BGH · IV ZB 167/57 vom 30.04.1957
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Beklagten und Beschwerdegegner, wird die sofortige Beschwerde des Klägers dagegen n dem Urteil des aus anderen Gründen getroffen wurden, ist von dem entscheidenden Senat bereits dahin geklärt worden, daß es genügt, wenn die Verfolgungsgründe wesentlich mitursachlich für die Maßnahmen waren (Urteil vom 5, Dezember 1956 IV ZR 201/56, RzW 1957? 51)» Die in dieser Entscheidung-ausgesprochenen Grundsätze hat das Berufungsgericht nicht verletzt, soweit es eine Entschädigungspflicht des beklagten Landes mit der .Begründung verneint hat, der Kläger sei ausschlaggebend wegen des Verdachts einer der deutschen Kriegführung abträglichen Betätigung festgenommen worden und seine gegnerische politische Einstellung gegen den Nationalsozialismus sei dafür jedenfalls nicht von entscheidender - also nicht von wesentlicher - Bedeutung gewesen. Ein Widerspruch zu diesen Grundsätzen könnte allenfalls vorliegen, soweit das Berufungsgericht dem Kläger eine Entschädigung auch für die Zeit der Fortdauer der Haft, nachdem sich der damals gegen ihn gehegte konkrete Verdacht als unbegründet herausgestellt hatte, versagt In dem Berufungsurteil heißt es, es fehle an hinreichenden Anhaltspunkten dafür, daß die Festhaltung des Klägers lediglich deshalb aufrecht erhalten worden Aber selbst wenn das Berufungsgericht hier unbeachtet gelassen haben sollte , daß die Verfolgungsgründe des § 1 Abs- 1 BEG nicht die alleinige Veranlassung für die gegen den Verfolgten gerichteten Maßnahmen gebildet zu haben brauchen; um eine Entschädigungspflicht auszulösen, so stellt sich damit doch keine neue grundsätzliche Rechtsfrage, die der Entscheidung durch den Bundesgerichtshof bedürfte. Da auch im übrigen die Voraussetzungen, von denen nach § 219 Abs. 2 BEG die Zulassung der Revision abhängig ist, nicht vorliegen, ist die sofortige Beschwerde zurückzuweisen.