BGH · IV ZR 107/64
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Die Revision gegen das Urteil des 17«, Zivilsenats des Kammergerichts in Berlin vom 18«, Oktober 1963 wird auf Kosten des Klägers zurückgewieseno Gerichtsgebühren und Auslagen werden nicht erhobene Das EntSchädigungsamt Berlin hatte dem Kläger durch Bescheid vom 28„ Januar 1959 Entschädigungöleistungen wegen Gesundheitsschadens für die Zeit vom 10 Mai 1945 an unter Zugrundelegung einer verfolgungsbedingten Minderung der Erwerbsfähigkeit von 25 der vergleichbaren Beamten-gruppc des gehobenen Dienstes und eines Hundertoatzeo von 34?5 aufgerundet auf 35, gewährte Der Hundertsats war wie folgt berechnet worden: Mittelwert = 27,5 v,H0 zuzüglich eines Zuschlages von 5 v,H« wegen der über 50 liegenden Gesamterwerbsminderung- und eines weiteren Zuschlages von 2 v.H, wegen der Unterhaltspflicht des Klägers gegenüber seiner Ehefrau» Die Kapitalent-Schädigung und Rente wurde für die Zeit ab 1» November 1952 gemäß § 121 BEG wegen Überschneidung mit der Entschädigung für Berufsschäden auf 25 gekürzt0 Durch Änderungsbescheid vom 4» August I960 hatte das Entschädigungsamt die Rente auf Grund der Änderungsverordnung vom 16» Dezember 1958 für die Zeit vom Io April 1957 an neu festgesetzte Durch Bescheid vom 28» Juli 1961 widerrief das Entschädigungsamt zwei Bescheide (vom 60 März 1958 und 12» April I960), durch dieses dem Kläger einen Jahresbetrag und Rente wegen Berufsschadens zugebilligt hatte? Durch Bescheid vom 20* August 1962 hat das Entschädigungsamt unter Abänderung der Bescheide vom 28o Januar 1959 und 28* Juli 1961 den Hundertoats für die Zeit vom 1Q Oktober 1962 an gemäß § 35 BEO in Verbindung mit § 21 der 2* DV-BEG auf 30 v.H. herabgesetzt o Dabei hat es berücksichtigt, daß nach der am 60 März 1961 eingegangenen Rentenjahresbescheinigung der Kläger und seine Ehefrau seit April I960 Altersrenten der Social Security beziehen, und zwar der Kläger in Höhe von US-£> 119 (umgerechnet nach einem Kurs von 2,10 = 249,90 DM), seine Ehefrau in Höhe von US-# 46,70 (umgerechnet 98,07 DM) monatliche Den Hundertsatz hat das EntSchädigungsamt entsprechend seinen Richtlinien wie folgt berechnet: Mit der Klage gegen den ihm am 21 „ August 1962 zugestellten Änderungsbescheid vom 20o August 1962 hat der Kläger sich gegen die Kürzung des Hundert-Satzes gewandt und Zahlung einer monatlichen Rente von 354- DM begehrt o Er meint, das Ent Schädigung samt sei nicht mehr berechtigt gewesen., den Hundertsatz auf Gr rund der am 6. 206 BEG- erlauben ec dein beklagten Land, eine einem Verfolgten zuerkannte Rente wegen Körperschadens zu dem Nachteil des Verfolgten zu ändern, wenn sich die Verhältnisse, die der Bemessung der Rente zugrunde gelegt waren, nachträglich verändert haben» Um festzustellen, ob sich die Verhältnisse nachträglich geändert haben, ist auszugehen von dem ersten Bescheid, durch den dem Verfolgten die Körperschadensrente bewilligt worden ist«. Die Verhältnisse, die zur Zeit des Erlasses dieses Bescheides objektiv bestanden, müssen sich geändert haben» Imstande, die zur Zeit dos Erlasses des Bescheides bereits objektiv gegeben waren, die aber von dem beklagten Land absichtlich oder versehentlich nicht berücksichtigt worden sind, rechtfertigen es nicht, einen Änderungsbescheid zu erlassen (vgl» Urteil des erkennenden Senats vom 13» Mai 1964 - IV ZR 228/63 -)o Wenn, wie in dem hier zu entscheidenden Ralle, später Änderungsbescheide ergangen sind, tritt der Änderungsbescheid nicht in der Y/eise an die Stelle des ursprünglichen, daß jetzt von den zur Zeit des Erlasses des Änderungsbescheides objektiv gegebenen Verhältnissen auszugehen wäre» Maßgebend bleibt immer der ursprüngliche Bescheid und damit die zur Zeit seines Erlasses objektiv gegebenen Verhältnisse» Zusätzlich zu berücksichtigen sind nur die Umstände, über die in dem Änderungsbescheid entschieden worden ist, die in diesem Bescheid die Grundlage für die Änderung der Rente bilden» auf eine Berufsschadensrente hatte, und daß die zu Unrecht empfangene Entschädigung für Schaden im beruflichen Fortkommen zurückgefordert wurde» Über andere Veränderungen der tatsächlichen Verhältnisse, insbesondere darüber, daß der Kläger und seine Ehefrau eine Altersrente aus der Social Security erhielten, ist in dem Bescheid, weder ausdrücklich noch stillschweigend entschieden wordene Bas Gegenteil kann nicht daraus hergeleitet werden, daß der EntSchädigungsbehörde diese Tatsache bereits mitgeteilt worden war, als der Änderun Bescheid erging» Denn es war kein Bescheid, der auf Gru des § 35 BEG erlassen worden war, Bas beklagte Land konnte daher beim Erlaß des Andc rungsbescheides vom 20» August 1962 die Tatsache berück sichtigen, daß der Kläger und seine Ehefrau seit April i960 Altersrenten aus wer Sozialversicherung der USA beziehen» Bas Berufungsgericht hat die Klage mit Hecht abgewiesen, so daß die Revision mit der Kostenfolge aus o$ 2099 225 Abs» 1 REG-, § 97 ZPO zurückgewiesen werden muß o