BGH · IV ARZ 18/79 vom 19.09.1979
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Da sich herausstellte, daß die Parteien ihren letzten gemeinsamen gewöhnlichen Aufenthalt in Wipperfürth gehabt hatten, erklärte sich das Landgericht Göttingen auf die Zuständigkeitsrüge des Antragsgegners und den Antrag der Antragstellerin für örtlich unzuständig und verwies den Rechtsstreit an das Landgericht Köln. Weil die Antragstellerin vor der Einreichung der Scheidungsklage zusammen mit dem gemeinsamen minderjährigen Kind in Göttingen gewohnt und der Antragsgegner das Kind gegen den Willen der Mutter nach Wipperfürth geholt habe, verneinte das Gericht seine Zuständigkeit und verwies das Verfahren auf den von ihm angeregten Antrag der Antragstellerin durch Beschluß an das Amtsgericht - Familiengericht - Göttingen, das sich seiner- seits für unzuständig erklärte und den Rechtsstreit durch Beschluß zurückverwies. Das Familiengericht Wipperfürth hielt seinen Verweisungsbeschluß für bindend und übersandte die Akten erneut an das Familiengericht Göttingen. Durch den Verweisungsbeschluß des Landgerichts Göttingen ist der Ehescheidungsrechtsstreit der Parteien beim Landgericht Köln anhängig geworden. Diese Bindungswirkung hatte zur Folge, daß die Frage der örtlichen Zuständigkeit für das gesamte weitere Verfahren verbindlich entschieden war. Zwar stellte diese Abgabe selbst keine hinsichtlich der örtlichen Zuständigkeit bindende Verweisung dar (Senat in FamRZ 1978, 328); sie hatte Jedoch zur Folge, daß die Bindungswirkung der voraufgegangenen landgerichtlichen Verweisung nach der Änderung der sachlichen Zuständigkeit auf das an die Stelle des Landgerichts Köln tretende Familiengericht überging und dieses daran hinderte, sich über Jenen Verweisungsbeschluß dadurch hinwegzusetzen, daß es Wipperfürth als für den Gerichtsstand maßgeblich leugnete und den Rechtsstreit an das Familiengericht Göttingen verwies.