BGH · IV ARZ 112/78
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
Für die Entscheidung über Beschwerden gegen Beschlüsse der Landgerichte, durch die ein Ablehnungsantrag gegen einen Familienrichter zurückgewiesen worden ist, sind die Familiensenate des Oberlandesgerichts zuständig, Für die Entscheidung über die sofortige Beschwerde des Beklagten ist ein Senat für Familiensachen des Oberlandesgerichts Karlsruhe zuständig. Bei dem Oberlandesgericht Karlsruhe sind die nach der Geschäftsverteilung für 1978 in Betracht kommenden beiden Senate unterschiedlicher Auffassung darüber, welcher Senat für die Entscheidung über die Beschwerde zuständig ist. Zivilsenat - Senat für Familiensachen -hat sich durch Beschluß vom 11. Nach der Rechtsprechung des erkennenden Senats ist § 36 Nr. 6 ZPO entsprechend anzuwenden, wenn sich innerhalb eines Oberlandesgerichts ein Familiensenat und ein anderer Zivilsenat für unzuständig erklären, weil sie verschiedener Ansicht darüber sind, ob eine Familiensache vorliegt (BGHZ 71, 264; NJW 1978, 1925 = FamRZ 1978, 771). Das ist hier der Fall, weil beide nach der Geschäftsverteilung für 1978 in Betracht kommenden Senate sich wegen ihrer unterschiedlichen Auffassung darüber, ob es sich um eine Familiensache handele, für unzuständig erklärt haben. Die Entscheidung über die Beschwerde obliegt dem nach der Geschäftsverteilung des Oberlandesgerichts Karlsruhe für 1979 zuständigen Familiensenat, da es sich um eine Familiensache im Sinne von § 23 b Abs. 1 Satz 2 Nr. 5 GVG handelt. zu entscheiden hatte CBGH NJW 1979, 551), ändert nichts daran, daß es sich um eine Familiensache handelt, in der bei dem Oberlandesgericht der Familiensenat zu entscheiden hat. Die Zuständigkeit der Senate für Familiensachen bei den Oberlandesgerichten hängt nicht davon ab, ob im ersten Rechtszug ein Familiengericht entschieden hat (§ 119 Abs. 1 Nr. 3, 4, Abs. 2 i.V. m.