*
IV_ZR_138/60
♦
Verkündet am 21o Dezember I960
+
Schorm, Justizangestellter als ürkundsbeamter der
Geschäftsstelle
t
Im Kamen des Volkes
* * *
des
in D
Richard v
* •
Revisionsklägers
- Prozeßbevollmächtigter
in
das Land H e s s e n7
vertreten durch den Hessischen Minister des Innern in Wies-' badenj Luisenstro 13,
0
- Prozeßbevollmächtigter:
Rechtsanwalt
Prof o
*
hat der
*
aut die
Verhandlung vom 16. Dezember I960 unter Mitwirkung der Bundes-
■ *
richter Raske, Maaß, Wilden, Dr. Ioewenheim und Dr. Graf
— *
für Recht erkannt:
Pie Revision des Klägers gegen das Urteil des
4
furt/Main vom 60 Januar I960 wird zurückgewiesen <,
*
Pie Entscheidung ergeht gebühren- und auslagenfreio
me
Kosten der Revision
+
*
*
2
«
Der bis zur Machtergreifung durch den Nationalsozialismus
zunächst im hessischen Justizdienst und später im Bereich des
*
Hessischen Innenministeriums tätig gewesene Kläger hat Entschä
digungsansprüche auf Wiedereinstellung in den öffentlichen
♦
Dienst in einer Stelle vom Ministerialrat an aufwärts oder
Da dem
der
nach seiner
nicht
im Verfahren vor
enige Rechtsstellung ge
währt worden war, die er bei regelmäßigem Verlauf seiner Dien;
laufbahn voraussichtlich erreicht
9
mit dem
auf Feststellung,
ihm ab
er Klage erhoben
April 1934
die Rechtsstellung und Besoldung eines Ministerialrats und
+
ab lo April 1949 (bzw<, von einem nach Ermessen des Gerichts
festgelegten Zeitpunkt ab) die Rechtsstellung und Besoldung
eines Beamten mit dem Sondergehalt der Gruppe
zu gewähre
♦
3
♦
Ohne die nationalsozialistische Verfolgung hätte er spä testens ab L April 1949 die Rechtsstellung und Besoldung eines einem früheren Hessischen Staatsrat entsprechenden Beam
ten
Er sex
des. damaligen Innenministers
im
1932 als
für den damaligen
Staatsrat
ausersehen
Schv/amb habe
Stelle
des Ministerialdirektors Br
erhalten sollen« Der Witwe des durch
die
Nationalsozialisten
Staatsrats
sei vom Beklagten die Pension
einer Ministerialdirektorswitwe im Wiedergutmachungswege zu gesprochen worden« Das Land Hessen gehe somit selbst davon
aus
♦
daß die Stelle des Staatsrats
wirklich frei ge
worden wäre« Ministerialdirektor Br
wäre spätestens
1938/39 in den Ruhestand versetzt worden
Als weiterer Bewerber für die Staatsratsstelle sei nur
der Ministerialrat
in Präge gekommen
0
der sich aber mit
dem Minister
nicht verstanden und nicht der SPD an
gehört habe, was Voraussetzung für d
Besetzung d
taats
ratsstelle
Für
sei eine Beförderungsstelle
in der Provinzialverwaltung
gewesen
Da bei den Landtagswahlen
die Sozialdemokraten wiede
einer Mehrheit hätten
9
sie auch vor
au3sichtlich das
lum
besetzt» Aber auch
0
wenn das
die
in
kommende Koalitions
Partei, aus
das Innenministerium
erhalten hatte
9
**
aas
Einfluß
seine Beförderung
zu dem Staatsrat
habe damals so sicher mit der Betör
derung gerechnet, daß er es
habe
9
Ministerialrat
im Finanzministerium zu werden
Im übrigen seien einer Reihe von Beamten im Wege der Wiedergutmachung nachträglich Spitzenstellungen zugesprochen
worden, ohne daß dabei übertriebene Anforderungen an die Wahr scheinlichkeit ihrer voraussichtlichen Laufbahn gestellt worden seien«
Der Kläger hat, da sich der ursprüngliche Klageantrag
inzwischen durch eine Einstufung der Verwaltungsgerichtsprä
*
♦
sidenten in eine neue Gehaltsstufe teilweise erledigt habe,
■
beantragt,
■
■ ■ unter Aufhebung des angefochtenen Urteils das beklagte
Land kostenpflichtig zu verurteilen, ihm ab 1« April
1949 (bzwo von einem nach dem Ermessen des Gerichts
festzusetzenden Zeitpunkt ab) die Rechtsstellung und Besoldung eines einem früheren Hessischen Staatsrat entsprechenden Beamten oder eines Beamten gleichen Ranges und gleicher Besoldung zu gewähren»
Der Beklagte hat beantragt,
die Berufung zurückzuweiseno
p
Er hat geltend gemacht:
Die Staatsratsstelle sei nämlich damals im Zuge der
Sparmaßnahmen in eine Ministerialratsstelle umgewandelt wor-
■
den. Ob und wann diese Sparmaßnahmen ohne den Einfluß der nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik aufgehoben worden
wären, lasse sich nicht sagen«
Im übrigen sei
etwa beabsichtig
&
rnennung des
Klägers zu dem Staatsrat, einer nach politischen Gesichtspunkten zu besetzenden Spitzenstellung, mit derart vielen Unsicher heiten belastet gewesen, daß von einer voraussichtlichen
Dienstlaufbahn nicht gesprochen werden könne
Weder der Verbleib des
noch
der des Innenministers
auf
Posten sei sicher
gev/esen
habe Aussicht auf eine Stellung in Berlin
gehabt
*
und
habe zu einer internationalen Organi
sation nach Genf gehen wollen* Die Beziehungen zu diesen
beiden Ministern, besonders zu
seien abe
für
dienstliche Laufbahn des Klägers
9
al
so
für die Erlangung des
Postens eines Staatsrats, entscheidend gewesen*
Die Ernennung des i
zu dem Staatsrat sei weiter ab
nangig gewesen:
von der Versetzung des dienstälteren und sehr tüchtigen
Ministerialrats
auf einen
eren Posten, und zwar
mit dessen Einverständnis
* Es
sei nicht selbstverständlich
daß Ministerialrat
der mit der Familie
eng
befreundet gewesen sei, mit jeder Versetzung einverstanden
♦ ♦
gewesen ware
9
von der
allerdings wahrscheinlichen - Mehrheit dar
Sozialdemokraten bei der Landtagswahl 1935
9
%
J o
von der Wiederbesetzung des
iums mit einem
der SPD
Sollte aus
heraus das Zentrum den
Innenminister gestellt haben, so sei es ausgeschlossen
7
daß
dieser einen Angehörigen der
als Staatsrat neben sich
%
♦
*
♦
♦
geduldet hätte» Auch ein neuer SPD-Innenminister ~ falls
nämlich wie ernstlich von ihm beabsichtigt» nach
■
i
Genf gegangen wäre - hätte einen Mann seines Vertrauens und nicht den Kläger als Staatsrat gewählt.
• ♦
*
Der Minister
hat mitgeteilt;
"Ich bedaure sehr, an der am Dienstag, den 26» Mai 1959? stattfindenden Sitzung nicht teilnehraen zu können, da ich 84 Jahre alt bin und an Leber und Galle erkrankt bin und nicht mehr gehen kann, mein Gedächtnis mich zeitweise im Stich läßt„"
Das Oberlandesgericht hat die Berufung des Klägers gegen das landgerichtliche Urteil erneut zurückgewiesen«, Mit der
im Berufungsurteil zugelassenen Revision verfolgt der Kläger
• ■
■
%
seinen im Berufungsrechtszuge zuletzt gestellten Antrag weiter-
#
Das beklagte Land bittet um Zurückweisung der Revision.
♦
«
4
0
♦
%
bei Berücksichtigung seiner individuellen Dienstlauf
bahn voraussichtlich
9
mit überwiegender Wahrscheinlich
keit
9
nicht nur Ministerialrat, sondern auch Staatsrat ge
i
4
■
\
i
worden wäre und die urspr
über der Besoldung eines
■i
m
1
■
1
• •
Ministerialrats liegenden Bezüge der Sondergruppe
erhalten
hätte; denn die Erlangung der Staatsratsstelle durch den Klage sei von so vielen, in ihrer Entwicklung nicht übersehbaren Um-
ständen
abhängig gewesen, daß sie nicht mehr als Voraussicht
lieh eingetreten angesehen werden könne
Im
inzelnen hat
das
Oberlandesgericht diesen Standpunkt wie folgt begründet:
An den Nachweis, daß der Verfolgte
ne Spitzenstellun
erreicht hätte, seien angesichts des außergewöhnlichen Charak
ters einer solchen Dienstlaufbahn besonders hohe
Anforderungen
zu stellen® Das müsse erst recht gelten, wenn
wie hier
das
Unrecht im Verwaltungswege inzwischen in einem Maße wieder
*
gutgemacht worden sei, das die mögliche Laufbahn des Klägers innerhalb der Ministerialbeamtenschaft schon weitgehend be
rücksichtigt habe, indem die Beförde
des damals 38jährigen
Klägers vom Oberregierungsrat zu dem Ministerialrat für
das
Jahr
1934 angenommen worden sei
Die vom
erstrebte S
eines Staatsrats im
nicht in der
vieler Ministeria
mit politischen Aufgaben gelegen, sondern sei ausge
■
sprochen politischer Natur gewesene Das Innenministerium habe durch seinen Tätigkeitsbereich den stärksten Einfluß auf die
Gestaltung der Landespolitik® Der Staatsrat im Innenministe
ium sei einer der wichtigsten Mitarbei
des Innenministers
h:« sei bei ihm nicht nur auf besondere fachliche Tüchtigkeit
angekorainen, sonde
T*
n er habe auch politisch mit dem Innen
• M
I
minister übereinstiraraen müssen« Dementsprechend habe der Zeuge St^H^ bestätigt, daß die Zugehörigkeit zur gleichen
Partei Voraussetzung für die Besetzung der Staatsratsstelle
. *' a
gewesen sei« Außerdem sei ein persönliches Vertrauensverhält-
i •
nis zwischen Minister und Staatsrat erforderlich gewesen;
■
die Besetzung der Stelle sei daher nicht nur von der Partei-Zugehörigkeit des Innenministers, sondern auch von seiner Person und seinen Wünschen abhängig gewesen«
Es sei zweifelhaft, ob die Prüfung des voraussichtlichen
Verlaufs einer
die
fiktiver partei
oder
• ♦
nach 1933 zulasse
0
♦
♦
die
von
und Versetzungen
anderer Beamter als Voraussetzung der Beförderung eines Ver
folgten auf die dadurch freiwerdende Stelle möglich sei
Die
gleichwohl erfolgte
üfung der Aussichten einer Beförderung
des Klägers habe für das Oberlandesgericht aber ergeben, daß
wegen des
politischer Faktoren eine dem
günstige Entscheidung
Für die Möglichkeit einer
des
zu dem
Staatsrat spreche nur, daß er
den Posten des Staatsrats
gewesen sei, falls dieser als Nachfolger
von ur«
geworden wäre« Im Gegen
satz zu einem bereits
rliegenden Kabinettsbeschluß über die
Beförderung des Staatsrats Sch
zu dem
anstelle von Dr«
sei es aber hinsichtlich einer etwaigen
Beförderung des Klägers zu dem Staatsrat zu einem Kabinettsbe
Schluß nicht gekommen
t
im
hätten damals Bedenken
des Ministerspräsidenten
und des Ministers
bestanden
9
verdienten Ministerialrat
durch Beförde
rung des dienstjüngeren Klägers zu
* #
«#
Es lasse sich auch nicht feststellen
9
aß der Kläger
bei
Br.
Erreichung der Altersgrenze durch Ministerialdirektor
1938/59 mit Wahrscheinlichkeit die Staatsratestelle
erhalten hätte« Dieses sei vornehmlich von einem Verbleiben
von
, mit dem der Kläger eng befreundet gewesen sei,
*
*
als Innenminister abhängig gewesen. Letzteres aber habe damit
zusammengehangen
9
ob
ohne die Herrschaft der NSDAP
nach
den Landtagswahlen von 1935 die SPD wieder das Innenministeriui
erhalten hätte
Frage lasse sich bei der labilen politi
sehen
und mangels gesicherten Besitzstandes einer Partei
nicht sicher beantworten; nach
in jenen Jahren
l ♦
trägliche Wahlprognosen unter Einbeziehung mehrerer Fiktionen
könnten nicht gestellt werden« Jedenfalls seien alle Bespre chungen über die angeblich für den Kläger in Aussicht genom men gewesene Staatsratsstelle von einer Regierung geführt worden, die schon vor 1933 über keine Mehrheit mehr verfügt
habe« Insbesondere
*e für demokratische Wahlen 1935 di°
Entwicklung der Wirtschaftskrise und der außenpolitischen Lage eine wichtige Rolle gespielt. Auch sei nicht auszuschlie
Ben
9
daß die
wied
zu einer Koalition
dem Zentrum
i
i
gezwungen worden wäre und diesem das Innenministerium hätte überlassen müssen. Dann sei zweifelhaft
9
ob einem de m Z entrum
o
CA
% »•
ngeno
en Innenminister ein sozialdemokratischer Staatsrat
genehm gewesen wäre,
Pa
•v*
in Beförderungsstellen von
■
politischer Bedeutung zunächst ihre eigenen Anhänger hinein
■>j
zubringen versuche
9
daß Minister
im
seiner
selbst dann
setzt worden wäre
nach Genf das Innenministerium hätte, wenn es weiter von der SPD be
ein bloßer Personenwechsel habe aber
die Beförderung des
gerade zu dem Staatsrat im Innen
ministerium ernstlich gefährden können, da diese Stellung Gegensatz zu einem reinen Fachministerium
9
in
, in einem ausgesp
ro
Vertrauen zwischen
chen politischen Ministerium dem Minister und dem Staatsrat vorausgesetzt habe. Auch ein
Wechsel des
im Falle des
von
nach Berlin sei möglich gewesen
♦
*
*
■
10
Ferner lasse sieh nicht mehr feststellen, ob im Augen
blick einer Beförderung des Klage
s in die Stelle des o
c*
taats
rats
diese noch herausgehoben und nicht vielmehr
aus Sparsamkeitsgründen in eine Ministerialratsstelle umge
wandelt gewesen wäre« Selbst wenn
unsicher, wann
derartige
Sparmaßnahmen schließlich wieder fortgefallen wären, bleibe
zweifelhaft, ob die nur in Hessen bekannte Staatsratsstelle mi
ihrer hohen Beso
bestehen
■
4 •
ware
Pur die Situatic
insbesondere den Portbestand des Volksstaats Hessen und die
Zusammensetzung einer hessischen
im Jahre 1949
9
f #
ur
das der
so gestellt werden wolle, als wäre er damal
o
Staatsrat geworden, fehle
er Anhalt
Vergeblich berufe sich der Kläger darauf, daß nach dem
Tode
dessen Beförderung zu dem Ministerialdirektor aus
gesprochen worden
o
ei
Ein Verwaltungsakt im Entschädigungs
verfahren gebe keinen Anhalt, ob und wann es zu einer Beför
wirklich gekommen wäre, abgesehen davon, daß bezüglich
im Gegensatz zu dem Kläger, ein Kabinettsbeschluß
■
bereits Vorgelegen habe. Die sonstigen vom Kläger als angebli
■
■
gleichliegend herangezogenen Beförderungsfälle hätten in tat sächlicher Beziehung verschieden gelegen; denn es habe sich
hie
v»
9
abgesehen von der
tiger Handhabung
im Verwaltungsverfahren, niemals um
4.
rungen in Stellen
gehandelt
9
die
7
wie die vom Kläger erstrebte, von unberechen
baren politischen und
gewesen
seien
Darnach könne nicht
werden, daß der
die Stufe eines Staatsrats oder einer anderen, entsprechend
■ ■
bezahlten Stelle, die nach seinem Vortrage für ihn auch nicht
in Präge
sei
9
voraussichtlich erreicht hätte
♦
11
II
• ♦-
Revision meint, das Oberlandesgericht sei von einer
unrichtigen Problemstellung ausgegangen. Die entscheidungs
erhebliche Frage habe nicht dahin lauten dürfen« ob der
ohne die Verfolgung 193p oder 1939 oder irgendwann
vor 1945 Staatsrat geworden wäre* sondern dahin* ob die vor aussichtliche Dienstlaufbahn des Klägers bis zu dem 31« März 1951 zur Ernennung zu dem Staatsrat oder in eine gleichwertige Soitzen
Stellung geführt hätte
*
i
Das Oberlandesgericht habe anscheinend unter dem Einfluß
h
der Einwendung des beklagten Landes gestanden* der Kläger habe
sich* im Gegensatz zu anderen Verfolgten* zunächst als Recht
s
anwalt und Notar betätigt und sich
um eine Wiederan
Stellung beworben
Der
habe dies aber bestritten und Be-
weis für das Gegenteil
ange treten • hierauf
sei das Oberlandes
gericht indessen nicht eingegangen*
Es
sei auch unrichtig* daß* außer der Stelle des Staats
rats, eine andere* entsprechend bezahlte Stelle für den Kläger
nach seinem Vortrage nicht in Frage gekommen seio Aber selbst
wenn dies zuträfe, habe das Gericht von Amts wegen
müssen, ob in der Zeit von 1933 bis 1951 die Beförderung
des
hervorragend bewährten und qualifizierten Klägers in eine dem
Staatsrat g
Stelle voraussichtlich erfolgt wäre
In diesem Zusammenhänge sei es nicht unerheblich, wie unter
Beweis gestellt worden sei, daß andere Beamte
9
bis 1933
keine so außergewöhnliche Laufbahn, wie der Kläger, hinter
sich
und gleichfalls wegen nationalsozialistischer Ver-
•4
folguxigsmaßnalimen hätten
+ s
müssen
9
dem Zusammen
on
bruch und vor 1951 Spitzenstellungen erlangt hätten oder jeo^
falls im
entsprechend behandelt
worden seien
• ♦
Die Angriffe der ßeviaion haben keinen Erfolg,
Nach der Rechtsprechung des erkennenden Senats (Urteil
LM Kr
zu
BWGöD
der Wieder
vom 29o Januar I960 - IV ZR 242/59 RzW I960, 283 Nr. 41) kann der Verfolgte im gutmachung auch die Einräumung einer Spitzenstellung verlangen« Dieser Anspruch hängt davon ab, daß die Erlangung einer sol
chen Stellung im Zuge seiner voraussichtlichen Laufbahn wahr
scheinlich ist. Hierzu bedarf es der Feststellung konkreter
Tatsachen. Dabei ist zu berücksichtigen* daß auch in einem
■
Rechtsstaat bei der Erlangung einer Spitzenstellung außerhalb der fachlichen Eignung des Geschädigten liegende Faktoren
mitwirken.
Diese Grundsätze hat das
ne Urteil beachtet
Es ist auch
, wie
Revision meint, von einer unrich
tigen Problemstellung ausgegangen, hat insbesondere nicht nur geprüft, ob der Kläger ohne die Verfolgung 1935 oder 1939 oder irgendwann vor 1945 Staatsrat geworden wäre. Vielmehr geht die Fragestellung des Berufungsgerichts ganz allgemein und ohne
eine solche zeitliche Begrenzung dahin
9
ob
bei
seiner individuellen Dienstlaufbahn voraus
sichtlich* d.h. mit U
Wahrscheinlichkeit, Staats
rat
Ri
9
ieht
nach
auf diese
Revision
Zeit
ausführlichen
Erörterungen des
■
«
angefochtenen Urteils, selbst
der
bleibe zweifelhaft, ob die nur in Hessen bekannte
Staatsratsstelle mit ihrer hohen Besoldung bestehen geblieben
wäre; für die Situation im Jahre 1949, insbesondere die Frage
des Fortbestandes des Volksstaates Hessen und die Zusammen-
.
setzung einer dann amtierenden Hessischen Regierung, fehle es
13
an jedem Anhalt
Die nur vermutungsweise geäußerte Annahme
der Revision, anscheinend habe das Oberlandesgericht unter dem Rinfluß der Einwendung des beklagten Landes gestanden,
habe sich, anders als andere Verfolgte, zunächst
der
als
Rechtsanwalt und Notar betätigt und nicht um Wiederan
Stellung beworben, stellt eine im Revisionsverfahren wirkungs
*
lose Infragestellung der Tatsachen^ und Beweiswürdigung des
t
i
*
i
i
i
i
angefochtenen Urteils dar* Es beruht nicht auf Recht3irrtum
?
wenn das Oberlandesgericht, umsomehr als p
uale
ügen
gegen seine tatsächlichen Feststellungen nicht erhoben worden
sind
f
zu dem vom Standpunkt des Berufungsurteils unwesentliche
Gegenstände dieser
Beweise nicht erhoben hat
Das Oberlandesgericht begeht auch keinen rechtlichen
Fehler, wenn es, im Gegensatz zur Ansicht der Revision
?
den
Klägers, trotz der etwas
itergehenden Fassung
Vortrag
*
lediglich von dessen Antrag, insgesamt dahin aufgefaßt hat
9
er habe
irgendeine andere
die Stufe eines Staatsrats erreicht;
bezahlte Stelle sei nach dem
eigenen Vortrage des
nicht in Frage gekommene
Infolgedessen ist die
der Revision unbegründet, das Ge
icht habe von Amts wegen prüfen müssen, ob in der Z
von
1933 bis 1951 die
des
s in eine dem Staats
rat gleichwertige
*
voraussichtlich erfolgt wäre. Der er
kennende Senat hat in Beschluß vom 21. September
Rechtsprechung (zuletzt:
IV ZB 275/60
7
nicht ver-
öffentlich
>
ferner:
vom 18o Juni
ZR 47/58
IM Nr
ZU
176
vertreten
9
die
♦
Frage, welche
zur
des
achverhalts anzustellen und welche
.
se es zu erheben
habe
7
nach den Umständen des einzelnen Falles
zu beur
teilen
De
erk
Senat hat hierbei zu
Ausdruck ge
ms
bracht, das Gericht sei nicht verpflichtet* Beweise " Blaue hinein" 2u erheben, sondern dürfe von weiteren Nach
forschungen und Feststellungen absehen, wenn es den Sachve
7*
r
14
halt als hinreichend geklärt ansehe. Heben der Verpflichtung
des Gerichte, den Sachverhalt von Amts wegen zu ermitteln
9
stehe die Pflicht der Parteien, bei der Aufklärung des Sach
Verhalts mitzuwirken. Gegenüber der Revisionsräge, in diesem
Zusammenhänge sei es nicht unerheblich
9
daß
9
wie unter Bewei
gestellt, andere Beamte, die keine so außergewöhnliche Lauf
bahn, wie der
hinter sich gehabt und gleichfalls aus
Verfolgungsgründen hätten ausscheiden
ll
üssen
9
nach dem Zu
sammenbruch und vor 1951 Spitzenstellungen erlangt hätten
oder
im
entsprechend be
handelt
♦ •
d6i6n^
zu diesem
rechts
• ♦
• • ■ •
angefochtenen Ur
teils zu verweisen
se gehen dahin, die vom
als an
geblich
hätten niemals Be
■
förderungen in Stellen betroffen
9
die
7
wie die vom Kläger er
strebte, von unberechenbaren politischen und persönlichen
Faktoren
seien; bei Staatsrat Sch
habe
auch, im Gegensatz zu dem
ein Kabinettsbeschluß bereits
vo rgelegen
Abgesehen davon sind bei
der Frage, we1^
• *
he
Rechtsstellung ein
Beamter im Verlaufe seiner
Dienstlaufbahn
erreicht hätte, die erhöhten
7
die in
politisch
■
unbelasteten oder verfolgten Beamten eröffnet waren, außer
Betracht zu lassen. (BVerwG v
1957
VI
a
336/56
5
RzW 1958
t
33
>
Blessin/ Ehrig/ Wilden, Bundesentschädi
gungsgesetze, 3. Aufl Es beruht schließlich
9
f
10
»
1182
wenn das Ober
landeegericht die Ansicht vertritt, ein Verwaltungsakt im
ant
schädigungsverfahren
keinen sicheren Anhalt
7
00
uno wann es zu einer
wirklich
wäre
*
■
*
♦ *
*.
Aus diesen Gründen ist die Revision des Klägers mit der sich aus den §§ 209 Abs. 1, 225 Abs« 1 BEG, 97 Abs. 1 ZPO ergebenden Kostenfolge zurückzuweisen.
Baske Maaß Wilden Br. loewenheim Dr. Graf
*
■