BGH · IV ZB 146/58
Originalentscheidung als PDF
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Gesetzt BEG § 219 Rechtssatzs Die Frage, welche Ermittlungen die EnfcschädigujigsOrgane, anstellen -und welche Beweise sie erheben müssen* um ihrer Pflicht aus § 176 Abs«, 1 BEG' zu genügen; ist nach den besonderen Umständen jedes einzelnen Falles zu entscheiden«, Es handelt sich dabei nicht um die Entscheidung allgemein'gültiger Rechtsfragen von grundsätzlicher Bedeutung, deren-Entscheidung die Zulassung ^einer Revision rechtfertigen könnteo Bas Berufungsgericht hat insbesondere auch nach den Umständen einzelnen Falles zu entscheiden, '■ welchen Beweiswert es dem Inhalt eines Urteils beilegt, durch das ein Verfolgter-während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgt worden ist* Die sofortige Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des 15° Zivilsenats des Oberlandesgerichts in Hamm vom 7«, Februar 1958 wird auf Kosten des Klägers zurückgewiesen*, Eie sofortige Beschwerde des Klägers gegen die RiehtZulassung der Revision ist unbegründet’* Eer Kläger hatte in dem Entschädigungsverfahren u«,a» vorgebracht, er sei im April 1942 aus rassischen Gründen verhafteb und zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worden«, Eie Entschädigungsbehörde und auch das Berufungsgericht haben darin eine falsche Angabe erblickt» Eie Entscheidung beruht danach allein auf der vom Berufungsgericht vorgenommenen Tatsachenund Beweiswürdigung, insbesondere auf einer Würdigung der von den Strafgerichten festgestellten, im wesentlichen auch vom Kläger nicht bestrittenen Tatsachen» Bas Berufungsgericht hat die vom Kläger begangenen Handlungen selbst strafrechtlich gewürdigt» daß die in dem Urteil ausgeworfenen Einzelstrafen unter Berücksichtigung der Kriegsverhältnisse '»keinesfalls übersetzt” seien«, Es hält im Gegenteil die wegen des Betrugs zu dem Nachteil der Braut des Klägers ausgeworfene Strafe für ”milde” und erwägt, daß dem Kläger auch noch die Untersuchungshaft auf die Strafe angerechnet worden ist* Welche Beweise das Berufungsgericht erheben muß, um der ihm nach § 176 Abs* 1 BEG obliegenden Pflicht zu genügen, ist regelmäßig eine für Jeden einzelnen Fall besonders zu entscheidende Frage* Grundsätzliche, allgemeine Regeln lassen sich dafür nicht aufstellen« Insbesondere unterliegt es dem Ermessen des Berufungsgerichts, darüber zu befinden, welchen Beweiswert es einem vor dem Zusammenbruch ergangenen Urteil eines Gerichts beilegen will* Auch diese Entscheidung kann nur unter Berücksichtigung der besonderen Umstände Jedes einzelnen Falles getroffen werden* Verstöße gegen VerfahrensVorschriften, die das Berufungsgericht dabei unter Umständen begeht, sind deswegen regelmäßig nicht grundsätzlicher Natur* Die Möglichkeit solcher Verstöße kann die Zulassung der Revision nicht rechtfertigen*