BGH · IV ZB 101/50
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wohnhaft gewesenen Bergnann Paul Eduard ha'; de:: Ikund esger rchtshof - 4* Zivilsenat - auf die sofortige weitere Beschwerde des Oberstaatsanwalts in hieve gegen den Beschluss der 10 Zivilkammer des Landgerichts in hieve vom ISp -Januar ' r | v-. No-vember’ 1 94G geantwortet, daß bisher weder eine “/ermisst- noch eine rodesmeldung vorliegec nach-dem der Ob er s taa t sa nwalt in hieve erklärt hatte, daß er keine Bedenken gegen die Doöescrklärung habe, ist vom Amtsgericht das. Bau. OLG, in Büsseldorf.den die sofortige weitere Beschwerde nur Entscheidung vorgeiegü war, xs u 'der Auffassung, daß diese zwar zulässig und auch formund fristgerecht eingelegt, sachlich jedoen nicht begründet sei. Las Ob erlau des ger i c ht Hamm habe in seiner oben erwähnten LntScheidung vom 3« Februar 195C, auf welche-sich der Beschwerdeführer berufe, die Ansicht vertreten, daß die Vorschrift des 3 4 Verschon, den Begriff des Vermisstseine im technischen- Sinne des militärischen Sprachgebrauches verwende und daß infolgedessen eine förmliche Vermis atme Idling der zuständigen militärischen Dienststelle erforderlich •sei« Der Begriff "vermisst" in 1 4 7crsoh,C-0 decke, sich nach Auffassung des OLG, Hamm nicht mit dem iu gewöhnlichen Sprachgebrauch üblichen; "vermisst” im Ginne dieser Bestimmung sei nach Ansicht des OLG, Hamm nur, wer sich nicht mehr in /Wirkungsbereich der bewaffneten macht befinde, wessen- gegenwärtiger Aufenthalt auch den mit der Überwachung seines Verbleibs betrauten Organon,unbekannt sei und wer infolgedessen von der zuständigen militärischen Dienststelle als vermisst bezeichnet worden sei. 3s stehe deshalb nichts in lege, ciio Auslegung des Begriffs den praktischen Bedürfnissen ansupassen, die sich aus deg. Erfahrungen des leisten Krieges und der HachkrlegsJahre ergeben hätten, ^ieae Erfahrungen sprachen gegen das Erfordernis einer formalen Vermisstncldung durch die zuständige militärische Dienststelle0 Eine solche Auslegung des Begriffes. "Vermisstsein" gehe von Vorstellungen über die Verhältnisse auf den Kriegsschauplätzen und in der Heimat aus, die in den' ersten KriegsJahren vielleicht noch zutreffend genesen, durch die weitere Entwicklung des Krieges aber überholt seien. meldung mehr erstattet werden, weil diese Dienst-, stelle selbst überhaupt nicht mehr bestanden habe, ln ebenso zahlreichen Fällen hätten die von den militärischen Einheiten abgesandten Vermisst-Meldungen infolge■der ungeordneten Verhältnisse im Hinterland, wegen des Bombenkrieges in der Heimat oder aus er- sonstigen Gründen ihren Empfänger nicht mehr reichte 3c nurde über cu höchst unbilligen und aus socialen Gründen keineswegs vertretbaren Ergebnissen führen, nenn in all diesen Füllen nur eine an die 1O-Jahresfrist des 3 1 Vcrsch«, G. .Kapitulation und der Auflösung der deutschen lehr macht- über 5 Jahre verstrichen ■ seien, seine praktische Bedeutung verloren,, Iranischen habe sieh schon erwiesen, und nwar rein durch den Bei ouelauxy ob rin soläat vermisst sei oder nicht0 Die Frage, ob im Lin-selfalle der Tatbestand des Yermisstseins gegeben 1st, hängt also mit davon ab, wie dieses vermissende; "Subjekt" naher zu bestimmen ist. Ist dessen Yerbleib der betreffenden Einheit oder Dienststelle, d„h0 ihren dafür zuständigen Organen unbekannt, obwohl er ihr nach den gewöhnlichen Lauf der Dinge bekannt sein müsste, so ist der Tatbestand des Yermisstseins erfüllt. fraglich ist, ob hiernach der Tatbestand des Ver-: misst sc ins auch dann als erfüllt angesehen werden sann, wenn eine militärische Binheit oder Bienststelie in Verlauf der Kampfhunalungen völlig aufgerieben oder — etna naeli Einkesselung oder Absohneidung von dem höheren Truppenverband - in Gefangenschaft geraten ist und damit aufgehört hat, als solche su'-be st eilen 0, beim in einen solchen Palle der Verbleib der einzelnen Angehör. die gleichseitig mit dieser end- ' gültig aus den V/irkungs- und Köntro 11 cereich der bewaffneten Pacht ausgeschieäeii sind, nicht auch noch durch eine höhere Einheit oder Bienststelle - m Ih die Angehörigen einer abgoschnibienen Kompanie durch das Bataillon - überwach b wurde ? so kann es sweifel-haft sein, ob für die so aus ge schied enen überhaupt ein vermissendes gubjekt im Ginne des C 4.Yersch.G. und ein Organ, das den Tatbestand ihres Vernisataeins feststellen konnte, vorhanden gewesen ist« Vermisst werden sie gegebenenfalls von ihren Angehörigen oder anderen Tersonen oder Beeilen außerhalb der militärischen Organisation- 1 die bis:dahin regelmässig Nachricht von ihnen bekamen und nun nicht mehr bekommene An dieses offenbar nicht gedachte Gleichwohl wird man hier den Tatbestand des Vermisstseins als gegeben anso1-*en ■ -nüssen, weil rm niilic« ccchniscnon Ginne die ausgefallene Einheit als solche und damit mittelbar ;;; auch die zu ihr gehörigen Soldaten vermisst sind» Die# Llöglichkeit, daß sie oder ein feil"von ihnen ~ z„ B* durch Übergabe - lebend in.die Hände des Gegners gefallen ist. schließt hier wie auch in anderen Fällen den fatbestand des Vermisstseins nicht aus, da ja immer ein großer feil der von einer Truppe als ver-misst Geneideten dieses Schicksal erlitten haben wird«, Allerdings wurde eine sichere llachricht über die Tatsache der Gefangennahme, insbesondere etwa eine Hach--rieht, die der. Vermisste selbst aus der Gefangenschaft gegeben hat, bis au dem Seitpunkt, auf den sich der Inhalt dieser llachricht besieht, ein fatbe-S'candsglied der Verschollenheit und damit puchden uaon aem rargelegten ist es für den "Tatbestand des »aniSvi-oöxno, y;iq auch die Vorinstanzen mit Recht an-^■-nenme^ naoen, nicht erforderlich, daß der Vermisste ^00. Biner solchen Mitteilung oder Meldung könnt für den rathestand des Vermisstseins nicht die Bedeutung eines 1 atbestandsglie d c o, sondern lediglich die Bedeutung eines Auskunfts- oder Beweismittels zu0 Bas bedeutet, daß der richten die Prüfung der Frage, oh jemand vermisst worden sci? unabhängig davon vornunc linen hat, oh der betreffende Kriegsteilnehmer vorder zuständigen militärischen Dienststelle als vermisst bezeichnet worden ist oder nicht„ Br kann seine Feststellung auch auf Grund anderer Beweismittel, a0IM auf Grund von Zeugenaussagen treffen (so auch von Spreckelsen ZIEL» 1949 M« 121 und Völker LIDE019 Bo 479)* Hur bei dieser Auffassung lässt sich dem dringenden praktischen Bedürfnis gerecht werden, auch in solchen Fällen eine Kodes erklärung auf Grund des 3 4 YerschoCk zusulassen, in denen die Verhältnisse auf dem Kriegsschauplatz, namentlich im Osten, es zu einer Feststellung im einzelnen und zur Meldung über eiligetretene Verluste nicht mehr kommen ließen oder diese Meldungen wegen der ungeordneten Verhältnisse im rückwärtigen Gebiet oder wegen der. cii su billigen Bonn ein Box da t sich su der Seit, aus der die lotste Ha ehr i eht von ihn vor liegt, na cliv; eislieh in Gefahren- obigen Sinne.auch vernisst worden ist0 laß der Tatbestand des Vermisstseiao nicht sehen durch die Lloglichild t aus geschlossen wird, daß der Verschollene lebend In dieser Hinsicht läßt der 7on LGc festgesteilte Cachvorhalt cs zweifelhaft erscheinen, ob alle erreichbaren Auckunftsmittel bereits erschöpft sind„ Bas Amtsgericht hat sich darauf beschränkt, auf Grund der Angabe der Antragstollerin, daß ihr Ehemann seit Bnde i944 als Panzerjäger in Rußland eingesetzt gewesen sei und sie seit Dezember 1944- keine llachrieht mehr von ihn erhalten habe, bei der deutschen Dienststelle für die Benachrichtigung der nächsten Angehörigen von Gefallenen der ehemaligen Deutschen V/ehr-nacht nach etwa dort vorliegenden Nachrichten Liber das Schicksal des 0 anzufragen. In der Anfrage ist der fruppentoil nur mit der Feldpostnummer ' bezeichneto Es erscheint nicht ausgeschlossen, daß Frau heingekehrte lamcraden ihres Bannes oder andere heingekehrte Eriegstcilnehmer kennt oder zu ermitteln in der Lage ist, die der gleichen militärischen Einheit wie ihr Ehemann oder doch einem gemeinsamen höheren Verbande angehört, haben und Uber das Schicksal dieser Brunne in der fraglichen Boit nähere-Angaben machen können0. Möglicherweise wird auch, die deutsche Dienststelle für die Benachrichtigung der Angehörigen von Gefallenen Uber das Schicksal der Bruppeiieinlicit oder des Jruppenvci’bandos, dem zuletzt angohortc, wenn Ihr dieser näher bezeichnet wird, noch Angaben machen können, Das Antagenicht v;ird nach dieser hichtung der ihm obliegenden Ar-