BGH · IV ZB 27/66
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Der 1Y« Zivilsenat des Bundesgerichtshofs bat in der Sitzung von 11« Februar 1966 unter Mitwirkung des SeoataprtUideoten Ascher und der Buodearicbter Baske» Uaa0» Milden und Dr« Loewenhein beschlossent Die sofortige Beschwerde des Klägers gegen dis Klcbtzulaasung der Revision in den Urteil dea 15« Zivilsenats des Oberlandesgericbtö io Düsseldorf von 9» Kovenber 1965 wird zurttcfcgewiesen« Das Berufungsgericht hat offen gelassen, ob der in Rußland geborene und später nach Frankreich auagewan-derte Kläger die besonderen Voraussetzungen des § ISO BIG erfüllt* Es bat das die Klage abweisende Urteil des Landgerichts bestätigt, weil es, abgesehen von den psychischen Beschwerden, nur den beim Kläger fostge-etellten linksseitigen Leistenbruch als durch die Verfolgung verursacht angesehen hat* Die weiteren beim Kläger jetzt bestehenden Leiden, nämlich Magenbesehvver-deo, Schädigungen im Bereich der Corooargefüße, At-nungebesebwerden (Bronchitis) und nervöse Beschwerden hat es dagegen nicht als verfolgungsbedicgt angesehen. gelitten babe* Uie beim Kläger bestehenden Schädigungen der Coronarge-fäSe bat daa Berufungageriebt nicht ala Verfolgung3“ bedingt, sondern ala Volga einer altarabedingten Involution angegeben, wall naob den entsprechenden Untersuchungen keine Veränderungen des Herzens festgestellt worden waren und die anginösen Hrscbeinungen, unter denen der Kläger jetzt leidet, erstmals 1953 eufgetra-ten waren, wie er gegenüber den untersuchenden Ärzten Br« Albertat und Vernant angegeben habe« Die Atmungs-beaebwerden den Klägers beruhen nach der Ansicht des Berufungsgerichts, das slob aueb in diesem Punkte auf die Befunde und das Gutachten des Vertrauensarztes stutzt, nicht auf einer chronischen Bronchitis, sondern auf einer altersgemlßeo Lungensklerose« Hinsichtlich der neuro-vegetativen Störungen, die nach Ansicht des Psychiater« Br« Kramarz zur Hälfte durch Verfol-guBgemaSnahmen verursacht worden sind und für die dieser Arzt eine lädE von 4*5 £ angenommen hat, ist das Berufungsgericht der Auffassung, daß die Verfolgungo-erlebnlsse des Klägers seit 1947 nicht sehr als Ursache fortwirken« Bazu wird in den Gründen des angefochtenen Urteils gesagt, daS derartige Störungen in einem Zeitraum von 2-3 Jahren nach dem Wegfall der Störuogsquelle abzukllnges pflegen, ao daß die jetzt bestehenden r-sobelaungen auf verfolgungsuaabhängigen Ursachen beruhen« Bas Berufungsgericht hat die Revision an den Bundesgerichtshof nicht zugeiaasen. Das Berufungsgericht bat sieb mit den vom Kläger im Laufe des Verfahrens vorgelsgten ärztlichen Gegen-Äußerungen auseinandergesetst. Daß es bei der Beurteilung der Ursaobeofrage nicht diesen, sondern den Ansichten des Vertrauensarztes Br« A0HHI und der von Iba sugezogenen Ärzte gefolgt ist, ist eine Prags der Beseiawürdigung. D&3 d&s Berufungsgericht den Ansichten der genannten Arzte auch deshalb Öen Vorzug gegeben hat, well es die von Ir* niedergelegten Angaben des Klägers Uber den Beginn der ersten Behandlungen bei den Mageobescbwerden (I960) und den anginösen .‘bete hw erde o (193?) als richtig ansab, obwohl der Klager eie im Laufe des Verfahrens als uorlcbtlg bezeichnet hat» kann die Zulassung der Revision nicht rechtfertigen* Aus den Gründen des landgerlcbtllchen Urteils (Cerlebteakten Bl* 49) gebt hervor» daß dieser Punkt schon für die Entscheidung des Landgerichts über die Ursacbeofrage voo erheblicher Bedeutung war* Der von einem Rechtsanwalt vertretene Kläger mußte zur weiteren Klärung dieses Punktes ln der Berufungsinstanz in der Berufungsbegründuag entsprechende Beweiaanträge stellen* Dadurch hätte er erreichen können, daß Br. Albertat durch das zuständige Gericht ln Paris als Zeuge vernommen wurde* Dieses Yerfahren hätte dem Kläger Gelegenheit gegeben» dem Zeugen vor Gericht entsprechende Vorhaltungen au machen*