BGH · IV ARZ 92/78 vom 18.10.1978
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
ZPO §§ 36 Nr. 6, 732; RechtspflegerG § 11 Abs. 2 Eine Gerichtsstandsbestimmung findet nicht statt, wenn zwischen Erinnerungsgericht und Beschwerdegericht eine Meinungsverschiedenheit darüber besteht, ob eine vom Erinnerungsgericht für unbegründet gehaltene Erinnerung als Durchgriffserinnerung im Sinne des § 11 Abs. 2 RpflG anzusehen ist. und Der IV, Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat am 18. Mit Rücksicht hierauf hat der Rechtspfleger des Landgerichts auf Antrag der Kläger diesen eine Ausfertigung des amtsgerichtlichen Urteils zu dem Zwecke der Zwangsvollstreckung in Ansehung des Gesamtguts gegen die Ehefrau des Beklagten erteilt. Aus diesem Grunde hat es die Sache durch einen, den Bevollmächtigten der Kläger und der Ehefrau des Beklagten formlos mitgeteilten Beschluß dem Oberlandesgericht vorgelegt. Das Oberlandesgericht hat durch einen förmlichen Beschluß "die Übernahme der Sachbe-arbeitung abgelehnt und die Sache dem Landgericht in Darmstadt zurückgegeben". Es ist der Auffassung, daß die Vorschrift des § 11 Abs. 2 Satz 2 RpflG nicht auf Einwendungen nach § 732 Abs. 1 Anwendung findet. Die beteiligten Gerichte sind sich darüber einig, daß als Erinnerungsgericht allein das Landgericht Darmstadt und als Beschwerdegericht allein das Oberlandesgericht Frankfurt am Main in Betracht kommt; die Meinungsverschiedenheiten zwischen diesen beiden Gerichten betrifft lediglich eine Frage des Verfahrensganges, nämlich die, ob die Entscheidungszuständigkeit des Beschwerdegerichts bereits durch die Tatsache begründet wird, daß das Erinnerungsgericht die Erinnerung für unbegründet erklärt (und vorlegt), oder ob es hierzu noch der ausdrücklichen Anrufung des Beschwerdegerichts durch Einreichung einer Beschwerdeschrift bedarf.Dies zu entscheiden ist Sache des Beschwerdegerichts. 621 e Abs. 2 Satz 2 ZPO abgesehen - keinem Rechtsmittel unterliegen, kann die Erinnerungsführerin vom Bundesgerichtshof keine Nachprüfung der im Beschluß des Oberlandesgerichts vom 16. Wenn die Ansicht des Oberlandesgerichts richtig sein sollte, ist in diesem Beschluß eine Zurückweisung der von der Ehefrau des Beklagten erhobenen Einwendungen gegen die Erteilung der Vollstreckungsklausel zu sehen. Der Ehefrau des Beklagten steht es demnach frei, gegen den Beschluß vom 17. Sache des Oberlandesgerichts ist es dann, darüber zu befinden, ob es die in diesem Beschluß enthaltene Bezugnahme auf den Schriftsatz der Kläger vom 26.