BGH · IV ZB 124/58
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
schwiegen habe* Die hiergegen erhobene Klage hatte weder beim Landgericht noch beim Oberlandesgericht Erfolg* Das Berufungsgericht hat als erwiesen angesehen, daß der Kläger, um Entschädigung zu erlangen, zu demindest grob fahrlässig irreführende Angaben über seine Entschädigungsberechtigung gemacht habe, indem er trotz einer ausdrücklichen Frage in dem von ihn Unterzeichneten Entschädigungsformular nach Stellung eines Antrages auf Aufnahme in die NSDAP sich auf die Erklärung beschränkt habe, «niemals Mitglied der NSDAP oder ihrer Gliederungen mit Ausnahme der DAF oder NSVn gewesen zu sein, obwohl er wiederholt um die Aufnahme in die NSDAP nachgesucht habe, und die wahrheitsgemäße Beantwortung einer solchen Frage für das Haftent-schädigungsverfahron nach dem nieaersächsisehen Personenschadengesetz von Bedeutung hätte sein können. Denn mit seiner Entscheidung hat sich weder das Berufungsgericht in Widerspruch zu der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs gesetzt, noch liegen bei dem hier gegebenen Sachverhalt Rechtsfragen von grundsätzlicher Bedeutung vor, die eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs erfordern* Die Beschwerde meint allerdings zunächst, daß die Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung zu entscheiden sei, ob irreführende Angaben vor Inkrafttreten des Bun-desentschädigungsgesetzes eine Anwendung des § 7 BEG In diesem seien die Worte "vor oder nach Inkrafttreten dieses Gesetzes", die sich im § 2 Abs.l BErgG befunden hätten, nicht mehr enthalten, so daß die Annahme gerechtfertigt sei, daß nur nach dem Inkrafttreten des Bundesentschädigungsgesetzes gemachte irreführende Angaben zur Versagung einer Entschädigung gemäß § 7 Abs* 1 BEG führen könnten. Biese Rechtsfrage bedarf jedoch keiner Entscheidung durch den Bundesgerichtshof, Abgesehen davon, daß mit der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs bereits klargestellt worden ist, daß § 7 Abs. 2 BEG auch bei Entschädigungsbescheiden anwendbar ist, die auf Grund eines vor dem Inkrafttreten des Bundesentschädigungsgesetzes in Geltung gewesenen Landesgesetzes ergangen sind (vgl* insbesondere die Entscheidung RzW 57, 3242^), also für die Anwendung dieser Bestimmung auch irreführende Angaben vor dem Inkrafttreten des Bundesentschädigungsgesetzes von Erheblichkeit sind, kann der Wortlaut des § 7 BEG und seine Entstehungsgeschichte (vgl, die Bundestagsdrucksache 1949 So 95 zu § 4a) keinen Zweifel daran lassen, daß wie es an der zuletzt angeführten Stelle heißt, "auch, ohne daß dies besonders zu dem Ausdruck gebracht werden muß, selbstverständlich (ist), daß ein inkorrektes Verhalten des Antragstellers auch dann zur Versagung des Anspruchs auf Entschädigung führen kann, wenn der Antrag noch unter der Herrschaft der Ländergesetze, also vor dem Inkrafttreten des BEG gestellt worden ist". Die Beschwerde hält«sodann eine Zulassung der Revision für erforderlich, weil es sich bei der Bestimmung des* § 7 Abs. 1 BEG und* des § 2 Abs. 1 BErgG um eine. Im übrigen läßt aber die ständige Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs - und ihr ist auch das Berufungsgericht gefolgt - keinen Zweifel, daß die Voraussetzungen des § 7 Abs. 1 BEG für eine völlige oder teilweise Versagung einer Entschädigung der Nachprüfung der Entschä-