BGH · IV ZB 53/51
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
II® Bie sofortigen Beschwerden des Beteiligtet zu 2) vom 20®4® 1950 und der Beteiligten zu 3) vom 21«4®1950 gegen'den Beschluss des Amtsgerichts München, Umstellungsstelle, vom 31®3® 1950, werden auf ihre Kosten zurttckgewiesen® Das Amtsgericht hat antragsgemäss festgestellt, dass Hypothekund Forderung im Verhältnis 1:1 umgerstellt seien0 Auf die sofortige Beschwerde der Be- { *^ teiligten zu 2) und 3) hat das Landgericht diesen Beschluss aufgehoben und die Umstellung im Verhält^' nis.lOsl festgestellt* Dagegen richtet, sich die sofortige weitere Beschwerde des Beteiligten zu'l)»*‘ Diese hat das Bayerische Oberste Landesgericht dein* Bundesgerichtshof vorgelegt« Es will dem Landgericht darin beitreten, dass Ersatzansprüche des Beteilig- « ten zu 1) wegen seiner Aufwendungen auf den Bau des Wohnhauses keine Auseinandersetzungsforderung im Sinne des $ 18 Abs 1 Ziff 3 UmstG darstelle, dasses^ sich vielmehr bei der Hypöthekenbestellung nur um die Feststellung und Sicherung einei^reinen Gäldfor- * * de rung im Sinne des § 16 UmstG gehandelt habe« Das Bayerische Oberste Landesgericht möchte aber aus der Erwägung, dass der Beteiligte zu 1 )* der * Erben—. >r*vv te, auch Forderung und Hypothek im Verhältnis 1:1 ümsteilen» Daarit würde das Bayerische Oberste Lahdesgericht von dem Beschluss des Senats vom 19a 2« 1951 (NJU 51, 555) abweichen« Es hat ’ deshalb die Sache gemäss § 28 Ab£ 2 FOG dem Bun- gerichts führen, weil das Landgericht die'Anwendung des § 18 Abs 1 Ziff 5 UmstG zu Unrecht "verneint hat* * die Tatsache gewürdigt, dass der Beteiligte zu 1) bei der Errichtung der notariellen Urkunde über die Forderung von 6 000«-RM zugleich als Gesamtschuldner und als Gläubiger auf getreten ist* Es hat im Ergebnis richtig dargelegt, dass dadurch die Gültigkeit des Rechtsgeschäfts nicht beeinträchtigt yiferdeg Zu der Auslegung des.§ 18 Abs 1 Ziff 5 UmstG. Der Senat hat in der erwähnten Entscheidung weiter dargelegt, dass 5 18 Abs 1 Ziff 3 UmstG weit auszule-gen ist, weil sich das aus der engen rechtlichen Verbindung zwischen Schuldner und Gläubiger rechtfertige«, In diesen Grundsätzen stimmt der Senat mit dem II«, Zivilsenat des BGH (Urteil vom 30,5*1951 .- II ZE 36/50,. Hier hat der II o Zivilsenat den Anwendungsbereich des , § 18 Abs 1 Ziff 3 ÜmstG noch über diese Grundsätze hinaus ausgedehnt, indem er es nicht füg entscheidend angesehen hat, ob es sich im einzelnen'fall um* die Auseinandersetzung einer bereits bestehenden Vernögensgemeinschaft oder um die Begründung von Schuldverhältnissen im Hinblick auf eine solche künftige Auseinandersetzung handelt«, Wenn in solchen Fällen derartige Schuldverhältnisse auf familienrechtlicher Grundlage geschaffen werden und die daraus entstehenden Forderungen nach den Absichten der Beteiligten nur einen Vorgriff auf die • künftige Auseinandersetzung der erst später eihtre- und sie unmittelbar herbeiführenden Vermögensrecht liehen Regelungen zwischen den im § 18 Abs 1 Ziff 3 UmstG genannten Beteiligten das Umstellungs- * Vorrecht geniessen, sondern auch die zwischen ihnen im Hinblick $tuf eine künftige Aus einander set- . dann Anwendung, wenn zwischen ihnen Schuldverhältnisse geschaffen werden, die nicht schon' selbst einen Teil der Auseinandersetzung bilden, sondern nach der Absicht der Beteiligten einen 'Vorgriff auf die künftige Auseinandersetzung darstellen« Die Billigkeitserwägungen, die der Bestimmung des § 18 Abs 1 Ziff 3 UmstG zugrunde liegen« und die eine gleiche Behandlung der Beteiligten ermöglichen sollen, rechtfertigen das Umstellungsvorrecht nicht nur für die sich aus der Auseinandersetzung selbst erge-* benden Folgerungen, sondern auch für solche, die nach der Absicht der Beteiligten gerade im Hinblick .. auf Y-eine spätere Auseinandersetzung begründet werden« In aller Regel verfolgen die Beteiligten bei der Begründung solcher Forderungen den Zweck, den Gläubiger schon vor Durchführung derAuseinandersetzung wegen seiner zu erwartenden Ansprüche siecher zustellen« Dies würde zu dem Nachteil des Gläubigers und - wenn es sich um die Bestellung einer Hypothek handelt wegen der etwa entstehenden ^^■tep.ungsgrund-schuld Geht man davon aus, so muss auch auf den im vorliegenden Fall festgestellten Sachverhalt der § 18 Abs 1 Ziff 3 UmstGr angewandt werden* Die vom Landgericht gegebene Sachdarstellung entspricht zwar nicht in allen Teilen den nach § 25 FGG zu stellenden Anforderungen« Bezugnahmen auf Beweis^ .Protokolle genügen insbesondere nicht« Vielmehr sind die Tatsachen anzuführen, die das Gericht auf Grund derselben für festgestellt erachtet ( Seidel § 25- Anm 3)* Jedoch ist hier den getroffenen Feststellungen zu entnehmen, dass die Errichtung des Hauses 'dem. Willen aller damals an der Erbengemeinschaft Beteiligten entsprach* Die notarielle Anerkennung* der Darlehensforderung für den BeteiT ligten zu 1) und die Eintragung einer Hypothek für ihn ist erfolgt, weil der Beteiligte zu 1) eine einwandfreie Feststellung und dingliche Sicherung seiner Aufwendungen für den Fall seines Todes erreichen wollte* Wenn dadurch, wie das Landgericht hervorhebt, lediglich bereits bestehende Forderungen auf Ersatz von Verwendungen der Höhe nach festgelegt wurden, und eine Auseinandersetzung in Höhe der gesicherten Forderung nicht vorweggenommen werden sollte, so besagt das nur, dass es sich insoweit nicht schon um eine Teilauseinandersetzung gehandelt hat« Für‘die Anwendung des § 18 Abs 1 Ziff 3 DmstG genügt aber, wie dargelegt* dass ein Mitglied der Erbengemeinschaft Aufwendungen für diese macht und im Hinblick auf eine spätere Auseinandersetzung durch Begründung .einer Forderung gegen die Erbengemeinschaft gesichert wird« Dass dies hier geschehen ist, ergibt sich aus den Feststellungen des pothek schon zwischen den Beteiligten Verhandlungen über eine Auseinandersetzung mit dem Ziel der Übertragung des Grundstücks auf den Beteiligten zu 1) geführt worden und nur deshalb nicht zu dem Abschluss gekommen sind, weil die Mutter der Beteiligten zu. festgestellt und durch eine Hypothek kn dem Nachlassgrundstück gesichert werden, so geschieht dies nach allgemeiner Erfahrung und wenn nicht besondere Gründe eine andere Annahme rechtfertigen, nicht, um den Mit erben durch diese Hypothek wegen seiner Ersatzansprüche endgültig abzufinden, sondern, wie auch das Landgericht ausdrücklich feststeilt, um die Forderung der Höhe nach festzulegen und sie durch die Hypothek zu sichern» **)er "weck dieser Feststellung der Forderung liegt aber darin, dass sie bei der künftigen Auseinandersetzung dem Gläubiger bevorzugte Befriedigung verschaffen soll» Damit- rechtfertigt-sich die Anwendung des § 18 Abs 1 Ziff 3 UmstG auch auf den vorliegenden.Fall« Auf die weiter vom Bayerischen Obersten Landesgericht geprüfte Frage, ob sich eine bevorzugte Umstellung jedenfalls für die Hälfte der Forderung und der Hypothek aus dem Gesichtspunkt des § 2 Nr 3 der 4-OoDVO rechtfertigt, kommt es ^danach nicht mehr an» Nach der ständigen Rechtsprechung des Senats würde