BGH · IV ZB 53/70
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Gegen das ihm am 6o Mai 1970 zugestellte landgerichtliche Urteil hat der Beklagte am 2* Juli 1970 Berufung eingelegt und gleichzeitig beantragt, ihm wegen Versäumung der Berufungsfrist Wiedereinsetzung in den vorigen Stand zu gewähren» Zur Begründung des Wiedereinsetzungsantrages hat er vorgetragen, durch Krankheit an der rechtzeitigen Beauftragung eines beim Berufungsgericht zugelassenen Rechtsanwalts verhindert gewesen zu sein» Zur Glaubhaftmachung hat er ein ärztliches Attest vorgelegt, in dem ausgeführt ist, daß der Kläger schon längere Zeit an Kreislaufschwäche leide. Das Berufungsgericht hat mit Beschluß vom 14 * Juli 1970 dem Beklagten die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand versagt und seine Berufung als unzulässig verworfene Die statthafte und formund fristgerecht eingelegte sofortige Beschwerde ist nicht begründet« Ohne Rechtsverstoß hat es das Berufungsgericht als nicht glaubhaft gemacht angesehen, daß die Krankheit des Klägers die Ursache seiner nicht rechtzeitigen Berufungseinlegung gewesen ist. Wenn der Beklagte auch mit der Berufungseinlegung oder nur mit einem Armenrechtsgesuch bis zu dem letzten Tage ab-warten durfte, so kann seine glaubhaft gemachte Arbeitsunfähigkeit wegen Kreislauf schwäche nicht auch als Glaubhaftmachung dafür ausreichen, daß er gehindert war, sei es schriftlich oder telefonisch, seinen erstinstanzlichen Anwalt zu bitten, das Erforderliche zu veranlassen. Soweit der Beklagte mit seiner Beschwerde weitere Tatsachen vorgetragen und glaubhaft gemacht hat, die für eine vorhanden gewesene größere krankheitsbedingte Behinderung sprechen könnten, als sie im Yfieder-einsetzungsantrag zu dem Ausdruck gekommen ist, kann er mit diesem Vorbringen gemäß § 236 ZPO nicht gehört werden o