BGH · IV ZB 244/57
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Gesetz: BEG § 209; ZPO ,§ 102 Reclrcssatzs Ein grobes Verschulden im Sinne des § 102 ZPO ist gegeben, wenn ein Rechtsanwalt gegen die Nichtzulassung der Revision Beschwerde ein-legt, obwohl für ihn auch bei geringster Sorfalt erkennbar das Berufungsgericht den Revisionsrichter bindende.tatsächliche Feststellungen getroffen hat und unter Zugrundelegung dieser Feststellungen eins Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung oder zur"Fortbildung des Rechts oder zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung nicht zuentscheiden ist«. Die Tausache, daß die Beschwerde nur auf ausdrücklichen Wunsch der Partei eingelegt worden ist, kann den Rechts- -anwalt nicht entlasten* Eine Revision gegen sein Urteil hat das Kammergtricht nicht zugelassen Bsofortige Beschwerde eingelegt und hierbei erklärt, die Klägerin sei der Ansicht« daß es sich um eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung im Sinne des § 219 BEB handele o' 'Auf ..die- Anfrage des Gerichts « wieso, dies der fall sei, hat er erklärt, daß die Klägerin.die grundsätzliche" Bedeutung des Balles in der frage der Widerlegbarkeit der Vermutung des § 6 BWGöB sehe a j}ie Vermutung sei zwar., wie das;Kammergericht' richtig.• ob nicht die im vorliegenden Falle erfolgte Anlegung einer Sperrkarte allein schon die Widerlegung ausschließe, Rechtsanwalt hatte, auch bei Anwendung nur der geringsten Sorgfalt, erkennen können, daß das Kammergerieht die Vermutung des § 6 BvVGöD auf Grund der von ihm getroffenen, tatsächlichen Feststellungen als widerlegt angesehen hat, daß entsprechend der Vorschrift des § 561 Abs« 2 ZPO derartige Feststellungen für das Revisionsgericht bindend sind und daher seine Beschwerde nicht die geringste Aussicht auf Erfolg verspracht Bei seiner gemäß § 102 Abs.> 2 ZPO erfolgten Anhörung bat er dies auch zugegeben, sich jedoch darauf berufen, daß er die Beschwerde nur auf ausdrücklichen Wunsch ‘der Klägerin eingelegt habe* Aber auch ein ausdrücklicher Wunsch kann sein Verhalten nicht entschuldigen; denn ein Rechtsanwalt darf sich nicht zu einem willenlosen Werkzeug einer und dazu noch rechtsunkundigen Partei her geben (vgl* Stein-Jonas-Schönke 18« Aufl« I 1 zu § 102 ZPO),