BGH · IV ARZ 51/79 vom 23.11.1979
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Der Beschluß des Amtsgerichts Lingen Über die Verweisung des Verfahrens an das Amtsgericht Stadthagen hat schon deshalb keine bindende Wirkung» weil er erlassen worden ist» ohne den Antragsgegner zuvor zu dem Verweisungsantrag zu hören (vgl. Damit hängt die Gerichtsstandsbestimmung von der zwischen den beteiligten Gerichten umstrittenen Frage der Örtlichen Zuständigkeit nach § 606 Abs. 2 Satz 2 ZPO und dem hierfür entscheidenden Umstand des gewöhnlichen Aufenthaltsortes des Antragsgegners ab. Wie der Senat bereits entschieden hat» kommt es für den gewöhnlichen Aufenthalt einer Person nur auf das tatsächliche» auf eine gewisse Dauer berechnete Verweilen» nicht aber auf einen in eine bestimmte Richtung gehenden Willen oder auch die Willens- und Handlungsfähigkeit der betreffenden Person an (BGHZ 21, 306, 318). Damit kann ein gewöhnlicher Aufenthalt auch dort gegeben sein, wo sich Jemand, wie etwa in der Strafanstalt, gegen seinen Willen aufhält. Damit erweist sich das Familiengericht Lingen, in dessen Bezirk die Justizvollzugsanstalt liegt, als ausschließlich zuständig.