BGH · IV ZB 51/53
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
von dem Beschwerdeführer aber zurückgenommen worden, dann sind die Akten dem Bundesgerichtshof nicht vorzulegen, damit dieser über den Antrag des Beschwerdegegners entscheide, dem Beschwerdeführer die Kosten der Beschwerde aufzuerlegeno Der Beschwerdeführer hat zwar in entsprechender Anwendung des § 515 Abs 3 ZPO diese Kosten zu tragen, dies hat jedoch das Oberlandesgericht auszusprechen; der Bundesgerichtshof ist hierfür nicht zuständig, Aktenzeichen? In dem zwischen den Parteien bei dem Landgericht in Bonn auf eine Vollstreckungsgegenklage nach § 767 ZPO anhängig gewordenen Rechtsstreit (12- 0 16/53) hat das •Prozessgericht durch Beschluss vom 29« Januar 1953 die Zwangsvollstreckung aus dem Urteil der Kammer für Handelssachen des gleichen Gerichts vom 19« Dezember 1951 Auf die sofortige Beschwerde des Beklagten hat das Oberlandesgericht in Köln durch Beschluss vom 13- März 1952 den landgerichtlichen Beschluss dahin geändert, dass die Zwangsvollstreckung gegen eine von der Klägerin zu erbringende Sicherheitsleistung eingestellt werde. Die von der Klägerin eingelegte sofortige weitere Beschwerde war daher ohne weiteres unzulässig, da der damit angefochtene Beschluss nicht auf Grund des § 519 b Abs 2 aaO erlassen war. Wie das Heichsgericht in der in HGZ 130, 345/348/ abgedruckten Entscheidung zutreffend ausgeführt hat, besteht dann,- wenn eine Beschwerde gesetzlich überhaupt nicht gegeben ist, auch die in § 571 Ist, wie in dem vorliegenden Pall, die Beschwerde aber zurückgenomnen, bevor sie, was unnötig gewesen wäre, dem Bundesgerichtshof vorgelegt war, so ist mangels einer ausdrücklichen Vorschrift des Gerichtsverfassungsgesetzes und der Zivilprozessordnung damit die Möglichkeit* einer Entscheidung durch den Bundesgerichtshof entfallen, Es besteht auch kein Bedürfnis, für eine solche rein formelle Entscheidung wie den Antrag, über die Kosten d*er zurückgenoramenen unzulässigen Beschwerde zu entscheiden, den Bundesgerichtshof anzugehen und die Zuständigkeit aus allgemeinen Grundsätzen des Verfahrensrechts heraus zu bejahen. Wenn auch in entsprechender Anwendung des § 515 Abs 3 ZPO den Beschwerdeführer die Kosten der von ihm eingelegten und wieder zurückgenommenen Beschwer- de treffen und diese Kostenpflicht durch gerichtlichen Beschluss ausgesprochen werden kann, so kann cbr Antrag, dem Beschwerdeführer die Kosten aufzuerlegen, an das Oberlandesgericht gerichtet werden, gegen dessen Entscheidung sich die Beschwerde richtet- Ob dies auch gilt, wenn die Beschwerde zulässig ist oder wenn diese unmittelbar beim Bundesgerichtshof eingelegt wird, braucht hier nicht entschieden zu werden« In dem vorliegenden Fall* war aus den oben genannten Gründen die Sache an das Oberlandesgericht zurückzugeben.