BGH · IV ZB 137/63
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Auch in den Fällen, in denen die Partei und ihr Prozeß-bevollmächtigter ihren Wohnsitz im Ausland haben und in denen ein Zustellungsbevollmächtigter mit Wohnsitz am Ort des Prozeßgerichts oder innerhalb des Amtsgeriehts-bezirks, in dem das Prozeßgericht seinen Sitz hat, nicht bestellt ist, müssen die Zustellungen an den für den Hechtszug bestellten Prozeßbevollmächtigten erfolgen• öio können an diesen nach § 175 ZPO in der Weise bewirkt werden, daß das zuzup,teilende Schriftstück unter der Adresse des prozeßbevollmächtigten zur Post gegeben wirde Die Zustellung durch Aufgabe zur Post ist auch wirksam erfolgt, wenn in dem nach § 215 ZPO von dem Urkundsbeamten der Geschäftsstelle gefertigten Vermerk die Zeit, zu der das Schriftstück zur Post gegeben worden ist, versehentlich falsch angegeben worden ist. Durch den angefochtenen Beschluß ist die Berufung, die die Klägerin gegen das in dieser Sache ergangene Urteil des Landgerichts eingelegt hat, als verspätet verworfen worden« Die von der Klägerin gegen diese Entscheidung eingelegte sofortige Beschwerde ist unbegründet« Das Berufungsgericht hat zutreffend angenommen, daß die Berufungsfrist verstrichen war, als die Klägerin dieses Rechtsmittel einlegte« Die Klägerin wurde im ersten Rechte-sug von ihrem Ehemann als Prozeßbevollmächtigten vertreten, Nach de* Klagerhebung verlegten die Eheleute ihren Wohnsitz aus Deutschland nach BDas Urteil des Landgerichts wurde darauf am 9« Juli 1962 durch Aufgabe zur Post unter der Anschrift des Ehemanns der Klägerin zugestellt. 470 Nr« 35 veröffentlichten Urteil ausgeführt, daß in* dcß gerichtlichen Entschäaigungsverfahren die Zustellung durch Aufgabe zur Post an den im Ausland wohnenden, nicht bei einem deutschen Gericht als Rechtsanwalt zugelassenen Prozeßbevollmäohtigten einer Partei zu erfolgen habe, wenn dieser keinen Zustellungsbevollmächtigten bestellt habe, der am Ort des Prozeßgerichts oder in dem Amtsgerichtsbezirk wohnt, in dem das Prozeßgericht seinen Sitz hat« Juli 1962 angibt, wie das Berufungsgericht zutreffend angenommen hat, erst am 9» Juli 1962 erfolgte Die Ansicht der Klägerin, daß ein dem § 213 ZPO entsprechender Vermerk nicht gemacht, die Zustellung daher unwirksam sei, ist irrig« Die Klägerin gründet ihre Ansicht darauf, daß uer Vermerk des Urkundsbeamtön unrichtig den 6« Juli 1962 als Datum der Zustellung angibt, obwohl nach dem Bl« 40 q» A» befindlichen Vermerk der Justizhauptwacbt-meister die Briefsendung mit der ürteilsausfertigung erst am 9» Juli 1962 der Postanstalt zur Beförderung an den Uhernenn der Klägerin übergeben hat« Der von dem Urkundsbeamten der Geschäftsstelle nach § 213 ZPO ausgefertigte Vermerk enthalte daher offensichtlich ein unrichtiges Datum über den Zeitpunkt der Zustellung« Der Vermerk des Urkundsbeamten der Geschäftsstelle ergibt, daß das Urteil durch Aufgabe zur Post an die Anschrift dec Prozeßbevollmächtigten der Klägerin zugestellt worden ist*