BGH · IV ZB 234/66 vom 25.02.1966
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Bas Berufungsgericht hat nicht festzustellen vermocht* daß der Kläger aus Gründen politischer Gegnerschaft gegen den Nationalsozialissaus durch nationalsozialistische Gew<maßnahaien verfolgt worden ist (I 1 Aba. 1 BIX*)• Me Entscheidung beruht insoweit allein auf der de® Hi enter der ihtsacheninat&ne vorbehaltenen Feststellung und Würdigung de« Sachverhalt« und wirft keine grundsätzlichen Rechtsfragen auf.Die Frage» welchen Beweiswert Auskünfte oder Erklärungen der Geheimen Staatspolizei haben» und welche Schlüsse aus ihnen zu ziehen sind» läßt sich nient allgemein beantworten. Ille Beurteilung der Auskunft und des Verhaltens der Geheimen Staatspolizei durch das Berufungsgericht betrifft den Bimselfall und hat keime grundsätzliche Bedeutung. Voraussetzung für einen solchem Anspruch wäre nicht nur» daß der Kläger die nationalsozialistische Gewaltherrschaft bekämpfte, sondern daß er wegen solcher Bekämpfungshandlungen von den nationalsozialistischen Machthabern geschädigt wurde» ohne daß diese den Beweggrund der Handlungen erkannt hatten. Wenn der Kläger im Jahre 1941 unter dem Verdacht, Spionage getrieben zu haben, stand, so ist anderer« seits nicht festgestellt, daß er tatsächlich derartige Handlungen zugunsten der Kriegsgegner Deutschlands be* ging in der Absieht, damit die nationalsozialistische Gewaltherrschaft au bekämpfen; im Gegenteil hat das Be« rufungsgerieht auf seine im Jahr# 1936 abgegebene Brklä« rung hingewiesen, daß er für die deutsche Abwehr erfolg« reich tätig gewesen sei und TelefUmleitungen des englischen Geheimdienstes ausfindig gemacht und abgehört habe. Soweit der Kläger eine Widerstandatätigkelt darin sehen sollte, daß er bei den Vernehmungen durch die Geheime Staatspolizei diese von dsr Tüchtigkeit der Angehörigen der militärischen Abwehr, bei denen es sich möglicher* weise um Gegner des Nationalsozialismus handelte, zu überzeugen versucht habe, ist wiederum nicht festge* stellt, daS er gerade wegen eines solchen Verhaltens bei den Vernehmungen Verfolgungen ausgesetzt gewesen sei. Da das Berufungsgericht nicht festge* stellt hat, dafi der gegen den Kläger ergangene Schutz* haftbefehl aus dem Gründen des § 1 WM erlassen worden ist, ist kein Kaum für die Anwendung des Grundsatzes, bad ein Anspruch auf gutSchädigung wegen Preiheitsscha« den* auch dann bestehen kann, wenn der Verfolgte ohne die Verfolgung ebenfalls in Haft gewesen wäre. Die nach § 219 Abs« t BM für ein# Zulassung der Revision erforderlichen Voraussetzungen liegen nicht vör* i)ie sofortige Beschwerde des Klägers ist deshalb surüehsmweisen.