BGH · II ZR 3/51
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
ünd Haterialbescheinigungen für die .Zulassung der Anlage?durch den Technischen überwachungs-vereino Hierauf antwortete die Beklagte, daß der Rühr— warksverdämpfer .infolge des kleinen Rauminhalts des Dop* p sümantels am verdampf körper und des geringen Betriebs-dampfdriickes nicht überwachungspfnichtig sei* Es .entfalls damiVdie gewünschte Zusendung von Zeichnungen und Kateriaibescheintgungeno Durch Schreiben vom 31*Januar lte Hechtsanwalt HflB, der inzwischen die tretung der Klägerin übernommen hatte, in e das Verlangen auf Übermittlung der Zeich hniui&sunt erlagen und sonstigen Papiere<, erte die Beklagte nochmals, daß sie die den Technischen überwachurigsverein nicht Die Beklagte hat auch während des Schwa- ge nicht vorgelegt #• esen Streitigkeiten der Parteien wegen der Unterlagen zwecks Herbeiführung der Überwachung der Anlage hatte, die Klägerin bereits aim 24.* Januar 194-9 der Beklagten die Anlage zur Verfolgung gestellt und um Rückgabe des von Rechnungsbetrages ersucht# Sie begründete ihren Anspjauch damit, dass die in der Zwischenzeit durchgeführte Untersuchung der Anlage zur Feststellung geführt nabe; dass die Beklagte nicht einen fabrikneuen, so .idern- einen gebrauchten überholten Apparat geliefert habe, und die Anlage erhebliche technische Mängel ajifweice# Dieses Ersuchen leimte die Beklagte ab# Bestiranmgen zulassungs*-pflichtig* Diese Ziilassungsgenehmigung werde aber wegen der Mangelhaftigkeit der Anlage nicht erfolgen, nsbesondere schon aus dem Grunde nicht, weil die Ae-ljilagte sich-geweigert habe* die zu der Zulassung er-orderlichen Unterlagen der Klägerin zur Verfügung zu-teilen* In dieser üeigerung der Beklagten' müsse aber luch. eine positive Vertragsverletzung erblickt werden* /ikicli aus diesem Grunde sei ihr Idagebegehren gerechtfertigt* Das Verhalten der Beklagten sei zudem arglistig# Sie habe zur Herstellung der Anlage.Altmaterial vierwandt und diese als "fabrikneu11 geliefert* Die Beklagte hat um idegeabweisung gebeten* Sie lil.t das Vorbringen der IJLägoriu in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht bestritten* Das geltend gemachte Vandelungsbegehren widerspreche überdies den vereinbarten Lieferungsbedingungen* Die Anlage sei entgegen dir Behauptung der Klägerin auch in Bayern nicht zulassungspflichtig* Sine Zulassungopflicht würde in {jedem Kalle entfallen, wenn durch Vornahme einer gering-fügigen Änderung an dem Verdampfer ein kleiner Stutzen mit einem darauf sitzenden losen Deckel angebracht werde, da hierdurch die Gefahr eines Oberdrucks in Kessel ausgeschlossen werde* V.renn die örtliche Zulr.ssungsstel-lei einen anderen Standpunkt vertreten habe, so sei es ‘ zur üc kg e v: i e s e n * der die Beklagt* Klägerin hat um Aufgabe der IDAjgerin gewesen, sich hiergegen zu wehrea^ ^ Sie - die Beklagte - sei daher nicht verpflichtet, die . von der Klägerin verlangten Unterlagen zur Verfügung zu stellen, um so weniger, weil die ‘Übersendung von Zeichnungen die Gefahr der Nachahmung der Konstruktion der Anlage mit jsich bringe« Sie habe auch zwei gleiche Anlagen nach Bayern geliefert, ohne dass von einer Zu-lassungspflicht die Hede gewesen sei« ist darin zuzustimmen, dass, sofern sich aus der Tatsache der ITichtbeibringung der Unterlagen ein Hecht der Klägerin auf Rücktritt vom Vertrage ergibt, es sich erübrigt, auf die übrigen Ausführungen der Klägerin, mit welchen sie ihr Wendelungsbegehren begründet, einzugehen* Das Berufungsgericht ist auf Grund der stetige-habten Beweisaufnahme zu der Überzeugung gelangt, dass die Anlage auf Grund der in Bayern geltenden Vorschriften sulassungs- und überwachungspflichtig sei, die Beklagte sei daher zur Verfügungstellung der hierzu erforderlichen Unterlagen verpflichtet gewesen# Diese STerpflichtu«.'? könne rieht als handelsübliche- ITebenver-afllchtung angesehen werden, sondern sei eine wesentliche Vertragspflicht gewesen, deren Verletzung der ifichterfüllung des gesamten Vertrages gleiclikomme# Die Beklagte habe die Überreichung dieser Unterlagen von vornherein abgelehnt, und sei den diesbezüglichen Aufforderungen der Klägerin nicht nachgekommen; sie habe 4iese Unterlagen auch nicht trotz entsprechender Auf-aigen im Laufe des Hechtestreits vorgelegt• Die Klägerin sei daher berechtigt*gewesen, vom Vertrage zu-ücksutreten, da die Beklagte sich im Verzug befunden tyabe, ohne dass es einer IPristsetzung wegen der hart- Hiergegen-wendet sich die Revision« Der Ansicht des Beruftrogsgerichts, dass die Zxxrverfügungstelliuig von Zeichnungen und sonstigen Unterlagen zu den wesentlichen Vertragsverpflichtungen der Beklagten geliört ha-bcizutretcn« Weder habe die ICLügerin bei luß noch bei Lieferung der Anlage ihren (»nnen gegeben, diese Unterlagen zu erlial-ten« Es sei ihre Pflicht als eine in Eayern ansässige IConscrvenfabrilc gewesen, die Beklagte, bei Abschluß des Vertrages demif hinzuweisenV dass solche Anlagen in-, * Bayern einer l ehördlichen Abnaluaegenelunigirog unterliegen und sie hierzu die erforderlichen Unterlagen benötige« Dagegen habe die Bel:lagte keine Veranlassung gehabt und es könne dalier nicht ais eine Verletzung ihrer Sorgfalt3uflicht angesehen werden, wenn sie sich nicht nach den in Juye'ru geltenden bcuondcrcii Bestiid- Gegen diese Beweiowürdigung des Berufungsgerichts erhebt die Revision eine verfahrensrechtliclie Rüge* £pas Berufungsgericht habe zu Unrecht die Beklagte mit dein von ihr vorgetragenen Verteidigungsnittol, dass sie nämlich zwei gleichartige Anlagen nach Bayern geliefert habe, ohne dass von einer Abnahmepflicht die Rede gewesen sei, als verspätet zurückgewiesen, obwohl sie bereits in der Berufungsinstanz vorgetragen habe, dass sie solche Anlagen in 1000-facher Anfertigung geliefert und eine Beanstandung wegen der Zulessungspflicht* nicht gehabt habe* verspäteten Vorbringens durch des Revisions&ericht findet aber insoweit statt» als es sich um die Voraussetzungen mid die Grenzen des Ermessens handelt« Das Gericht hat deshalb die Tatsachen, aus denen es die Absicht der Verschleppung oder die grobe Hachlässig-keit folgert, soweit ferjtsustsllen, dass die IJachprü-fung in der Revisionsinctanz möglich ist (RG in J\7 1932 S 2875; RG in V.arn 1930 ITr 83 und die dort angeführten Entscheidungen)* Das Gericht muß daher grundsätzlich seine Ansicht über des Vorliegen von Verochlevpungsab-cicht, oder dass die Partei grob nachlässig gehandelt habe, begründen (vgl Baumbach-I-r.uterbach ZPO 19« Aufl ZPO zu § 529 Anm 3)<* Hiervon kann nur dann eine Ausnahme zugelassen'werden, wenn sich einer dieser Tatbestände aus dem Prozeßverlaiif von selbst ergibt (HG in Hecht 1932 ITf 109)« Im vorliegenden Rechtsstreit hat das Be-rufu.ugrgorieht seine Ansicht, dnsr» da »..verspätete Vor-briiigen der Beklagten auf grober llachlässigkeit beruhe, nicht begründet* Der Ansicht der Revision, daß es sich überhaupt um kein verspätetes Vorbringen handle,\y;eil die Beklagte in der BerufuiigsbegrÜndung - übrigens ohne Beweisantritt ~ vorgetragen habe, sie habe, als sie noch ihren Sitz in Erfurt gehabt habe. Sejtenbcr 1509 in ICraft war und ob schließlich die -Uifstcllung dieser Apparate der zuständigen Zuls csungsstelle bekannt geworden ist* Aber auch einer näheren Begründung, worin das Berufungsgericht die grobe Nachlässigkeit bei diesen verspäteten Vorbringen der Beklagten gefunden hat. dies sich aus den Akteninhalt ohne weiteres ergibt* Bie Parteien stritten schon vor Binreichung der Klage Über die Zur-lassungspflicht der Anlage* Der Beklagten war suit der Klage das Gutachten der Zulc.ssungsstelle, nclralich des Technischen Überwachungsvereins IlÜnchen voa 31* IILlrz 1949, sugestellt worden* Ber übsrwachungsvcrein hatte sich in diesem Gutachten dahin ausgesprochen, dass der Verdcnnfkörper genehmigunge- und iiberwr.chimgs-pflichtig seii Bs lag also fär die Beklagte, wenn sie tatsächlich derartige Anlagen nach Bayern geliefert hatte, ohne dass, ihre Zulassung und Überwachung erforderlich werj nichts näher, als dieses Verteidigungsmittel in [substantiierter Bonn unter Beweisantritt vorzutra-*geh.‘ den gesamten Umständen, auch ohne dass es einer besonderen Begründung des Berufungsgerichts bedurfte, hervor,* dass es mit Recht dieses Vorbringen wegen grober Nachlässigkeit als verspätet zurückgewiesen hat* Damit erübrigt sich aber auch ein weiteres Eingehen darauf, ob das Vorbringen der Beklagten substantiiert war* umsomehr* weil die Revi-sion Verletzung des § 159 ZPO nicht gerügt hat* . Beklagte verpflichtet war, die hierzu erforderlichen Unte rlagen der Klägerin zur Verfügung, zu rechtlich nicht zu beanstanden« Die Re-enn sie vorträgt, die Beklagte sei zu .nicht verpflichtet gewesen, weil die ne Firma, die in Frankfur.t/üain ahsäs-liabe zu wissen brauchen, dass derartige Anlagen in Bc,yerii sulassungs- und überwcchungspflichtig seien, v.ohl abo Ilrma, die Pflicht gehabt habe* sie hierauf besonders linsuweisen* Die Entscheidung dieser Frage wäre vielleicht von Erheblichkeit, wenn die Zulassung der Anlage endgültig verweigert worden wäre* Um diese Frage handelt es sich aber im vorliegenden Rechtsstreit nicht« liier ist. zu entscheiden, ob die Beklagte verpflichtet war, das ihre zu tun, dass die zuständige Stelle in eine Prüfung der Zulassung Überhaupt eintreten konnte und die Weigerung der Beklagten, die Unterlagen hierfür zur Verfügung zu stellen, diese Prüfung der Zulassungsstelle von vornherein unmöglich machte« Letzteres hat.des Berufungsgericht bejaht, es stellt fest, dass die Einreichung1 der Zeichnungen, Beschreibungen und Vferkstattatteste, vie der Sachverständige Er* Hassenbach überzeugend dargelegt habe, eine unerlässliche Voraussetzling für die Zulassung der Anlage gewesen sei* Es ist auch dem 3eru-fungsgericht ziir/u stimmen, dass eine Verpflichtung'der Beklagten, hierbei mitsuwirken, bestand* Es ist richtig, dass in den Vertrag diese Ver">flichtung nicht axif genommen war* Aber nach den Grundsätzen von 2reu und Glauben, die jedes Rechtsverhältnis beherrschen, muß jedes Bchuldverhältnis nach dem ihn innewohnenden Zweck sinngemäß erfüllt werden (vgl Staudinger BGB 10* Aufl zu 5 242 Anm 151)*. Zweck, den bep.de Parteien beabsichtigten, war die Lieferung einer Anlage seitens der Beklagten an die Klägerin, \m letztere in den Stand zu setzen, sie in ihrer in Bayern gelegenen Konservenfabrik gewerblich zu nutzen* Geliorpe,' um diesen Zweck zu verwirklichen, hierzu die Einholung einer behördlichen Genehmigung, so hatte die Beklagte eine Uitwirkungspflicht, diese Zulassung zu dem mindesten möglich - zu machen mid sie * 206 )> Eine solche Verpflichtung pciiS trotz mangelnder ausclrilcklicher Ver-bc.rung gleichvJohl als Vertrr.gslnhr.lt angesehen werden, wenn sie nicht] nur im Eieschinenhancle 1 üblich ist, son-' dern auch Vor apesetzung, für die Erreichung des Zwecke, jbyden beide Parteien bei Abschluß des Vertrages erstrebet en* Biese Pflicht hat aber die Beklagte nicht erfüllt* •. Es kommt auf den einzelnen Pall an« Als Ilauntvoryflichtung ist auch eine Leistung ansuaehen, bei der cich aus den Umstünden ergibt, dass es auf ihre Erfüllung einer Partei im hohen Grade anken, was deshalb für sie nicht eine Nebensache war, auf die sic keinen ,.ert legte” (KCZ 101, 129 jT131J7 ebenso HG in-EEE 1934 ilr 1100)* Die Doklagto hat die Zurverftlguiigotelluiig der zu der Anlage gehörigen Zeichnungen, Becehreibxmgcn und Y/crkctattatteete fGrundbedingungen enthaltene Gcneralklau-allo anderen Ansprüche des Bestellers ausgeschlossen sind, kann dem Anspruch der Klägerin nicht cntgegcngehaltcn werde}..# Das Verhalten der Beklagten muS sun mindesten seitdem ihr bekemit war, dass nach Ansicht d;r Klägerin von Vertrage nicht ans, co konnte sie nach £§ 327, 348 BGB' j.IL’ckzahlvng des Hr.iifpreioea Zug uh Zug gegen Rückgabe der Anlage verlangen* .