BGH · IV ZB 559/65
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Juli 1964 zugestellt„ Zu dieser Zeit war Lr« amtlich zu dem Vertreter des Prözeßbevollmächtigten des Klägers bestellt«, Er hat dieser Zustellung keine Bedeutung beigemessen, da er der Meinung war, die Berufungsfrist werde erst durch eine vom Gegner bewirkte Zustellung in den Lauf gesetzte. Las Berufungsgericht hat dem Kläger die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gegen die Versäumung der Berufungsfrist mit Recht versagt, denn es ist nicht auf einen unabwendbaren Zufall zurückzuführen, daß die Frist versäumt worden ist* Ihre Versäumung ist von dem amtlich bestellten Vertreter des Rechtsanwalts Lr0 verschuldet worden« Seine Pflicht wäre es gewesen, bei der Zustellung des Urteils am ^5« 7o 196« diesen Tag als den Zeitpunkt des Beginns des Laufes der Berufungsfrist festzuhalten«, Er kann sich nicht damit entlasten, daß er geglaubt habe, die Frist beginne erst mit einer auf Betreiben des Prozeßgegners erfolgten Zustellung» Ein bei einem deutschen Gericht zugelassener Rechtsanwalt muß wissen, daß nach § 625 ZPO Urteile in Ehesachen von amtswegen zuzustellen sind und daß diese von amtswegen erfolgte Zustellung maßgebend für den Beginn des Laufs der Rechtsmittelfrist ist« Len verschuldeten Irrtum des amtlich bestellten Vertreters des Prozeßbevollmächtigten des Rechtsanwaltes Lr» 4HHB muß der Kläger sich nach § 232 ZPO zurechnen lassen» Unerheblich ist es, daß Lr» CQHBnicht während des ganzen Laufes.der Berufungsfrist amtlich bestellter Vertreter des Prozeßbevollmächtigten des Klägers war9 denn das für die Versäumung der Prist allein ursächliche Unterlassen des Prozeßbevollmäch-tigtcn erfolgte zu der ZeitP als Dr0 C^J^als amtlich bestellter Vertreter tätig warc Es kann daher unentschieden bleiben? ob unter den hier gegebenen Umständen ein Verschulden des Rechtsanwalts Dr0 nach § 232 ZPO dem Kläger auch dann zuzurechnen wäre?