BGH · IV ZB 49/53
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
liegen, Pie Genehmigung erstreckt sich auf einen von dem^nwalt erklärten Rechtsmittel-verzieht, jedoch; in der Regel nur dann, wenn die Partei, als sie die Prozessvollmacht nachträglich erteilte, von dieser Yerziehts-erklärung Kenntnis hatte, üifp-. Per Beklagten wird die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gegen die Versäumung der Prist zur Einlegung der sofortigen Beschwerde erteilt,, Der Rechtsstreit wird zur anderweiten Erörterung und, Entscheidung., auch -über die Kosten dieser Beschwerde, an das Berufungsgericht zurückverwie sen Gründe Nachdem in diesem Termin die Ehe der Parteien ohne Schuldausspruch .geschieden worden war, haben der Anwalt des Klägers und auch Rechtsanwalt ttHNMHHi dem Gericht gegenüber auf: Das Berufungsgericht hat die Berufung als unzulässig verworfen, da•durch den erklärten Rechtsmittelverzicht das angefochtehe Urteil rechtskräftig und damit jedes Rechtsmittel unzulässig geworden sei. Die Beklagte habe nämlich die Prozessführung des Rechtsanwalts ■■■■ und damit auch den von ihm erklärten Rechtsmittelverzicht nach § 89 Abs 2 ZPO dadurch genehmigt, dass sie ihm später Vollmacht erteilt habe, vfc :;hk:v|k'i Die .Wirksamkeit des von Rechtsanwalt erklärten Rechtsmittelverzichts hängt davon ab, ob er entweder in dem Augenblick, als. er die Verzichtserklärung abgab, eine Vollmacht der Beklagten hatte oder ob die Beklagte später seine Prozeßführung und auch den von ihm erklärten Rechtsmittelverzicht genehmigt hat» Das .Berufungsgericht sieht zu Unrecht in. der dem Rechtsanwalt SHHHHI erteilten Vollmacht eine Genehmigung des erklärten Rechtsmittelverzichts. einen Rechtsstreit geführt und wird ihm später in dieser Sache eine Prozessvollmacht erteilt, dann liegt darin nicht notwendig eine Genehmigung der bisherigen Prozeß-führung» Ob die Erteilung der Prozessvollinacht eine Genehmigung darsteilt, hängt von den gesamten Umständen des einzelnen Palles ab» Voraussetzung ist stets, dass der Genehmigende von der bisher erfolgten vollmachtlo-sen Prozessführung im allgemeinen Kenntnis hat» Erteilt er einem Rechtsanwalt eine Vollmacht, dann kann darin ■keine Genehmigung für eine frühere Prozessführung dieses Vertreters liegen, wenn dem Vollmachtgeber überhaupt nicht bekannt ist, dass der Anwalt bereits früher für ihn in dieser Sache tätig geworden ist» Aber ■auch „wenn die Partei von der Prozessführung des Anwalts Kenntnis hat,'kommt es für den Bereich, auf den sich die Genehmigung erstreckt, doch darauf an, welche Vorstellung 'die Partei über den Stand des Verfahrens hatte oder nach den Umständen haben musste, als sie die Vollmacht'erteilte und damit die bisherige Prozessführung genehmigte» In der Regel kann ihre Erklärung so verstanden werden, dass die gesamte bis zu dem Erlass des Urteils in'der Instanz erfolgte Prozessführung genehmigt werden" soll» Die Erklärung der Partei kann aber nicht ohne weiteres dahin aufgefasst werden, dass auch ein nach Erlass des Urteils erklärter Rechtsmittelverzicht, von dem die Partei keine Kenntnis hatte, genehmigt werden sollte» In einem solchen Pall gewinnt die Erklärung einen anderen Inhalt» Genehmigt wird dann nicht die Prozessführung in einem noch anhängigen Verfahren, das als solches, sofern die formellen Voraussetzungen dafür gegeben sind, mindestens in der Rechtsmittelinstanz weitergeführt werden kann, sondern mit der Genehmigung würde dieses Verfahren sofort rechtskräftig beendet sein» Ein dahingehender Wille der Partei kann nicht ohne weiteres angenommen werden. In dem hier zu entscheidenden Rechtsstreit könnte ein solcher Wille der Beklagten nur dann angenommen werden» wenn sie, als sie die Prozessvollmacht erteilte bereits wusste, dass Rechtsanwalt für sie auf Rechtsmittel verzichtet hatte. Das. Berufungsgericht wird daher aufzuklären haben, welche Kenntnis die Beklagte von dem Stand des Verfahrens hatte, als sie die vom 30. Wusste sie damals nicht, dass Rechtsanwalt iMpii' bereits einen Rechtsmittelverzicht ausgesprochen hatte, dann hat sie mit der Erteilung der Vollmacht diesen Rechtsmittelverzicht auch nicht genehmigt. Sollte sich ergeben, dass Rechtsanwalt (BHBHBHI den Rechtsmittelverzicht als vollmachtloser Vertreter erklärt und die Beklagte den Rechtsmittelverzicht auch später nicht genehmigt hat, dann war das Urteil noch nicht rechtskräftig, als die Beklagte ihre Berufung einlegte,.