmen wesentlich
tverursacht worden ist. An dieser Voraussetzung fehl
es jedoch im vorliegenden Palle.. Das Berufungsgericht
hat vielmehr in nicht zu beanstandender Weise den ui
1 v>
sächlichen Zusammenhang zwischen Verfolgungsmaßnahme
und dem
jetzigen
Leiden verneint* Auf § 3
Lh
kj
s„
der
zweiten LV
wonach ein früheres durch nationalsozia
listische Gewaltmaßnahmen richtunggebend verschlimmertes Leiden in vollem Umfang als ein Verfolgungsschaden gilt*
kann sich der
deshalb
ht mit
berufen
*
weil der Gutachter, dem sich das Berufungsgericht insoweit angeschlossen hat, ausdrücklich nur eine nicht richtunggebende Verschlimmermag des Leidens des Klägers angenommen hat
4-
Wenn der
weiter rügt, das Berufungsgericht
habe ohne genügende St
für seine Annahme in der Be
weisaufnahme zu Unrecht verneint
$
daß
spätestens acht
Monate nach der Konzentrationslagerhaft mindestens in
Höhe von 20 v
in seiner Erwerbsfähigkeit verfolgungs
bedingt beeinträchtigt gewesen-sei,- so greift er die Be
weiswürdigung des Gerichts an
Hiermit kann er im Kevi
sioftsrechtszug nicht gehört werden. Laß das Gericht bei
aer
dei
Krankenge s chicht e
der Zeugenaussagen,
de
JL
Auskunft der Allgemeinen Ortskrankenkasse in Velbert
m
und der Bescheinigung des Tr
allgemeine Lenkgesetze verletzt hätte
Brfahrungssätze oder
*
IS
t nicht ersieht
lieh* Lie weitere Rüge des Klägers, das Gericht habe den
B e gr if f d e r
Erwerbsfahigk
ü
und den der Erwerbsminderiu
AtD
verkannt, geht gleichfalls fehl* Auch
ügt
Kl
ger in Wirklichkeit nui
die
digung der Beweisaufnahme
i das Gericht
i das Berufungsgericht ungeachtet
des wiederholten Fehlens
c.es
ägers bei der Arbeit
seit
JU
Jahre 1956 sowie der Aussagen der Zeugin
und
15
13
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ctes:* Besehe!ni gu <:
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e i ne v e r f o X g un.g s o e
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dingte krvvea:bsminderung des Klägers in Höhe von 20
verneint,
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r*o >*>-s
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liegt auch diese Schlußfolgerung auf deva
■ »
tatricht erlichen BeweisWürdigung 5 die i*a
V j
sionsverfal
en nicht angegriffen werden kann. Verneint
a
K
K/
er das Gericht zutreffend eine verfolgungsbedingte
Minderung der Erwerbsfähigkeit des Klägers in Höhe von
20
V * H - ,
so kann sich der Kläger zu seinen Gunsten
a u c n
n
auf
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r uix en,
die
Vorsehrif
nur den Besri
de
2 der zweiten DY
unai11e1baren Ansehlusse
au Be por t at i on und Er eiheit s e nt zi ehung e r 1 äul er t •>
Baß
im übrigen die in § 28 Abs
t»
no rmie rt e Y e xmu u ung zu
Gunsten d.es Klägers keine Anwendung finden kann? iso
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reits. in den Ausführungen unter
LI,
dar gelegt w oxden
4 ♦
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5:
^ m
Zu
Unrecht
macht der Kläger schließlich.
1 end
Q
die
Feststellungen
tes
Beruf ung surt e
über .seine
Rheuma lei den und die Bronchitis nur. auf Vermutungen
*
inch
» Auen
der Ausführungen des Sachverständigen
(Rheuma, Bronchiti
*
*
»
>
4
Nach alledem war die
Kostenfolge aus den §§97
zuweisen..
Revision des Klägers mit der ZH> und 225 Abs» 1 REG- zurück-
Ascher
n Werner Bundesrichter
Maaß ist beurlaubt und ver-
«
hindert zu unterschreiben»
4
»
4
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%
4
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