BGH · IV ZB 20/89 vom 17.01.1990
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Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat durch den Vorsitzenden Richter Bundschuh und die Richter Dehner, Dr. Schmidt-Kessel, Dr. Zopfs und Dr. Ritter am 17. Die sofortige Beschwerde der Kläger gegen den Beschluß des 7. Zivilkammer des Landgerichts Stuttgart eingelegt und mit am 25. September 1989 eingereichten Schriftsätzen ihr Rechtsmittel begründet und um Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gegen die Versäumung der Berufungsbegründungsfrist gebeten. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Stuttgart den Antrag auf Wiedereinsetzung abgelehnt und die Berufung als unzulässig verworfen. Zu Recht ist das Berufungsgericht davon ausgegangen, daß es einem Rechtsanwalt zu dem Verschulden gereicht, wenn er in seiner Kanzlei keinen Fristenkalender führt und durch dessen Überwachung nicht dagegen Vorsorge trifft, daß eine unterlassene rechtzeitige Vorlage von Akten zur Fertigung einer Rechtsmittelbegründung unbemerkt bleibt. Auch wenn in der Einzelpraxis ihres Prozeßbevollmächtigten, dessen Verhalten sich die Kläger gemäß § 85 Abs. 2 ZPO zurechnen lassen müssen, nur wenige Berufungen anfallen und auch wenn der Rechtsanwalt vermeinte, die Daten der Berufungseinlegungen im Kopf zu haben, wie die Kläger nunmehr ergänzend in ihrer Beschwerdebegründung geltend machen, handelte es sich um einen gewichtigen Verstoß gegen die gebotene Sorgfalt des Prozeßbevollmächtigten, von jeglicher Fristenkontrolle abzusehen und die Wahrung von Rechtsmittelfristen nur von seiner persönlichen Gedächtnisleistung abhängig zu machen.