BGH · IV ZB 68/54
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Hechtseatz: Will das Oberlandesgericht die Entscheidung des Beschvverdegerichts aufheben, so ist es durch die • abweichende Ansicht des Reichsgerichts, des Bundesgerichtshofs oder des Obersten Gerichtshofs für die Britische Zone an dem Erlaß der Entscheidung nur dann gehindert und zur Vorlage an den Bundesgerichtshof verpflichtet, wenn der beabsichtigte Aufhebungsbeschluß auf der abweichenden Rechtsmeinung beruht* Bas ist nicht der Ball, wenn die abweichende Hechtsansicht das Beschwerdegericht nicht bindet (vgl hierzu BGHSt 3,234 zu § 121 Abs 2 GVG)* Zivilsenat des Bundesgerichtshofs auf den Vor-lagebeschluß des Eerienzivilsenats des Oberlandesgerichts in Heustadt/Weinstraße vom 2?, August 1954 unter Mitwirkung des Senatspräsidenten Schmidt, der Bundesrichter Ascher, Johannsen, Dr. Kregel und Dr. v. “Über die weitere sofortige Beschwerde des Kaufmanns Theodor Hoefler in Koblenz gegen den Beschluß der 4, Zivilkammer des Landgerichts in Koblenz vom 15» Der Beteiligte zu 2 hat diesen Anteil sowie den des Konrad Stock und die beiden Hypotheken Abt III Nr 8 und 9 durch verschiedene Beschlüsse des Amtsgerichts in Koblenz pfänden und sich zur Einziehung überweisen lassen. Bei der Hypothek Hr 8 ist am 2, Oktober 1952 im Grundbuch eingetragen worden, daß sie zugunsten der Ehefrau Margarete BflHfe gepfändet sei. Der Beteiligte zu 1 hat bei dem Amtsgericht in Koblenz beantragt festzustellen, daß die beiden, Hypotheken und die durch sie gesicherten Forderungen sowie das Abgeltungsdarlehen im Verhältnis 1 1 1 umgestellt seien. Der von dem Beteiligten zu 1 gestellte Antrag sei insoweit unzulässig, als damit die Feststellung des Um-stellungeverhältnisses für das Abgeltungsdarlehen begehrt werde, da es nicht durch ein Grundpfandrecht gesichert sei. Sei diese Behauptung richtig, dann seien die Darlehens- und die Mietforderungen durch Aufrechnung erloschen, die beiden Hypotheken hätten sich in Eigentümergrundachulden verwandelt (§ 1163 Abs 1 Satz 2 BGB), die das Umstellungsvorrecht des § 2 Nr 3 der 40. Für den Fall, daß sich dann ergebe, daß die beiden Hypothekenforderungen bis zu dem Währungsstichtag noch nicht erloschen gewesen seien, will sich das Oberlandesgericht dem vom Landgericht eingenommenen Standpunkt anschliessen, daß die durch die Hypotheken gesicherten Forderungen nebst den dinglichen Rechten im vollen Umfang auf den Miterben Konrad in wenigstens entsprechender Anwendung des § 1164 BGB übergegangen seien, und zwar auch in Höhe des auf Konrad entfallenden und der an ihn von der Miterbin verkauften Erbquote aus Geschäftsführung ohne Auftrag oder ungerechtfertigter Bereicherung. Aufl § 1143 Anm 2), sie sei auch vom Kammergericht in KGJ 50, A .206 und vom Obersten Gerichtshof für die Britische Zone in OGHZ 1, 42 vertreten worden. Da das Oberlandesgericht von diesen Entscheidungen abweichen will, hat es gemäß § 28 Abs 2 FGG die Sache dem Bundesgerichtshof vorgelegt. Bevor der Bundesgerichtshof über die weitere Beschwerde in einer ihm vorgelegten Sache entscheidet, ist zu prüfen, ob die Voraussetzungen des § 28 Abs 2 FGG gegeben sind. Zwar sind sowohl der in einer Grundbuchsache ergangene Beschluß des Kammergerichts als auch das Urteil des Obersten Gerichtshofs Entscheidungen im Sinne des § 28 Abs 2 aaO, die die Vorlage erforderlich machen, falls ein Oberlandesgericht davon abweichen will (Keidel PGG 6.Aufl § 28 Anm 3 zu a) auf Seite 308 und zu d) auf Seite 310 unten und 311). Der Oberste Gerichtshof spricht in der streitigen Frage in OGKZ 1, 42 aus, daß, wenn der Miterbe, der zugleich persönlicher Schuldner einer durch eine Hypothek an einem ITachlaßgrundstück gesicherten Forderung sei, diese Schuld zurückbezahle, die Forderung gemäß § 426 Abs 2 BGB und damit auch die Hypothek in Höhe seiner Rückgriffsansprüche gegen die anderen Miterben zu entsprechenden Teilbeträgen erwerbe und daß die Forderung in Höhe' seines eigenen Schuldanteils gemäß § 362 Abs 1 BGB erlösche. Auch das Kammergericht ist der Ansicht, daß die Zahlung des Kiterben-Oesamtschuldners nach dem Rechte des Bürgerlichen Gesetzbuches den Übergang der Forderung und damit der Hypothek auf den Zahlenden in Höhe seines Ausgleichsanspruchs nach §§ 412, 401 BGB zur Folge habe. Daß dieser immer nur in Höhe eines den Anteilen der übrigen Miterben entsprechenden Teils der zurückgezahlten Forderung erwachse, ist in der Entscheidung des Kammergerichts nicht gesagt. Es wird nur die Möglichkeit angedeutet ("wenigstens zu dem Teil" auf Seite 209 am Ende des letzten Absatzes), daß der Rückgriffsanspruch nicht in voller Höhe der getilgten Forderung bestehe. Y/ie dem aber auch sei, weder der Beschluß des Kammergerichts noch das Urteil des Obersten Gerichtshofs für die Britische Zone machen es erforderlich, daß der Bundesgerichtshof Über die vorgelegte weitere Beschwerde zu befinden hat. Der Umstand, daß das vorlegende Oberlandesgericht in dem Vorlagebeschluß in der von dem Kammergericht und dem Obersten Gerichtshof entschiedenen Rechtsfrage eine abweichende Ansicht vertritt, reicht nicht aus, um die Vorlagepflicht nach § 28 Abs 2 FGG zu begründen. gesprochen hat, nur dann der Fall, wenn eine Abweichung in den die Entscheidung tragenden Gründen beabsichtigt ist, es genügt nicht, daß das Oberlandesgericht in einer die Entscheidung des Landgerichts aufhebenden Entscheidung lediglich in rechtlich unverbindlichen Empfehlungen für die weitere Behandlung mit dem früheren Beschluß eines Oberlandesgerichts oder des Reichsgerichts oder des Obersten Gerichtshofs für die Britische Zone sich in Widerspruch setzt (so auch Keidel FG 6. Das vorlegende Oberlandesgericht will - darauf kommt es hier an - die Entscheidung des Landgerichts deshalb aufheben, weil es, unabhängig davon, wie die Frage des Übergangs der Hypothek auf den zahlenden Miterben entschieden wird, den § 12 FGG dadurch als verletzt ansieht, daß das Beschwerdegericht nicht, auf-' geklärt habe, ob die auf den Miterben Konrad Stock übergegangenen Hypotheken nicht dadurch zu Eigentümergrundschulden geworden seien, daß dieser angeblich die Forderung durch Verrechnung mit von ihm der Erbengemeinschaft geschuldeten Mietzinsforderungen getilgt habe. Wenn das Kammergerieht meint, daß für den Fall, daß eine solche Tilgung nicht erfolgt sei, Konrad Stock Gläubiger der Hypotheken in vollem Umfang geblieben sei, so bindet diese Ansicht das Landgericht, das in dem aufzuhebenden Erkenntnis auf dem gleichen Standpunkt gestanden hat, nicht.