BGH · IV ZB 12/62 vom 09.03.1962
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Io Das Berufungsgericht hat angenommen* daß der Entschädi-gungozeitraum für die Berechnung der Entschädigung, die die Klägerin wegen Verdrängung aus einer unselbständigen Erwerbstätigkeit zu beanspruchen hat* mit dem 3o„ Juni 1949 ende, weil die Klägerin seit 1948/49 in einem Umfang erwerbstätig gewesen sei, wie 03 für sie als kinderlos verheiratete Erau nach den Verhältnissen in Israel als üblich angesehen werden müsse, und weil bei der Höhe der Bezüge und dem zeitlichen Ausmaß der Arbeit der Klägerin angesichts der gegebenen örtlichen Verhältnisse ohnä Bedenken angenommen werden könne, daß sie durch ihre Tätigkeit Einkünfte erzielt habe, die Ehefrauen bei derartigen Tätigkeiten zu erzielen pflegten» Auch der Ehemann der Klägerin habe aus seiner Erwerbstätigkeit erhebliche Einkünfte gehabt« a) Darauf, ob das Berufungsgericht verfahrensrechtlich einwandfrei festgestellt hat, daß die Klägerin aus ihrer ErwerbStätigkeit das übliche Entgelt erhalten habe, wie es auch männliche Arbeitnehmer mit gleicher Vorbildung und in gleicher Berufstätigkeit erzielt hätten, kommt es für die Zulassung der Revision nicht an, ebensowenig darauf, ob das Berufungsgericht die Höhe des Einkommens des Ehemanns zutreffend und verfahrensrechtlich unangreifbar ermittelt hato Es handelt sieh dabei um keine grundsätzlichen Bochtsfrageno ihren Beruf als Angestellte der Loihbücherei ausgeübt habe« Eie folgenden Ausführungen des Berufungsurteils, die sich mit ihren Einkünften in dieser Zeit befassen, ergeben, daß das Berufungsgericht auch das Einkommen aus dieser (Tätigkeit als nachhaltig angesehen hat« Ein Grund für die Zulassung der Revision ist auch insoweit nicht ersichtliche Der Beschwerde ist zuzugeben, daß bei der Entscheidung darüber, ob die Verfolgte durch ihre Ehe in Verbindung mit der von ihr als Ehefrau ausgeübten Erwerbstätigkeit die Auswirkungen der Verfolgung überwunden hat, die gesamten Verhältnisse, in denen die Eamilie lebt, zu berücksichtigen sind; dabei spielt auch die Bildungsschicht, zu der die Eamilie gehört, eine Rolle» Das hat der Senat insbesondere in dem grundsätzlichen Urteil vom 28» Oktober i960 IV ZR 75/6o' (BzW 1961, 121 Nr» 18) dargelegt» Der Umstand, daß das Berufungsgericht, dem die Entscheidung des Senats bekannt war, sich nicht im einzelnen mit allen diesen Umständen befaßt hat, rechtfertigt die Zulassung der Revision nicht, da in diesem Zusammenhang weitere grundsätzliche Rechtsfragen nicht zu klären sind und das Berufungsgericht ersichtlich nicht von der Rechtsprechung des Senats hat abweichen wollen» Der Prozeßbevollmächtigte der Klägerin war zu der mündlichen Verhandlung vor dem Oberlandesgericht rechtzeitig unter Hinweis auf die Vorschrift des § 2o9 Abs* 3 BEG geladen worden, und er hatte daraufhin dem Berufungsgericht mitgeteilt, ihm sei ein Erscheinen nicht möglich und er bitte, eine Entscheidung ohne mündliche Verhandlung zu treffen* Es hätte ihm freigestanden, wegen des jüdischen Peiertages, auf den die mündliche Verhandlung gelegt war, eine ferminsverlegung zu beantragen* Es liegt hahe, daß einem solchen Antrag stattzugeben gewesen wäre (vgl. BGHSt 13, 123)* Ohne weiteres brauchte das Berufungsgericht jedoch an diesem Tag nicht von einer Verhandlung abzusehen* Darauf, daß das Gericht an der möglicherv/eise dem Vergleichsvorschlag zugrunde liegenden Ansicht, der Entschädigungszeitraum könne bis zu dem 31 * Dezember 1951 auszudehnen sein, festhalten werde, durfte sich der Vertreter der Klägerin nicht verlassen, und das Gericht war auch nicht verpflichtet, ihm vor der Entscheidung Mitteilung zu machen, wenn es zu dem Ergebnis kam, daß der Entschä-digungszoitraum vor diesem Zeitpunkt ende* Vielmehr hatte es nach § 2o9 Abs* 3 Satz 2 BEG auf Grund der einseitigen mündlichen Verhandlung des beklagten Landes zu entscheiden* Die Beantwortung dieser Rechtsfragen ergibt sich unmittelbar aus dem Gesetz in Verbindung mit der Rechtsprechung dos Senats zu § 2o9 Abs.3 BEG sowie aus allgemeinen Rochtsgrundsätzen* Eine weitere Entscheidung darüber ist nicht erforderlich* 3* Da auch im übrigen die nach § 219 Abs* 2 BEG für eine Zulassung der Revision erforderlichen Voraussetzungen nicht vorliogon, muß die sofortige Beschwerde zurUckgev/iesen werden*