BGH · IV ZB 38/53 vom 14.07.1953
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wohnhaft gewesenen Kaufmann Ernst Beschwerdeführerinj die verwitwete Prau Maria von get in strasse Januar 1942 freiwillig aus dem Leben ge schiedene jüdische Kaufmann Ernst hat in einem eigenhändigen Testament vom 7» Dezember 1941 unter Aufhebung seiner früheren letztwilligen Verfügungen seinen Bru der Karl und seinen Freund, den früheren Oberregie rungsrat Adolf von als Erben mit der Maßgabe ein gesetzt daß, falls einer dieser Erben vor oder nach'dem Tode des Erblassers wegfiele, der andere "Ersatz-Erbe” sein sollte. Dezember 1941 hat das Amtsgericht Berlin-Mitte als Nachlaßgericht am 7. April 1942 einen Erbschein erteilt, demzufolge Karl und Adolf von Erben des Ernst je zur Hälfte sind. Ernst hat eine Ehefrau und zwei Söhne die Beschwerdegegner, hinte«.'lassen, die bereits zur Zeit der Errichtung seines Testaments in den Vereinigten Staaten lebten 2078 BGB das Testament vom 7* Dezember 1941 sowohl beim Amtsgericht Berlin-Mitte als beim Amtsgericht Tiergarten angefochten. Art 68 der Berliner Ruckerstattungsanordnung vom 26, Juli 1949 gestützt, Entsprechend ihrem Anträge hat das Amtsge- cht Tiergarten einen che zu ihi Grünsten teilt Den idersnruch der Frau von hiergegen hat das Amtsgericht mit Beschluß vom 7» August 1952 zurückgewiesen und die Einziehung des Erbscheins vom 7- April 1942 angeord net Das Amtsgericht hat hierbei angenommen, daß eine Anfech bung auf Grund des Der Umstand, der für die Verfügung des Erblassers maßgeblich gewesen wäre, sei der, daß nach der Verordnung unter Berücksichtigung der heutigen Rechts auffassung als widerrechtliche Drohung dahin angesehen werden dai3 man sich ihren gesetzlichen könne, daß man seine letztwillige Verfügu Polgen nur dadurch entziehen in einer nach ih rem Inhalt zulässigen '.Veise abfasse„ Die gegen den Beschluß des Amtsgerichts Tiergarten von Prau von eingeleg te Beschwerde hat, das Landgericht zurückgewiesen. Es hat die Rechtsauffassung des Amtsgerichts, daß § 2078 BGB Anwendung finde und daß eine widerrechtliche Drohung vorliege, gebilligt. In dieser Entscheidung hat das Oberlandesgericht in Frankfurt in Übereinstimmung mit einer früheren Entscheidung(NJW 52, 105) die Auffassung vertreten, daß Art 79 des für die Länder der amerikanischen Zone erlassenen Rückerstattungsgesetzes (REG) eine Sonder- Vorschrift sei, die die Anfechtung einer letztwilligen Anordnung auf Grund des § 2078 BGB ausschliesse, wenn die Anfechtung nur auf Grund eines Tatbestandes erfolge, wie er in Art 79 Abs 1 Satz 1 REG bestimmt sei* Unter Darlegung seiner gegenteiligen Auffassung hat daher das Kammer- Sowohl das für die amerikanische Zone geltende REG Nr 59 als auch die für Westberlin erlassene Rückerstattungs anordnung regeln die Rückerstattung feststellbarer Vermögensgegenstände an Opfern der nationalsozialistischen Unter drückungsmaßnahmen. 28 Abs 2 EGG angesehen werden (vgl BGHZ 1, 9 f /ll7) • Ebenso ist es unbedenklich^, von den verschiedenen Militärregierungen erlassene^äber übereinstimmende Ge setze als einheitliche Gesetze anzusehen, so daß Abweiehun gen von der Auslegung des Militärregierungsgesetzes der einen Zone zu einer Vorlage gemäß § 28 Abs 2 EGG nötigen, selbst wenn diese Abweichung ihre Rechtsgrundlage in einer Bestimmung des Gesetzes der anderen Zone hat. Dieser zweite Satz ist für die Entscheidung des Oberlandesgerichts in Frankfurt von besonderer Bedeutung gewesen» Bei dieser Verschiedenheit der gesetzlichen Bestimmungen läßt sich daher nicht sagen, daß bei der vom Kammer-gericht beabsichtigten Auslegung des Art 68 der Rückerstat- tungsanordnung eine Abweichung von der vom Oberlandesgericht in Frankfurt vorgenommenen Auslegung derselben "reichsgesetzlichen Vorschrift" im.