BGH · II ZR 88/73 vom 24.06.1974
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Juni 1974 durch den Vorsitzenden Richter Stimpel und die Richter Dr. Schulze, Fleck, Dr. Kellermann und Dr. Tidow für Recht erkannt: Auf die AnschluSrevision der Klägerin wird das Urteil des 5. Die hiergegen eingelegte Revision der, Beklagten ist durch BeschluB des Senats vom 25. In Höhe von 9*000 DM nebst Zinsen hat das Berufungsgericht die Klage abgewiesen. Die Beklagte ist nach der vom Senat gebilligten Auffassung des Berufungsgerichts grundsätzlich verpflichtet, der Klägerin wegen der an die Landwirtschaftsbehörde zurückgezahlten Beträge Ersatz zu leisten; denn sie hat sich vertragswidrig verhalten, dadurch den Rückzahlungsbescheid ausgelöst, und der Klägerin kann, wie das Berufungsgericht in revisionsrechtlich nicht angreifbarer Würdigung der Umstände angenommen hat, nicht vorgeworfen werden, von sich aus kein Rechtsmittel gegen den - objektiv unberechtigten - Bescheid eingelegt zu haben. Das Berufungsgericht ist allerdings zutreffend davon ausgegangen, daß die Klägerin der Beklagten, bei der sie sich von Anfang an habe schadlos halten wollen, zunächst Gelegenheit hätte geben müssen, ihre Meinung darzulegen, daß der Rückforderungsbescheid unberechtigt sei und man ihm entgegentreten qüsse. Dieses schuldhafte Unterlassen kann aber der Klägerin unter dem Gesichtspunkt des § 254 BGB nur zugerechnet werden, wenn als Folge davon der Schaden abgewandt, der RUckforderungsbescheid mithin aufgehoben worden wäre. Insofern hat das Berufungsgericht bisher nur ausgeführt, es sei "nicht ausgeschlossen", daß die Beklagte, zu einer Stellung-nähme aufgefordert, ihre Auffassung von der Unrechtmäßigkeit des Bescheids dargelegt hätte und die Klägerin darauf in Verhandlungen mit der Behörde eingetreten wäre; wenn auch "unwahrscheinlich sei", daß sich die Behörde hätte überzeugen lassen, so sei doch "nicht ausgeschlossen", daß die Beklagte der Klägerin angeboten hätte, es auf ihr Risiko auf einen Prozeß ankommen zu lassen. Bei der notwendigen Prüfung der Frage, ob die (von der Klägerin pflichtwidrig unterlassene) Einschaltung der Beklagten im Ergebnis zur Aufhebung des Bescheids und zur Abwendung des Schadens geführt hätte, war das Berufungsgericht zwar nicht an die strengen Beweisregeln des § 286 ZPO gebunden, sondern lediglich gehalten, nach § 287 ZPO unter Würdigung aller Umstände nach freier Überzeugung zu entscheiden (BGH, Urt. v. Die Beweislast blieb aber dennoch bei der Beklagten, auch wenn das Berufungsgericht insoweit freier gestellt war und den hypothetischen Verlauf der Dinge nicht mit der sonst gebotenen an Sicherheit Daher bleibt die Beklagte beweis fällig, wenn der Tatrichter auch bei Anwendung des § 287 ZPO nur die Überzeugung gewinnen kann, der vom Beklagten behauptete Ursachenverlauf sei möglich, aber nicht zu demindest überwiegend wahrscheinlich (BGH, Urt. v. Diese Grundsätze hat das Berufungsgericht nicht berücksichtigt, indem es § 254 BGB zwar zu Lasten der Klägerin angewandt, aber lediglich für "nicht ausgeschlossen" angesehen hat, daß die Rückzahlung an die Behörde vermieden worden wäre.