BGH · IV ZB 77/77 vom 15.03.1978
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Auf die sofortige Beschwerde der Beklagten wird der Beschluß des 15. Der Kläger, die Beklagte und deren Sohn Christian FIHB sind Erben in ungeteilter Erbengemeinschaft nach dem verstorbenen Kaufmann Erwin Em (Erblasser). Die Kläger sind Kinder aus erster Ehe des Erblassers, der in zweiter Ehe mit der Beklagten verheiratet war. Sie hat ja die Aufstellung ihrer Forderung ausdrücklich überschrieben mit "meine Ka-pitalforderung an Erbengemeinschaft" im Schriftsatz vom 12.11.1974. Die Berufungsklägerin hat ihr Grundstück HBstraße tfe an ihren Ehemann, den Erblasser, verkauft7 Die Berufungsbeklagten sind dafür beweispflichtig, daß der Kaufpreis bezahlt ist. September 1977 hat das Kammergericht die Berufung der Beklagten als unzulässig verworfen, weil die bloß formelhafte Bezugnahme auf das Vorbringen im ersten Rechtszuge für eine ordnungsgemäße Berufungsbegründung nicht ausreiche und auch die bloßen Hinweise in der Berufungsbegründung auf den Grundstücks-verkauf, die Beweislast für die Bezahlung des KaufPreises sowie darauf, daß dieser Beweis bisher nicht erbracht worden sei, nicht ausreichten, weil sie nicht erkennen ließen, welche der verschiedenen streitigen Forderungen der Erbengemeinschaft betroffen seien, inwiefern die Frage der GrundstückskaufpreisZahlung von Bedeutung sein solle, und in den Entscheidungsgründen des angefochtenen Urteils nirgendwo die Rede von der Bezahlung oder Nichtbezahlung des Kaufpreises oder von der Beweislast dafür sei. Wenn sie ausgeführt habe, sie habe von dem Erblasser den Kaufpreis aus dem Grundstücksverkauf noch nicht in voller Höhe bekommen, so sei darin eindeutig zu dem Ausdruck gekommen, daß sie eine Forderung gegen die Erbengemeinschaft geltend mache. 8 des Urteils sei im Tatbestand erwähnt, daß sich die Beklagte auf nicht erhaltenen Kaufpreis berufen habe* Nach § 519 Abs.3 ZPO muß die Berufungsbegrün-dung außer den Berufungsanträgen noch die bestimmte Bezeichnung der im einzelnen aufzuführenden Gründe der Anfechtung (Berufungsgründe) sowie die neuen Tatsachen, Beweismittel und Beweiseinreden enthalten, die der Berufungskläger zur Rechtfertigung der Berufung anzuführen hat* Die Berufungsbegründung muß daher im einzelnen erkennen lassen, welche besonderen Gründe tatsächlicher und rechtlicher Art dem Berufungskläger das angefochtene Urteil als unrichtig erscheinen lassen (vgl* BGH LM Nr* 24 zu § 519 ZPO m.w.N.;BGH VersR 1976, 588). Den danach zu stellenden Anforderungen genügen die in der Berufungsbegründung enthaltenen Ausführungen jedenfalls insoweit, als im letzten Absatz der Berufungsbegründung ausgeführt ist, es sei kein Beweis dafür erbracht, daß der Kaufpreis für das von der Beklagten an den Erblasser verkaufte Grundstück bezahlt worden sei. Sie lassen jedoch erkennen, daß die Beklagte eine Überprüfung des angefochtenen Urteils wegen dieser von ihr zur Aufrechnung gestellten und von dem Landgericht nicht berücksichtigten Gegenforderung begehrt. Da demnach die Berufung nicht als unzulässig verworfen werden durfte, mußte der angefochtene Beschluß aufgehoben werden«