BGH · IV ARZ 33/79 vom 19.09.1979
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PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Eine Gerichtsstandsbestimmung nach § 36 Nr. 6 ZPO fin-det nicht statt, wenn nur ein Gericht sich für unzuständig erklärt und ein anderes den Rechtsstreit an dieses Gericht verwiesen hat, weil die Streitsache dort bereits rechtshängig sei. Das Amtsgericht Bottrop, in dessen Bezirk der Beklagte bei Beginn der Rechtshängigkeit des vorliegenden Rechts-streits wohnte (und noch wohnt), hat sich nicht für unzuständig erklärt. Es hat vielmehr lediglich die Sache an das Amtsgericht Oberhau-sen verwiesen, weil es der Ansicht ist, die geltend gemachten Unterhaltsansprüche seien (noch) dort rechtshängig. Die etwaige anderweitige Rechtshängigkeit der Streitsache stellt ein selbständiges Prozeßhindernis dar, wenn dieselbe Streitsache erneut rechtshängig gemacht wird (§ 261 Abs. 2 Nr. 1 ZPO), führt aber als solche nicht zur örtlichen Unzuständigkeit des im zweiten Verfahren angegangenen Gerichts. Auch das Amtsgericht Bottrop hat dies nicht anders beurteilt, sondern in seinem schriftlichen Hinweis an die Parteien vom 18. Es kann, wenn es sich für örtlich unzuständig hält, den vorliegenden Rechtsstreit nach Anhörung der Parteien auf Antrag der Klägerin mit bindender Wirkung (§ 281 Abs. 2 Satz 2 ZPO) an das Amtsgericht Bottrop zurückverweisen. Ob und inwieweit die Unterhaltsansprüche, die beim Amtsgericht Bottrop von der jetzigen Klägerin als Rechtsnachfolgerin der früheren Ehefrau und der Kinder des Beklagten geltend gemacht wurden, bereits beim Amtsgericht Oberhausen rechtshängig geworden und geblieben waren und ob insoweit der Einwand der Rechtshängigkeit durchgreift, hat der Senat im Verfahren nach § 36 Nr. 6 ZPO nicht zu entscheiden.