BGH · II ZR 91/51
Originalentscheidung als PDF
PDF öffnen ↗Leitsatz / Zusammenfassung
hat der II„ Zivilsenat des Bundesgerichtshofs auf die mündliche Verhandlung vom 19t Januar 1952 unter Mitwir- . 3/4 der Kosten des Rechtsstreits werden den Beklagten als Gesamtschuldnernauferlegt0 über das restliche Kostenviertel hat das Berufungsgericht zu entscheiden. Streitsache 17 HO 83/50 gelten sollte« Dieses Urteil er am 6» September 1950« In dem Vergleich verpflichteten s die Beklagten« -keine Kaffeehande1sgeschäf te in Westfale und der Klüger keine derartigen Geschäfte im Rheinland' tätigen« Beide Teile verpflichteten sich, "bei Jeriet; einer der aufgeführten Verpflichtungen> eine Vertragssti fe von 10,000 DM zu zahlen”„ Der Kläger verlangt unter Behauptung, dass die Beklagten nach dem 12« Juli 1950 Kaffee laufend in und- verkauft hätte' Das Bandgericht hat ‘die,Be-klagten als Gesamtschuldner hierzu.verurteilt, Das Berufungsgericht hat die Vertragsstrafe auf 2.500 DM herabge setzt, demgegenüber die von den Beklagten erklärte huf-rechnung durchgreifen lassen und die Klage abgewiesen, Kit der nevisi on strebt der Kläger die :Wiederhersth3:iuh des landgerichtliclien Urteils an, während die Beklagten um Zurückweisung der Revision bitten und hilfsweise Lean; tragen, sie nur Zug um Zug. gegen Befreiung von der.Sch gegenüber der sicherungs-AG zu verurte len,. c) Persönlich betrieben die Beklagten zur Zeit des Vergleiehsschiusses nur mit ihrem Spiritusenhande] ein Handeisgewerbe » Hur insoweit nahmen sie persönlich am ümsat zverkehr teil und waren sie Kaiifleute« Entgegen' der Ansicht der Revision war darum die Zusage der Vertragsstrafe für sie aber noch kein Handelsgeschäft,, denn-sie bezog sich nicht auf ihren Spirituosenhandel» § 343 Abs 2 RGB bestimmt zwar« dass die im § 1 Abs 1 HG£ be-zeichneten Geschäfterauch dann Handelsgeschäfte sind« wenn s'ie von einem Kaufmann im Betriebe seines gewöhnlicf auf andere Geschäfte gerichteten Handelsgewerbes geschl sen werden« Ein gerichtlicher Vergleich gehört aber nicß zu den Grundhandelsgeschäften* Hach § 344 Abs 1 HG3 gelt allerdings die van einem Kaufmann vorgenommenen Reciitsg schäfte im Zweifel als zu dem Betrieb seines Hand el sgewer$5? der Vergleich ste einen von einem Kaufmann gezeichneten Schuldschein dar' und gelte darum -als-im Betrieb seines ..Handelsgewerbes zeichnet .(§ 344 Abs 2.HGB)« ist schon deshalb unbe.grön weil die Beklagten das Vergleichsprotokoll nicht unter schrieben haben« e) Der Revision kann auch nicht gefolgt werden dass sich die Beklagten deshalb als Kaufleute behände’’ Bass sie im Kopf, des gerichtlichen Vergleichsprotokolls als Kaufleute bezeichnet - worden sind o erklärt sich daraus; dass sis der Kläger in seinem eV-Antr-ag als Kaufleute angesprochen 'hat, und kann darum nicht dahin gedeutet ..‘.werden, sie ..seien bei .Abschluss des Vergleichs ihrerseits als Kaufleute aufgetreten« Wäre dies aber der Fall., so kennte sich der Kläger hierauf nicht berufen, da er die tatsächlichen Verhältnisse gekannt hat«-“ ...Es kann daher dahingestellt bleiben, ob eine Vertragsstrafe dann nicht ermässigt werden darf, wenn der Versprechende im Rechtsverkehr als Kaufmann aufgetreten ist, oder ob einer derartigen Anwendung des § 348 HGB die zv/in-je :1 der Hie lit kauf mann kann daher grundsätz- * lieh nicht auf die Eerabsetzbarkeit der versprochenen Strafe verzichten« Auch ist von Gesetzes wegen (’§ 348 HGB) die Strafherabsetzung nur dann ausgeschlossen, wenn ein Kaufmann im Betriebe seines Handelsgewerbes die Vertragsstrafe versprochen hat0 Richtig ist auch, dass diese VoraussetZungen im Zeitpunkt des Vertragsstrafenversprechens gegeben sein müssen« Schliesslich ist zuzugeben, dass die Beklagten während der Vergleichsdauer der Rechtsform'nach nicht ; oll getan persönlich an Kaifeelianäel in Westfalen teilgenoi arid dass dies an sich die CJHBSSI- WRfäKKh Auf all das können sich aber die Beklagten v;egen der sonderen Lagerung des Balles nicht berufen, izungsge In der Sache II ZR 38 ’51 hat das Be: den Auseiinandersetzungsvertrag too: 29u August 1949 d ausgelagt» der EflHMt-1rosshandel in Westfalen habe Beklagten auch dann verboten sein sollen., nenn sie r einem anderen Hamen als ihrem .Familiennamen.; als Ges schafter einer GmbH oder auch.nur als Geschäftsführe für ein fremdes Unternehmen auf träten«. dem Vergleich vom 12«, Juli 195 eine Vertragsstrafe gesichert wurde, traf daher dis klag Gen schon in Auswirkung eines Vertrages, den sie Kauf .'Leute geschlossen hatten« und nicht erst - auf Gru des Vergleichso Es verbot ihnen jede Teilnahme am K Gro-,• viüzuc.i. .. 4;estmaien, m v/o..unser R&cntci'or m sig daran auch beteiligen wollten* Das wurde in dein Vergleich für die Dauer seiner Geltung ausdrücklich kl isst eilt und, durch die Zusage einer Vertragsstrafe 'beim Entgegen der Annahme der Revision geht es zwar nicht eine Umgehung des We11bev.erbsverbots sondern um sein. einer GmbH fremden Hamens untersagte« ganz abgesehen ass die Beklagten von, dass nicht festgestellt ist, Aber, wenn auch die Beklagte: söniich nicht dadurch au Umsatzverkehr teilnahmen un< eigenes Handeisgewerbe betrieben, dass sie namens de: -GmbH Kaffeegeschäfte Vornahmen, sc hat' pie sich doch zur Unterlassung derart mittelbaren Wettbe-werbes verpflichtet» Es handelte sich dabei um eine Betätigung auf dem Gebiete des Handelsverkehrsv mochten die Beklagten dafür auch ausserlicli nicht die Form .persönlicher Teilnahme am Umsatzverkehr und den Betrieb keines eigenen Handelsgeverbes? sondern die Rechtsform einer GmbH anderen als ihres eigenen Namens wählen« Bei dem Vergleich ging es darum« durch eine Vertragsstrafe abzusichernj dass die Beklagten persönlich jedenfalls für die Bauer.des Vergleichs nicht nieder diese mittelbaren Verstösse gegen das Wettbe-werbsverboi begingen« Mit Recht..sieht das Berufungsgericht als Inhalt des Vergleichs an« dass die Beklagten, dafür ge-radestehen wollten und sollten«, dass die unter ihrer Geschäftsführung stehende GmbH für die Vergleichsdauer keine Kafi’eegeschä.fte in Westfalen vornehmen werdec Der Kläger hal sich am 12«, Juli 1950 in Wiederholung seiner Zusage am 29,.-. und zur Einhaltung dieser Verpflichtung auch seinerseits eine Vertragsstrafe von 10»000 DU zugesagt| er gab diese Zusage als Kaufmann« sie war für ihn unweigerlich. Handelsgeschäft ;i er könnte daher nicht Herabsetzung der von ihm versprochenen Vertragsstrafe verlangen« wenn er sie verwirkt haben würde« Der Vergleich enthält nur in der Gebietsabgrenzung verschiedene« sonst jedoch wörtlich übereinstimmend gefasste .Wettbewerbsverbote« und auch in den beiderseitigen;'Verträgsstrafehver~ sprechen eine völlige Gleichstellung der. 1947 sah ein wenn auch andersartiges Wettbewerbs verbot :jvor und sicherte seine Einhaltung durchkeine Vertragsstrafe von 10»000 :EM,; Die Parteien schlossen den Vergleich vorGericht und durch zahlten 2*500 DM nicht nur gegenüber der verwirkten Vertragsstrafe, sondern auch gegenüber den Schadensersätzen7' sprücheh des Klägers aufgerechnet * Wenn auch bezweifelt werden muss» ob dem Kläger für die Verbotszeit des Vergleichs neben der Vertragsstrafe noch Schadensersatz zu-7 steht? so kann er doch für die von den Beklagten vor und nach dieser Zeitspanne begangenen.Vettbeverbsverstösse Schadensersatz verlangen,, Bie Beklagten haben die Aufrechnung gegenüber der Vertragsstrafe mit der am■ 8.* Janul 1951 zugestellten Berufungsoegründung'der vorliegenden.' EO 83/50 ergeben zu dem.Zustellungsseitpunkt nichts* Es muss daher damit gerechnet werden» dass das rufungs ge rieht die Aufrechnung mit einem Anspruch beacht/ hat? Inwieweit dies der Ball war,, hat das Berufungsgericht jedenfalls für den Zeitpunkt der Abgabe der Auf-