BGH · IV ZB 223/57
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Reebtssatzs Me Frage, welche.Bestirnmung eines Laadesge-setzes für einen Anspruch giltden lediglich das Landesgesetz jedoch nicht das Bundesent-scfeädi gungsgesetz gewährt, erfordert eine Zulassung der Revision nach § 219 3EG grundsätzlich selbst dann nicht, wenn das Berufungsgericht bei der Anwendung oder Auslegung der von ihm als maßgeblich angesehenen Bestimmung von Rechtßbegriffen oder Rechtsvorschriften abgewichen ist, wie sie sonst für Ansprüche aus dem Bundesentschädigungsgesetz zu gelten v;erds gegen die Nichtzulassung der Revision iai Zivilsenats des Kammergerichts in Berlin vom surxekgewieseh. G r ü n d es Ber Klägex» begehrt Anerkennung als politischer Verfolgter auf Grund des Berliner Landesgesetzes über die Anerkennung als politisch, rassisch und religiös Verfolgte - PrV-Gesetz - in dor Passung vom 14*3*1952 (GV0B1 S. 159)- Das Kammergericht hat eine solche Anerkennung versagt, weil der Kläger Kitglied der SÜD ist und nach § 6 Px^V-Gesetz in der neuen Passung dieses Gesetzes vom 13.4-1956 (GVC31 S. Dor Kläger ist der Auffassung, daß die Neufassung dieser Aussclilußbesticmung des PrV-Gesetzes gegen das Grundgesetz vei*stoße? Ber vom'Kläger geltend gemachte Anspruch auf Anerkennung als politisch Verfolgter wäre selbst wenn man- seiner Auffassung Uber die Rechtsungültigkeit des § 6 PrVG n.F* folgen wollte, nur ein solcher auf Grund des Berliner PrV-Gesetzes, also auf Grund einer landesrechtlichen Bestimmung* Auf dem Gebiete des Entschädigurigsrechts sind aber Entscheidungen über Ansprüche, die nur das Landesrecht gewährt, grundsätzlich einer Nachprüfung ira Bevisionsrechtszuge entzogen* Hr, 4 zu § 102 BEG, ausgesprochen., über solche Ansprüche haben somit nur die Gerichte des betreffenden Landes zu ent-scheideiijund diese Gerichte haben auch allein darüber zu befinden, ob und welche Bestimmungen des Landesrechte auf den geltend gemachten Anspruch anwendbar und wie diese aus-zulegen sind, Insoweit steht eine Nachprüfung dem Bundes- gericlvcshof grundsätzlich nicht zu, und zwar auch dann nicht wenn das Beruf bei seiner EntScheidung von Rechrsbegrifien abgewichen sein oder Bestimmungen nicht berücksichtigt haben sollte, wie sie sonst für Ansprüche aus asm Sunäesentschädigungsgesetz zu gelten hätten* von den Gerichten des Landes Berlin verschieden beurteilt wird und die Auslegung zu widersprechenden Ergebnissen führt,, kann nicht dazu führen, das Rachprüfungsrecht des Bundesgerichtshofs zu erweitern* Denn die ihm obliegende Aufgabe der Sicherung' der Einheitlichkeit der Rechtsprechung besteht nur, soweit es sich um Ansprüche aus dem Bundesent-* schädigungagesets handelt (vgl* auch die Entscheidung vom 11,1.1957 - IV BR 285/56).