BGH · IV ZB 158/66 vom 14.07.1966
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In dem Berufungsurteil wird ausgeführt, daß das Recht des Klägers auf die Benutzung von zwei Plätzen in der Münchener Hauptsynagoge kein Eigentumsrecht oder eigentvmsähnliches Recht an bestimmten Gebetsstühlcn gewesen sei. Dem Hinweis auf Art. 37 REGAmZ sowie darauf, daß auch die Beseitigung von Rechten an einen entzogenen feststellbaren Vermögensgegenstand einen Rückerstattungsanspruch auelösen könne, ist zu entnehmen, daß das Berufungsgericht das Benutzungsrecht als ein Recht an dem Grundstück aufgefaßt hat, auf dem die Synagoge errichtet war und das der israelitischen Kultusgemeinde durch die unter dem Verfolgungsdruck erfolgte Veräußerung entzogen wurde. Es läßt sich die Ansicht vertreten, der Erwerb des Synagogengrundstücks durch die Stadtgemeinde München im Y/ege der schweren Entziehung habe zugleich und unmittelbar bewirkt, daß der Kläger das Benutzungsrecht, mit dem nach der verbindlichen Rechtsauffassung des Berufungsgerichts das Grundstück vorher belastet war und das einen feststellbaren! Dann hätte sich die Stadtgemeinde durch den Entziehungsvorgang auf Kosten des Klägers eine günstigere Rechtsstellung verschafft, als sie die israelitische Kultusgemeinde vorher besessen hatte, nämlich eine EigentümerStellung, die durch Benutzungsrechte der hier in Rede stehenden Art nicht beeinträchtigt war. Es könnte deshalb angenommen werden, daß die Stadtgemeinde durch den Erwerb des Grundstücks nicht nur der israelitischen Kultusgemeinde das Grundstück, sondern auch dem Kläger das Benutzungsrecht an den Synagogenplätzen entzogen habe. Wollte man aber die Ansicht vertreten, daß da3 Benutzungsrecht des Klägers als Recht am Grundstück auch nach dem Erwerb durch die Stadtgemeinde München bestehen geblieben sei (Art. 57 Abs. 1 Satz 1 REGAmZ) und sich etwa in ein Recht auf eine Geldleistung gegen den Grundstückseigentümer verwandelt habe, nachdem die Ausübung dos Benutzungsrechts unmöglich gev/orden sei, so würde mangels eines Vermögensschadens ein Entschädigungsanspruch Darauf, ob da3 Berufungsgericht zutreffend angenommen hat, daß der Kläger durch die Entziehung des Grundstücks und den Abbruch der Synagoge nur mittelbar geschädigt worden sei, kommt es nicht an. Wenn auch der verfolgungsbedingte Verlust de3 Rechts auf die Benutzung von Synagogenplätzen nicht nur vereinzelt vorgekommen sein mag, so sind Entschädigungsverfahren, die derartige Beeinträchtigungen zu dem Gegenstand haben, doch so selben, daß einer Entscheidung über die sich dabei ergebenden Rechtsfragen keine grundsätzliche, sich auf eine Vielzahl von Pallen ausv/irkende und damit die sachgemäße Abwicklung der Entschädigung im ganzen fördernde Bedeutung beigemessen werden kann.